Ganz schön teuerDas kostet eine künstliche Befruchtung in der Schweiz

Künstliche Befruchtungen müssen in der Schweiz von den Patienten selbst getragen werden. Die Krankenkassen übernehmen nur einen geringen Anteil der Kosten von Kinderwunschbehandlungen. Mit diesen Ausgaben müssen Paare rechnen.

Künstliche Befruchtung: Kosten in der Schweiz

Wenn der Kinderwunsch gross ist und alle Versuche, schwanger zu werden, nicht geklappt haben, werden Paare oft vor eine grosse Entscheidung gestellt: Wollen Sie eine künstliche Befruchtung versuchen? Es ist eine strapaziöse Zeit, voller Hoffnung, mit vielen Untersuchungen, Hormonbehandlungen - und auch vielen Rechnungen.

Während in anderen europäischen Ländern wie Deutschland einige Krankenkassen die kompletten Kosten für die künstliche Befruchtung übernehmen, ist die Situation in der Schweiz eine andere.

«In der Schweiz hängt die Kostenübernahme durch die Krankenkasse erheblich von der Art der durchgeführten Behandlung ab. Einige Behandlungen werden von der Krankenkasse übernommen, andere - wie die künstliche Befruchtung – nicht», informiert das Universitätsspital Bern.

Die Patienten für den Grossteil der Kosten der Kinderwunschbehandlung selbst aufkommen. Diese läuft meist in verschiedenen Schritten ab: Wenn eine Insemination ohne Erfolg verlief, kann eine In-vitro-Fertilisation (IVF) oder eine ICSI (Intracytoplasmatische Spermieninjektion) in Erwägung gezogen werden. Die Kosten dafür müssen jedoch komplett von den Patienten getragen werden. 

Wie viel eine künstliche Befruchtung in der Schweiz kostet.
Verfahren bei einer In-vitro-Fertilisation. (Bild: monkeybusinessimages/iStock, Thinkstock)

Wie viel kostet eine künstliche Befruchtung in der Schweiz?

Für die künstliche Befruchtung sind die Kosten in der Schweiz recht hoch. Eine IVF kostet zwischen 5000 bis 7000 Franken pro Behandlungszyklus.

Für die ICSI, die als Weiterentwicklung der IVF zu verstehen ist, sind mit weiteren 1000 bis 2000 Franken zu rechnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt verschiedene Arten der künstlichen Befruchtung, die unterschiedlich viel kosten.
  • Die Kosten variieren je nach Kinderwunschzentrum.
  • Die Krankenversicherung zahlt nur einen kleinen Teil der Behandlungen.

Darüber hinaus kommen für die Aufbewahrung, auch Kryokonservation genannt, zusätzlicher Eizellen 500 bis 1000 Franken hinzu. Diese Aufbewahrung ist empfehlenswert, da die künstliche Befruchtung oft nicht gleich beim ersten Versuch gelingt. Und die Kryokonservation ist natürlich günstiger, als der Frau erneut Eizellen zu entnehmen. 

Insgesamt können sich die Kosten für eine künstliche Befruchtung wegen des Mehraufwands durch das Labor sogar auf 9000 bis 10.000 Franken belaufen. Gegebenenfalls kann eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden, mit der die Kosten für die künstliche Befruchtung teilweise abgedeckt werden können.

Leistungen der Grundversicherung in der Reproduktionsmedizin

Wie viel eine künstliche Befruchtung in der Schweiz kostet.
Die Kosten einer IFV sind in der Schweiz hoch. (Bild: midosemsem/iStock, Thinkstock)

«Geht der Kinderwunsch nicht auf natürlichem Weg in Erfüllung, so kann ein Paar eine Behandlung zur medizinisch unterstützten Fortpflanzung in Anspruch nehmen», schreiben die Schweizer Behörden.

Mithilfe von verschiedenen Untersuchungen wird bei beiden Partnern nach dem Grund für die ausbleibende Schwangerschaft gesucht. Für diese Untersuchungen kommt die Krankenversicherung auf. Sobald eine medizinische Ursache für die Sterilität gefunden wurde, bezahlt die Krankenkasse auch die Hormontherapie für die Dauer von einem Jahr. 

Die Hormontherapie wird vor allem bei Frauen mit einem unregelmässigen Zyklus eingesetzt, um einen Eisprung auszulösen. Das ist etwa bei einem PCO-Syndrom, einer hormonellen Störung, sinnvoll. Auch für eine Insemination werden die Kosten von der Krankenkasse in einem Rahmen von drei Zyklen übernommen. Bei dieser Behandlung werden der Frau die Spermien des Partners in die Gebärmutter gespritzt. 

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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