Neues Leben entstehtEinnistung: Das passiert jetzt im Körper

Mit der Einnistung in die Gebärmutter dockt sich der Embryo an den Körper der Mutter an. Einige Frauen spüren die Nidation, andere haben Blutungen. Alle Fakten zur Einnistung.

Einnistung: Das passiert im Körper
Mit der Einnistung des Embryos in die Gebärmutter beginnt die 4. Schwangerschaftswoche. © Unsplash

Still und leist bereitet sich der Körper auf die Versorgung des Embryos vor. Der Hormonhaushalt verändert sich, die befruchtete Eizelle wandert zur Gebärmutter, teilt sich, die Zellen spezialisieren sich, der Embryo wächst. Die werdende Mutter bekommt von diesen Vorgängen noch nichts mit.

Doch ab dem Moment, in dem sich der Embyro in die Gebärmutterschleimhaut einnisten muss, um weiter mit Nährstoffen versorgt zu werden, verrät er sich mit kleinen Zeichen. Das ist im Verlauf der 4. Schwangerschaftswoche der Fall. Alle Details zu dem Wunder der Natur, das die Ärzte auch Nidation nennen.

Der Weg der Eizelle zum Nistplatz

Nach dem Eisprung macht sich die Eizelle auf die Reise durch einen der zwei Eileiter in Richtung Gebärmutter. Trifft sie auf ihrem Weg auf Spermien, wird es spannend. Jetzt, zu Beginn der 3. Schwangerschaftswoche, kann eine Befruchtung stattfinden.

Dabei dringt eine Samenzelle in die Eizelle ein. Die Kernmembranen der beiden Kerne lösen sich auf, die Chromosomen ordnen sich neu an. Dadurch entsteht die erste embryonale Stammzelle des neuen Organismus, mit individuellen Genom. Diese Zelle, auch Zygote genannt, teilt sich beständig und entwickelt sich erst zur Morula und dann zur Blastozyste weiter.

Von der Befruchtung bis zur Einnistung des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut dauert es zwischen drei bis zehn Tage – Dr. med. Peter Dörffler, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Bis die Blastozyste in der Gebärmutter ankommt, vergehen rund fünf Tage. Nun beginnen die rund 100 Zellen, sich zu spezialisieren. Die äusseren Zellen bilden die Plazenta, den Mutterkuchen, aus den inneren Zellen wird sich der Embryo entwickeln.

Wann die Nidation stattfindet

Bevor sich die Blastozyste in die Gebärmutterschleimhaut einnistet, sucht es einen guten Platz. Bis zur Entscheidung können einige Tage vergehen. Meist beginnt die Nidation am siebten Tag nach der Befruchtung. Bei einem Zyklus von 28 Tagen am 19. Tag. Bis zum 24. Tag sollte sie abgeschlossen sein. Um den Zeitpunkt der Nidation zu bestimmen, hilft der Eisprungrechner von BabyAhoi.

So läuft die Einnistung ab

Durch die hormonelle Umstellung ist die Gebärmutterschleimhaut schon auf ihren baldigen Gast vorbereitet. Dank HCG und Progesteron ist sie dicker und gut mit Nährstoffen versorgt, die die Blastozyste dringend braucht. Denn diese wurde bisher nur von einem Nährstoffpaket versorgt, das die Eizelle nach dem Sprung aus dem Follikel mit sich getragen hat.

Damit die aus gut 100 Zellen bestehende Blastozyste weiter wachsen und gedeihen kann, muss sie sich im Uterus einnisten. Von ihrem Platz in der Gebärmutterwand nimmt sie Kontakt mit dem Blutkreislauf der Mutter auf. Dieser Vorgang, den Mediziner Implantation nennen, dauert einige Tage.

Der Trophoplast ist eine Meisterleistung der Evolution – Max-Planck-Gesellschaft

Dazu sondern die äusseren Zellen der Blastozyste, die Trophoblast-Zellen, Enzyme ab. Diese lösen einige Zellen in der obersten Schicht der Gebärmutterschleimhaut auf. Der Embryo kann sich nun in das Bindegewebe der Schleimhaut schieben. Über ihm wachsen neue Hautzellen und schließen die Wunde.

Während des Einnistens nimmt der Embryo Fette, Proteine, Zucker und Reste der zerstörten Schleimhaut auf und verdoppelt dadurch seine Grösse.

Im Trophoblasten entstehen, laut einer Studie der Max-Planck-Gesellschaft, kleine, mit Blut gefüllte Hohlräume, den sogenannten Lakunen. Schließlich lösen die Zellen des Trophoblasten die mütterlichen Blutgefäße in der Gebärmutterschleimhaut teilweise auf. Schon elf Tage nach der Befruchtung sind Embryo und Mutter miteinander verbunden.

Zum Ende der vierten Schwangerschaftswoche, der zweiten Woche nach der Befruchtung, kann mütterliches Blut in die Lakunen einströmen und sie durch kleine Blutgefäße wieder verlassen. Auf diese Weise wird der Embryo von nun an rund neun Monate lang von der Mutter mit allen lebensnotwendigen Ressourcen versorgt.

Gibt es den Einnistungsschmerz?

Manche Frauen spüren die verschiedenen Abschnitte in ihrem Zyklus wie den Eisprung und die Einnistung. Das ist möglich, aber laut Studien sehr selten präzise. Eindeutige Symptome für die Einnistung gibt es nicht. Meist merken die Frauen noch gar nichts von den Vorgängen in ihrem Körper. Die Menstruation wird erst in einigen Tagen ausbleiben.

Was die Einnistungsblutung ist

Tatsächlich werden bei der Einnistung kleine Blutgefässe in der Gebärmutter verletzt. Auch während die embryonalen und mütterlichen Gefässe zusammenwachsen, kann es zu leichten Blutungen kommen. Meist sind es nur wenige Tropfen und sehr helles Blut. Dadurch ist es von der normalen Regelblutung zu unterscheiden. Frauenärzte sprechen in diesem Fall von einer Nidationsblutung oder Implantationsblutung.

Diese Schmierblutungen sind harmlos und kommen bei rund einem Viertel aller Frauen vor. Nach vier Tagen sollten sie vorbei sein. Vorsicht ist geboten, wenn sie stärker werden und Schmerzen hinzukommen. Dann könnte es sich um eine Fehlgeburt handeln.

Die Schwangerschaft feststellen

Ab der Einnistung ist die Schwangerschaft nachweisbar. Sie lässt sich durch erste hormonelle Hinweise im Blut nachweisen oder mit einem Schwangerschaftstest über den Urin feststellen. Ausschlaggebend ist das weibliche Hormon HCG. Das Humane Choriongonadotropin kurbelt im Eierstock die Produktion eines weiteren Hormons an, das Progesteron.

Progesteron sorgt dafür, dass keine weiteren Eisprünge und auch keine Menstruationsblutung stattfinden. Stattdessen wird die Gebärmutterschleimhaut weiter aufgebaut und mit Nährstoffen versorgt. In der Frühschwangerschaft sind Fehlgeburten häufig. Mit der Einnahme von Folsäure kann das Risiko zum Beispiel von einem offenen Rücken verringert werden.

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