SchnulleralarmTipps zum Umgang mit Nuggis

Bereits im Mutterleib saugen Babys. Nach der Geburt dient der Saugreflex nicht nur dazu, die Nahrungsaufnahme über die mütterliche Brust oder die Flasche zu sättigen. Wie das Nuckeln auch die Selbstregulation fördert und das Baby beruhigen kann. 

Tipps zum Umgang mit Nuggis

Die Ausprägung des Bedürfnisses zu saugen, ist von Kind zu Kind verschieden, heisst es auf der Plattform der Stillförderung Schweiz. Viele Hebammen empfehlen, in etwa den ersten vier Lebenswochen keinen Nuggi zu geben, damit es nicht zur sogenannten Saugverwirrung kommt.

Zahnt ihr Baby, löst der Kaureflex den Saugreflex ab. Bei Übergang von der Brei- zur Vollkost, sollte der Nuggi also langsam abgewöhnt werden. 

Vorteile des Nuggis

Zwischen den Stillzeiten beruhigt ein Nuggi das Baby. (Bild: kasiap/iStock, Thinkstock)

Der grösste Vorteil des Baby-Nuggis ist, dass der sogenannte Beruhigungssauger Babys und Kleinkinder im wahrsten Wortsinne beruhigt. Besonders bei grossem Saugbedürfnis können Sie mit dem Nuggi für Zufriedenheit zwischen den (Still-)Mahlzeiten sorgen, ihn immer unterwegs dank Nuggiketten gesichert an Babyschale oder Buggy dabei haben und am Abend dient er als Einschlafhilfe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Saugen ist kieferformend und deshalb in der frühkindlichen Gebissentwicklung wichtig.
  • Nuggis führen nachweislich zu einer Verringerung des Risikos des plötzlichen Kindstods.
  • Regelmässig den Nuggi sterilisieren.
  • Die Dosis und das Modell sind für die Verwendung massgeblich.

Neueren Forschungsergebnissen zufolge kann ein Nuggi dem plötzlichen Kindstod (SID-Prävention) vorbeugen helfen, da das Baby mithilfe des Schnuller lernt, im Schlaf die Atmung besser zu steuern und daher ein plötzlicher Atemstillstand in Tiefschlafphasen unwahrscheinlicher wird. Kieferorthopäden raten vom kindlichen instinktiven Daumenlutschen ab; in jedem Falle ist der Baby-Nuggi für das Gebiss weniger schädlich und verursacht weniger Spangenbehandlungen als der Daumen. 

Nachteile des Nuggis

Auch Daumenlutschen kann das Gebiss verschieben. (Bild: emeliemaria/iStock, Thinkstock)

Das Dauerlutschen am kleinen Plasiktröster kann nach Meinung der Nuggi-Kritiker zu Kiefer- und Zahnfehlstellungen sowie häufigeren Mittelohrentzündungen führen und möglicherweise die Sprachentwicklung über die Vermeidung des Brabbelns verzögern. Auch die sukzessive Entwöhnung ist nicht zu vernachlässigen obwohl es mittlerweile auch die Nuggifee gibt oder Nuggibäume im öffentlichen Raum.

Tipps für den Alltag mit Nuggis

  • Vor dem Erstgebrauch und danach in regelmässigem Turnus sollten Sie den Nuggi sterilisieren beziehungsweise aus hygienischen Gründen alle paar Wochen durch ein neues Modell ersetzen. Auch wenn ihr Baby mal einen Nuggi unterwegs hinschmeissen wird, sollten Sie immer Ersatz dabei haben. Es empfiehlt sich ausserdem die Nutzung von Nuggiketten, die zudem ein tolles buntes Spielzeug für unterwegs sind.
  • Sie sollten es vermeiden, den Nuggi in Ihrem Mund abzulecken und zu reinigen; so können Sie langfristig die Mund- und Zahngesundheit Ihres Kindes schädigen und Bakterien übertragen. Sie sollten den Nuggi so selten wie möglich und als ultima ratio einsetzen. Ihr Kind muss letztlich lernen, sich aus eigener Kraft zu beruhigen. Beim vertieften Spiel gehört der Schnuller ebenfalls aus dem Mund.

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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