Leben ohne KinderWie Sie lernen, mit dem unerfüllten Kinderwunsch umzugehen

Hoffen, warten, trauern. Nicht alle Paare können sich ihren Kinderwunsch erfüllen. Besonders Frauen empfinden es als grosses Unglück und tun sich schwer die Kinderlosigkeit zu akzeptieren. Aber erst damit beginnt die wichtige Trauerarbeit und ein erfülltes Leben - auch ohne eigene Kinder.

Umgang mit Kinderlosigkeit 
Hoffen, warten trauern. Ein unerfüllter Kinderwunsch wird von Frauen oft als tiefes Unglück und Kümmernis empfunden. Franziska Ferber (38) hat irgendwann akzeptieren müssen, dass sie kein Kind bekommt. Hier erzählt sie, wie man trotzdem zu einem neuen, glücklichen Leben findet. – Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/24617128 ©2018

Erfreulicherweise kann heute zahlreichen Paaren mittels einer künstlichen Befruchtung eine Schwangerschaft ermöglicht werden. Doch nicht für alle Menschen kommt eine solche Behandlung infrage. Aus unterschiedlichsten Gründen ist es auch möglich, dass Paare sich klar gegen die künstliche Befruchtung entscheiden.

Aber auch Paare, die versuchen, mittels medizinischer Behandlung den unerfüllten Kinderwunsch anzugehen, bleiben manchmal ungewollt kinderlos. Es gibt keinen Garant auf ein Gelingen der künstlichen Befruchtung. Die Behandlungen sind für das Paar sowohl körperlich als auch emotional sehr fordernd. Es ist wichtig, dass Betroffene sich hier frühzeitig Grenzen setzen. Dabei kann auch professionelle Hilfe eine wichtige Rolle spielen.

Mit Kinderlosigkeit umgehen können.
Halten Sie zusammen! Denn Kinderlosigkeit kann ungewollt zu Stress in der Beziehung führen. (Bild: Wavebreakmedia/iStock, Thinkstock)

Phasen der Verarbeitung ungewollter Kinderlosigkeit

Ungewollt kinderlos zu sein und es auch zu bleiben ist eine schwierige Phase im Leben. Sie kann aber produktiv verarbeitet werden. Viele Paare durchlaufen dabei typische Phasen.

In einer ersten Schockphase sitzt die Gewissheit, ungewollt kinderlos zu bleiben, tief. Oftmals setzt daraufhin eine Verleugnungsphase ein. Das Aufsuchen zahlreicher Ärzte und teils irreale Hoffnungen sind typisch für diese Zeit. Auch eine sich hieran anschließende Phase der Wut über das eigene Schicksal ist völlig normal. Die Wut kann sich dabei gegen den Partner, gegen sich selbst, aber auch gegen Frauen mit Kindern richten.

In einer vierten Phase kommt es oft zu Schuldgefühlen. So machen sich viele Frauen Schuldgefühle, dass sie kein Kind bekommen können und haben Angst, das Leben weiter nicht bewältigen zu können. Deswegen sind auch Phasen der Isolierung nichts Ungewöhnliches. Die Gesellschaft von Kindern kann von Betroffenen manchmal in der Zeit nicht ertragen werden.

Das Wichtigste in Kürze

Kinderlosigkeit und Depressionen

Kinderlosigkeit akzeptieren zu müssen kann manche Paare in eine Depression treiben. In dieser Phase erscheint manchmal das Leben sinnlos, eine Zukunft ohne Kinder scheint keinen Wert zu haben. Grundsätzlich sind solche Gedanken normal. Kinderlosigkeit akzeptieren gegen den eigenen Willen ist sehr schwer und kann von intensiven Gefühlen begleitet sein. Wichtig ist aber, sich hier Hilfe zu suchen, um nicht depressiv zu bleiben!

Mit einer Trauerphase beginnt oft die Verarbeitung der Kinderlosigkeit. Trauer beinhaltet dabei meist auch, wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Hiernach sollte es zu einer Phase der Akzeptanz kommen. Das Leben, auch ohne Kinder, hat wieder einen Wert.

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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