Wenn Mann nicht kannBei geringer Spermaqualität kann die ICSI helfen

Selbst bei sehr geringer Spermienqualität kann die Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) Paaren helfen, schwanger zu werden. Mit über 70 Prozent Erfolg stehen die Chancen einer Befruchtung relativ hoch.

Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

In der Schweiz hegt jedes sechste Paar einen unerfüllten Kinderwunsch. Dabei ist die künstliche Befruchtung mit der Intracytoplasmatischen Spermieninjektion, kurz ICSI, vor allem dann erfolgversprechend, wenn die Ursache beim Mann liegt. Eine schlechte Samenqualität oder das Fehlen von Samenzellen im Ejakulat verhindert eine Schwangerschaft, so dass Paare diese weiterentwickelte In-Vitro-Fertilisation nutzen.

So funktioniert die ICSI

Das Verfahren der Intracytoplasmatischen Spermieninjektion ähnelt der In-Vitro-Fertilisation: Zunächst erfolgt die Hormonstimulation, ehe mithilfe von einer Follikelpunktion «mehrere reife Eizellen entnommen» werden, so die Information des Betroffenen-Netzwerkes für Kinderwunsch. Danach untersuchen Ärzte den Reifungsgrad der Eizellen, indem sie die Eizelle unter dem Hochleistungsmikroskop von den sie umgebenden Cumulus- und Coronazellen befreien. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Die intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) ermöglicht Paaren eine Schwangerschaft, deren Kinderlosigkeit hauptsächlich auf einer ungenügenden Samenqualität beruht.
  • Die Befruchtungsraten liegen bei diesem Verfahren bei ungefähr 70 Prozent. 

Im weiteren Verlauf lässt sich ein Spermium in eine Glaspipette aufziehen und in das Zellplasma der entsprechenden Eizelle injizieren. Aufgrund der Samenzelle, die hundertmal kleiner als eine Eizelle (0,1 mm) ist, erfordert das Verfahren grosses Feingefühl. Die Mikro-Injektion unterstützt das Eindringen des Spermiums in die Eizelle. Das Verfahren betrifft aber nicht den Vorgang der eigentlichen Befruchtung, sprich das Verschmelzen der jeweiligen Erbanlagen miteinander. Durch das Vorgehen erhöht sich die Chance auf eine Schwangerschaft. Durchschnittlich bis zu 70 Prozent aller Eizellen lassen sich erfolgreich befruchten.

Wie der Ablauf bei einer Intracytoplasmatische Spermieninjektion vonstatten geht.
Spermium wird in einer Glaspipette aufgezogen. (Bild: chepko/iStock, Thinkstock)

Gründe für die ICSI

Inoperable Samenleiterverschlüsse oder eine Tumoroperation verhindern, dass sich Samenzellen im Ejakulat befinden. Die optimierte ICSI ermöglicht Paaren dennoch eine Schwangerschaft. Gleiches gilt für Paare bei denen eine ausreichende Anzahl Spermien fehlt oder bei denen die Spermien nicht beweglich genug sind. Dabei eignet sich die künstliche Befruchtung mittels ICSI ebenso für zu schwache Spermien, welche die Eihülle nicht durchdringen können. Störungen der Eileiter oder Eizellreifung lassen sich dagegen hauptsächlich mittels In Vitro Fertilisation behandeln, so das Universitätsspital Zürich.

Lassen sich keine Samenzellen im Ejakulat des Mannes finden, bieten die Hoden selbst eine Chance auf Erfolg. Eine Gewebeprobe aus den Hoden bringt Gewissheit: Mithilfe der testikulären Spermienextraktion (TESE) lassen sich in 75 Prozent aller Fälle die Samen für die Samen-Injektion aus den Hoden gewinnen. 

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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