Weniger ist mehrDas brauchen Sie wirklich für die Baby-Erstausstattung

Viele werdende Eltern können es kaum erwarten, niedliche Babysachen einzukaufen. Doch brauchen Sie das alles wirklich? Mit diesen Tipps konzentrieren Sie sich bei der Baby-Erstausstattung auf das Wesentliche.

Baby Erstausstattung
Ein Kinderbettchen gehört für die meisten Eltern zur Erstausstattung des Babys dazu. © iStock, Getty Images Plus

So herzig, diese Baby-Strampler! Werdende Eltern schweben im Babyglück und können dem ausgiebigen Shopping häufig kaum widerstehen. Zudem bekommen sie laufend gut gemeinte Ratschläge, was bei der Erstausstattung auf keinen Fall fehlen darf. Schnell häuft sich so einiges an. Vieles davon benötigen Sie aber gar nicht. BabyAhoi verrät Ihnen, was Sie wirklich für die Erstausstattung Ihres Babys brauchen.

Schlafen 

Für das erste Lebensjahr raten Experten, das Baby mit im Elternschlafzimmer schlafen zu lassen. Sehr gut eignet sich ein Beistellbettchen, das Sie direkt neben Ihr Bett stellen. Achten Sie darauf, dass es stufenlos verstellbar ist und gut anschliesst, sodass keine Lücke zwischen den Matratzen entsteht. Manche Betten lassen sich später sogar zum Juniorbett umbauen.

Eine Alternative ist ein höhenverstellbares Gitterbettchen. Das Normalmass beträgt 70 mal 140 Zentimeter. Wichtig ist, dass der Abstand zwischen den Gitterstäben mindestens 45 Millimeter und höchstens 65 Millimeter beträgt. So besteht keine Gefahr, dass das Baby seinen Kopf dazwischen steckt. Selbstverständlich muss das Gitterbett frei von scharfen Kanten sein. 

Statt Decke und Kissen sollten Sie einen Baby-Schlafsack nutzen. Das senkt das Risiko für den plötzlichen Kindstod um 20 Prozent. Meistens passen Neugeborenen in einen Schlafsack mit einer Länge von 20 bis 55 Zentimetern. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen: Körpergrösse minus Kopflänge plus zehn Zentimeter. Der Schlafsack sollte zudem einen abgedeckten Reissverschluss haben, um Verletzungen zu vermeiden. Am besten besorgen Sie zwei, dann haben Sie einen zum Wechseln.

Baden

Wenn ihr Baby noch klein ist, können Sie es in einem Badeeimer waschen. Der Vorteil: Das Baby kann nicht weggleiten. Eine Babywanne bietet mehr Platz und ist länger verwendbar. Zudem gibt es faltbare Wannen, die sich platzsparend verstauen lassen.

Waschgel oder Babyzusätze können Sie hinzugeben, wenn Ihr Kind sich wirklich dreckig gemacht hat. Sonst reicht auch ein Spritzer Olivenöl oder Milch im Wasser völlig aus. Das pflegt die zarte Haut. Möchten Sie Babyöl fürs Massieren verwenden, sollten Sie ein hochwertiges, parfümfreies Öl kaufen.

Auch eine weiche Babybürste für den Kopf, eine Nagelschere mit abgerundeten Spitzen und ein Badethermometer sind eine sinnvolle Anschaffung. Ein Handtuch mit Kapuze ist kuschelig und hält nach dem Baden schön warm.

Wickeln

Wegwerfwindeln haben verschiedene Grössen. Am Anfang müssen Sie nur wenige Packungen in Grösse eins kaufen. Da Ihr Baby schnell wächst, können Sie meist rasch auf die nächste Grösse umsteigen, die häufig billiger ist. Manche Eltern verwenden stattdessen Stoffwindeln fürs Baby. Diese sind aufgrund des häufigen Waschens mit mehr Aufwand verbunden, aber auch umwelt- und hautfreundlicher.

Die wichtigsten Onlinebörsen für Babyausstattung

Das sind die drei grössten Schweizer Onlinebörsen für gebrauchte und neue Babyausstattung: Tutti.chRicardo.ch und Anibis.ch

Ideal ist eine Wickelkommode, die ungefähr bis zur Höhe Ihres unteren Bauches reicht. So wird Ihr Rücken entlastet. Auf der Kommode sollte ein Wickelaufsatz mit hohen Aussenrändern frei von scharfen Kanten liegen. In den Schubladen der Kommode lassen sich Handtücher, Windeln und Kleidung verstauen. 

Eine Wickelunterlage garantiert eine stabile Lage fürs Baby. Sie sollten immer zusätzlich ein weiches Handtuch unterlegen. Einen speziellen Windeleimer müssen Sie nicht kaufen, aber ein Mülleimer mit einem fest schliessenden Deckel sollte es schon sein. Im Winter kann eine Heizlampe über dem Wickeltisch aufgehangen werden. 

Manche Eltern verzichten aus Angst vor Stürzen vom Wickeltisch ganz auf dieses Möbelstück und ziehen ihr Baby auf dem Bett oder dem Teppich um. Genauso brauchen andere Eltern auch keine oder kaum windeln, weil sie das Neugeborene von Anfang an abhalten.

