Muss ich mir Sorgen machen?Wenn das Baby schnell und unregelmässig atmet

Einmal atmet das Baby langsam und flach, dann plötzlich schnell und tief. Diese unregelmässige Atmung beunruhigt. So erkennen Sie, ob Grund zur Sorge besteht.

Wenn das Baby schnell und unregelmässig atmet

Alle zwei Stunden steht die Mutter auf, um nach Ihrem Baby zu schauen und die Atmung zu kontrollieren. Das Neugeborene schnaubt tief durch die Nase, der Brustkorb bewegt sich schnell auf und ab. Es verunsichert die Eltern sehr, wenn ihr Baby so ungleichmässig atmet. Wie sollen sie reagieren und wann sollten sie Hilfe holen?

Wichtig zu wissen: Kurze Atemaussetzer und hastige Atemzüge sind normal. Babys müssen zuerst lernen, wie ihre Atmung funktioniert.

Die Atmung des Babys muss sich erst entwickeln

Das Wichtigste in Kürze

  • Unregelmässiges Atmen bei Babys ist normal.
  • Auffällige Geräusche, wenn das Baby atmet, können am restlichen Fruchtwasser in der Lunge liegen.
  • Spätestens wenn das Baby mehrmals über 10 Sekunden nicht mehr atmet und blau anläuft, sollten Sie dringend den Arzt kontaktieren.

In den ersten drei Monaten wird das unregelmässige Ein- und Ausatmen beim Baby als «periodisches Atmen» bezeichnet. Das Herz des Säuglings schlägt schneller als bei einem Erwachsenen. Um seine Lunge zu füllen, muss es häufiger atmen. Beim Schlafen hört sich das manchmal wie ein Schnauben an, teils gekoppelt mit einem pfeifenden Geräusch.

Das Baby muss sich nach der Schwangerschaft erst an die neuen Umweltreize gewöhnen. Zum Beispiel unbekannte Gerüche und trockene Räume. Es versucht, diese beim Schlafen zu verarbeiten, was wiederum Einfluss auf die Atmung nimmt. Atemaussetzer von bis zu fünf Sekunden sind daher üblich. Auch beim Stillen übt das Baby durch die Nase zu atmen. Es kann sich Schleim in der Nasenhöhle bilden, der sich wie ein schnarchendes Schnaufen anhört.

So funktioniert die Atmung des Babys.
Mal tief, mal flach: Neugeborene atmen unregelmässig, was völlig normal ist. (Bild: Wavebreakmedia-Ltd)

In der Gebärmutter müssen Babys nicht selbstständig atmen. Die Mutter hat den Fötus über die Plazenta durch die Nabelschnur mit Sauerstoff versorgt. Auch vom Fruchtwasser hat sich das Baby ernährt. Während es im Bauch bereits die Atmung übt, gelangt Flüssigkeit in die Lunge. Diese wird nach und nach abgebaut, die Lunge kann aber nach der Geburt noch Flüssigkeitsreste enthalten, die das Baby abhustet, um richtig atmen zu können.

Prüfen Sie auch, ob Ihr Baby Fieber oder eine Erkältung hat. Bei solchen Erkrankungen hört sich die Atmung oft angestrengt und schnell an.

Hinzu kommt, dass sich mit der Entwicklung des Säuglings seine Atmung verändert. Es atmet in den ersten drei Monaten durchschnittlich 30 bis 60 Mal pro Minute, bei einem Puls von 100. Bis zum Kleinkind dagegen nur noch 20 bis 30 Mal pro Minute mit einem Puls von 120 bis 140.

Atmet das Baby manchmal beängstigend leise, dass es kaum sichtbar ist? Mit diesen 3 Tipps können Sie sich über die Atmung des Babys vergewissern:

  1. Legen Sie Ihre Hand auf den Brustkorb und fühlen Sie die Auf- und Abbewegung.
  2. Gehen Sie mit dem Gesicht nahe zur Nase und zum Mund des Babys, fühlen und hören Sie sein Atem.
  3. Sie können Sie das Baby im gleichen Zimmer schlafen lassen, um eine bessere Kontrolle zu haben.

Wann Sie bei der Atmung des Babys während es schläft, vorsichtig sein müssen:

  • Wenn das Baby wiederholt mehr als 60 Mal pro Minute atmet.
  • Wenn das Baby kräftige Geräusche von sich gibt und zusätzlich schwere Atemzüge nimmt, etwas hyperventiliert und sich dabei die Muskulatur am Nacken und Körper verkrampft.
  • Hohe Alarmbereitschaft gilt beim Sauerstoffmangel. Er macht sich bemerkbar, wenn sich Gesicht, Lippen, Hände und Füsse blau färben.
  • Mehrere Atemaussetzer von über 10 Sekunden.
  • Wenn das Baby zu heiss eingepackt ist, stark schwitzt und beginnt, kräftig nach Luft zu schnappen.
  • Wenn sich der Säugling verschluckt oder bellend hustet.

In diesen Fällen sollten Sie vorsichtig sein oder direkt einen Arzt aufsuchen.

Von Melina Maerten, Titelbild: Purestock

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