Gute Pfunde, schlechte PfundeWie das Körpergewicht die Fruchtbarkeit beeinflusst

Fruchtbarkeit hat ein Wohlfühlgewicht. Sowohl Unter- wie auch Übergewicht können es erschweren, schwanger zu werden. Das betrifft übrigens nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer.

Über- und Untergewicht bei Kinderwunsch

Dem idealen Körpergewicht kommt im Hinblick auf die Fruchtbarkeit eine wichtige Bedeutung zu. Dieses liegt bei einem Body-Mass-Index (BMI) von 20 bis 26 und weist den Fettanteil aus, mit dem Menschen am fruchtbarsten sind.

Über- und Untergewicht kann Probleme beim Kinderwunsch verursachen.
Zu viel Fettanteil kann das Schwanger werden erschweren. (Bild: Wavebreakmedia/iStock, Thinkstock)

Untergewicht und Kinderwunsch: Schwanger werden ist schwierig

Wird ein BMI von 20 unterschritten, spricht man von Untergewicht, welches neben enormem Gewichtsverlust sowie extremem Leistungssport den Hormonhaushalt empfindlich beeinflusst. Dies führt im Gehirn einer Frau zu einer geringeren Produktion des Hormons GnRH (Gondatropin Releasing Hormon), wo GnRH die Freisetzung von luteinisierendem sowie follikelstimulierendem Hormon erzeugt. Diese sind für die Reifung der Eizellen in den Eierstöcken verantwortlich.

Werden die Hormone nicht mehr zuverlässig produziert, werden der Eisprung und die Regelblutung unregelmässig oder bleiben sogar gänzlich aus. Des Weiteren verringert sich die Produktion der Östrogene. Darüber hinaus nimmt die Gebärmutterschleimhaut eine befruchtete Eizelle weniger gut auf.

Bei Männern hingegen kann Untergewicht zu einer reduzierten Anzahl sowie einer Funktionseinschränkung der Spermien führen.

Wie Übergewicht den Kinderwunsch erschwert

Die Gesundheitsbefragung des Bundesamts für Gesundheit zeigte, dass 2012 etwa 30 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer übergewichtig waren, Tendenz steigend. Das mag auch daran liegen, dass sich bereits die Jugend zu wenig bewegt, wie die Gesundheitsförderung Schweiz berichtet. Überschreitet der Fettanteil im Körper der Frau das Idealmass, wirkt sich das auf ihren Zyklus aus. Das Fettgewebe verhält sich wie ein hormonproduzierendes Organ, was neben allgemeinen Zyklusunregelmässigkeiten auch zu einem erhöhten Spiegel an männlichen Hormonen führt. Dadurch wird die reguläre Entwicklung der Follikel beeinträchtigt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Liegt der Body Mass Index (BMI) unter 20, können bei Frauen Eisprung und Regel unregelmässig kommen und eventuell befruchtete Eizellen schlechter aufgenommen werden. Bei Männern kommt es dadurch oft zu weniger und funktionseingeschränkten Spermien.
  • Bei einem BMI über 26 können bei Frauen der Eisprung und die Entwicklung der Follikel beeinträchtigt sein. Bei Männern kommt es oft zu einer erektile Dysfunktion und weniger Spermien.

Hinzu kommt, dass der Eisprung entweder unregelmässig auftritt oder gänzlich ausbleibt. Das PCO- Syndroms (Polyzystische Ovarien) kann ebenfalls häufiger auftreten. Ohne dass ein Eisprung eintritt bilden sich hierbei Zysten aus dem heranreifenden Eifollikeln. Bei Männern wirkt sich Übergewicht in Form eines verringerten Testosteronspiegels sowie erektiler Dysfunktion aus. Ausserdem kommt es zur Verminderung der Neubildung von Spermien (Spermiogenese).

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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