LeihmutterschaftSo ist die Rechtslage in der Schweiz

In der Schweiz gilt das Leihmutterschaftsverbot, weshalb immer mehr Paare das Gesetz im Ausland umgehen. Doch die Rechtslage erschwert die Einreise mit dem Baby in die Schweiz und die Anerkennung der Elternschaft.

Wie die Rechtslage in der Schweiz aussieht
Eine Leihmutterschaft ist in der Schweiz verboten, weshalb es viele Paare ins Ausland zieht. Doch die Einreise zurück ist nicht einfach. © iStock, Thinkstock

Auf die Reproduktionsmedizin spezialisierte Kliniken und Vermittlungsstellen weltweit, versprechen Abhilfe bei unerfülltem Kinderwunsch und erlauben auch die Leihmutterschaft. Doch schon auf der Reise zurück in der Schweiz sehen sich die Eltern mit ihrem Säugling vielen bürokratische Hürden gegenüber.

Unerfüllter Kinderwunsch: Wege zur Leihmutter

Laut dem Bundesgesetz zur medizinisch unterstützten Fortpflanzung gilt eine Frau als Leihmutter, «die bereit ist, durch ein Fortpflanzungsverfahren ein Kind zu empfangen, es auszutragen und nach der Geburt Dritten auf Dauer zu überlassen». Medizinisch wird die Eizelle ausserhalb des weiblichen Körpers befruchtet, ehe sie der Leihmutter eingesetzt wird, die das Kind austrägt und nach der Geburt abgibt.

Das Schweizerische Kompetenzzentrum für Menschenrechte schreibt, dass viele Personen mit unerfülltem Kinderwunsch, «die selber keine Kinder bekommen können und/oder die Voraussetzungen zur Adoption nicht erfüllen», die Leihmutterschaft im Ausland nutzen. In Ländern wie Indien, Georgien, Ukraine oder in 18 Bundesstaaten der USA ist eine Leihmutterschaft erlaubt, sodass sich die Reproduktionsmedizin dort teilweise zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelte.

Regelung der Leihmutterschaft in der Schweiz.
In der Schweiz darf ein gleichgeschlechtliches Paar kein Baby durch eine Leihmutter erhalten. © iStock, Thinkstock

Leihmutterschaft der Schweizer: Die Rechtslage

Die Wunscheltern einer Leihmutterschaft sind in der Schweiz nicht automatisch rechtlich anerkannte Eltern. Dabei ist irrelevant, wer in der ausländischen Geburtsurkunde als Elternteil aufgeführt ist. Die Einreise kann sogar verweigert werden, bis die Elternschaft eindeutig geklärt ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Leihmutterschaft ist in der Schweiz verboten. Dennoch nehmen Personen Leihmütter im Ausland in Anspruch.
  • Die Anerkennung der Elternschaft im Heimatland ist dabei nicht immer gewährleistet und kann nur durch Adoption erfolgen.
  • Die Stiefkindadoption für ist seit dem 1. Januar 2018 auch für Paare in einer eingetragenen Partnerschaft oder in verschieden- und gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften möglich.

Um in der Schweiz als Eltern anerkannt zu werden, kann der Vater – sofern er der biologische Erzeuger ist – das Kind als sein eigenes anerkennen.

Die Wunschmutter hingegen muss das Kind adoptieren – selbst, wenn es aus ihrer eigenen Eizelle entstanden ist. Denn unabhängig von anderslautenden Verträgen gilt die gebärende Frau als Mutter.

Für den Wunschvater gilt dasselbe, sofern er nicht der genetische Vater des Kindes ist. Bedingung zur Adoption ist das Erfüllen der Schweizer Adoptionsvoraussetzungen, wobei gleichgeschlechtliche Paare und Konkubinatspartnerinnen fremde Kinder nicht adoptieren dürfen. 

Neu ist die Stiefkindadoption auch bei für Menschen, die in einer eingetragenen Partnerschaft oder eine verschieden- und gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften führen, möglich. Das neue Gesetz ist am 1. Januar 2018 in Kraft getreten.

Kindsrechte werden verletzt

Daneben gewährleistet eine Leihmutterschaft nicht, dass das Kind seine Abstammung oder Leihmutter jemals kennenlernt, obwohl in der Schweiz ein Anrecht darauf besteht und bei der Samenspende auch umgesetzt wird.

Strafbar macht sich in der Schweiz daher derjenige, der ein Fortpflanzungsverfahren bei Leihmüttern anwendet oder eine Leihmutterschaft vermittelt, nicht die Leihmütter oder Wunscheltern. 

Publiziert von der Redaktion

Im Forum diskutieren