Anziehen

Am besten sechs Bodys in den Grössen 56 oder 62 besorgen. Im Winter sind gefütterte oder aus dicker Wolle gewebte Bodys praktisch. Strampelanzüge sind ebenfalls nützlich. Da diese ein beliebtes Geschenk zur Geburt sind, lieber wenige selbst kaufen. Nachgekauft werden kann immer. Sie können Ihrem Baby statt einen Strampler auch ein bequemes Höschen mit breitem Gummibund über den Body ziehen, das finden manche Eltern zum Wickeln sogar praktischer.

Acht Paar Söckchen und wahlweise zwei Strumpfhosen halten die kleinen Füsschen warm. Und wenn Sie mal ein Paar verlieren, auch nicht tragisch. Wichtig ist, dem Baby draussen eine Mütze auf den empfindlichen Kopf zu ziehen. Je nach Jahreszeit kann auch drinnen ein dünnes Baumwollmützchen getragen werden.

Essen

Fürs Stillen benötigen Sie kaum etwas. Gute Still-BHs, Stilleinlagen und eine Brustwarzensalbe ohne Mineralöl wie zum Beispiel aus Lanolin reichen völlig aus. Wenn Sie Milch abpumpen möchten, brauchen Sie Milchpumpen, einen Muttermilchbehälte, und Flaschen zum Füttern. Möchten Sie Anfangsnahrung füttern, benötigen Sie sechs Flaschen inklusive Sauger und Flaschenbürste. Praktisch ist auch ein Sterilisator.

Einen Flaschenwärmer brauchen Sie nicht unbedingt, dennoch ist dieser hilfreich. Sie können ihn auch später noch zum Aufwärmen von Gläschenkost oder zum Auftauen von eingefrorener Muttermilch verwenden. Sollte Ihr Baby nach oder während dem Essen Milch ausspucken, sind Mullwindeln nützlich. Diese können sie einfach über Ihre Schultern legen, so bleibt Ihre Kleidung etwas sauberer.

Sie möchten, dass Ihr Baby schon jetzt mit am Tisch sitzt? Babyaufsätze für Hochstühle ermöglichen, dass selbst die Kleinsten mit in der Runde sitzen beziehungsweise liegen können.

Unterwegs

Das alles brauchen Sie für Babys Erstausstattung.
Zur Erstausstattung des Babys kann zum Tragen ein Tragetuch hilfreich sein. © iStock, Thinkstock

Eine Babyschale fürs Auto ist unerlässlich. Am besten platzieren Sie diese auf der Rückbank auf der rechten Seite. So können Sie ihr Baby beim Aussteigen immer vom Bürgersteig aus herausheben. Es empfiehlt sich, die Babyschale neu zu kaufen. So können Sie sicher gehen, dass alle Sicherheitsstandards noch intakt sind.

Wenn Sie sich doch für eine gebrauchte Babyschale entscheiden, fragen Sie den Vorbesitzer nach einer Gebrauchsanleitung und dem Baujahr. Denn manche Hersteller empfehlen, die Babyschale nur eine bestimmte Anzahl von Jahren zu nutzen. Der TCS hat 20 Modelle getestet. Die Testergebnisse finden Sie hier.

Der Kinderwagen muss stabil und einfach zu handhaben sein. Er sollte sich im Kofferraum des Autos verstauen lassen. Schwenkbare Vorderräder garantieren eine gute Wendigkeit. Eine Federung ist zudem von Vorteil, wenn Sie abseits des Asphalts unterwegs sind. Besonders praktisch ist ein Kombiwagen, der mitwächst: Das Modell lässt sich vom Säuglingswagen, in dem das Baby liegt, zum Sportwagen umfunktionieren, in dem das Kind sitzt.

Ihrem Baby wird es bestimmt gut gefallen, in einem Tragetuch eng an der Brust getragen zu werden. Sollten Sie sich nicht mit der Wickeltechnik anfreunden können, gibt es auch einfach zu schliessende Komforttragen.

Hausapotheke

Ihre Hausapotheke ergänzen Sie mit einem für Babys geeigneten Fieberthermometer. Kleine Wärmflaschen oder Kirschkernkissen sind ebenfalls angenehm. Babytaugliche Wundsalbe, insbesondere für den Windelbereich, wird häufig gebraucht. Ein Desinfektionsspray hilft bei kleinen Verletzungen. 

Ausleihen und Co. – die kostengünstigen Alternativen

Die Erstausstattung kann einiges kosten. Gerade bei Dingen, die ihr Baby nur kurz braucht, ist Ausleihen deshalb eine gute Alternative zum Kauf. Beispielsweise kann im Familienkreis gefragt werden, ob jemand ein Beistellbettchen oder einen Aufsatz für den Hochstuhl abzugeben hat.

Auch Kleidung kann geliehen werden. Auf speziellen Webseiten lässt sich Babykleidung in der passenden Grösse monatlich «mieten». Mögen Sie Flohmärkte? Dann können Sie auch dort gebrauchte Babysachen erstehen. Online via Tutti, Ricardo und Anibis ist das ebenfalls möglich.

Oder Sie fahren eine andere Taktik: Wenn Sie sich eine sehr hochwertige Ausstattung angeschafft haben, lässt sich diese später auch wieder teuer verkaufen.

Im Forum diskutieren