Rechtslage in der SchweizKünstliche Befruchtung: Diese Gesetze gelten

In der Schweiz ist die künstliche Befruchtung gesetzlich genau geregelt. Paare mit Kinderwunsch sollten diese Gesetze kennen und wissen – andere Länder sind offener für die die Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin.

Künstliche Befruchtung in der Schweiz: Was ist erlaubt?
Das Schweizer Fortpflanzungsmedizingesetz wird viel diskutiert. © arturbo /Getty Images

Für Paare entwickelt sich ein unerfüllter Kinderwunsch schnell zu einem seelischen Stressfaktor. Die moderne Fortpflanzungsmedizin bietet diverse Möglichkeiten, die bei Fruchtbarkeitsstörungen helfen. Dadurch lässt sich die biologische Unfruchtbarkeit von Frauen, Männern oder beiden behandeln. Aber was ist in der Schweiz erlaubt und was ist per Gesetz verboten?

Künstliche Befruchtung im Schweizer Gesetz

Ein medizinisches Verfahren, um eine Schwangerschaft herbeizuführen, ist laut dem Bundesgesetz zur medizinisch unterstützten Fortpflanzung nur erlaubt,

  • wenn es die Unfruchtbarkeit eines Paares beendet, nachdem andere Methoden versagt haben oder aussichtslos sind.
  • wenn es die einzige Option ist, um das Übertragen einer schweren, unheilbaren Krankheit auf die Nachkommen zu verhindern.

Grundsätzlich ist das Paar vor Beginn der Behandlung ausführlich zu informieren. Erst dann darf die schriftliche Einwilligung erteilt werden, so die Schweizerische Bundeskanzlei.

Die Möglichkeiten einer künstlichen Befruchtung.
Eine Option: Künstliche Befruchtung durch In-Vitro-Fertilisation. (Bild: monkeybusinessimages/iStock, Thinkstock)

Unerfüllter Kinderwunsch: Das ist erlaubt!

Die Schweiz erlaubt die folgenden Methoden, mit denen sich eine Unfruchtbarkeit bei Frauen und Männer behandeln lässt: 

  • Insemination
  • In-Vitro-Fertilisation (IVF)
  • Intracytoplasmatische Spermieninjektion. (ICSI)

Die Insemination verkürzt den Weg der Samenzellen zur befruchtungsfähigen Eizelle, da das gereinigte und konzentrierte Sperma mithilfe eines Katheters durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutterhöhle gelangt. 

Die In-Vitro-Fertilisation und Intracytoplasmatische Spermieninjektion unterscheiden sich davon, denn sie gelten als künstliche Befruchtungsmethoden. In beiden Fällen wird die Eizelle ausserhalb des weiblichen Körpers befruchten, wobei die IVF das Befruchten in einer Glasschale vorsieht, bevor die Eizelle wieder im Körper eingesetzt wird. Dagegen erfolgt die Befruchtung bei der weiterentwickelten ICSI mit einer Mikropipette unter einem Hochleistungsmikroskop, wo ein Spermium mit der Eizelle zusammengebracht wird.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweiz erlaubt Insemination, In-Vitro-Fertilisation und Intracytoplasmatische Spermieninjektion, wobei eine Samenspende nur bedingt erlaubt und Ehepaaren vorbehalten ist.
  • Die Eizellenspende, Embryonenspende und Leihmutterschaft sind verboten.

Samenspende in der Schweiz bedingt erlaubt

Die Samenspende mithilfe der künstlichen Befruchtung oder einer Insemination ist in der Schweiz erlaubt, allerdings nur bei Ehepaaren. Ledigen Frauen sowie homosexuellen Paaren in einer eingetragenen Partnerschaft bleibt die Samenspende verwehrt. Zudem wird im Schweizer Gesetz das Kindsrecht geschützt: Das durch eine Samenspende gezeugte Kind kann nach Vollendung des 18. Lebensjahres eine Auskunft über seinen biologischen Vater verlangen.

Künstliche Befruchtung in der Schweiz: Das ist verboten!

In der Schweiz gelten vor allem folgende Praktiken laut Gesetz als verboten:

  • Leihmutterschaft
  • Embryonenspende
  • Eizellenspende

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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