Die Nuggifee kommtWie Sie Ihrem Baby spielerisch den Nuggi abgewöhnen

Viele Kinder lieben den Nuggi genauso sehr wie ihr Plüschtier. Irgendwann kommt die Zeit, wo das Kind einen Schritt nach vorne macht und den Nuggi nicht mehr braucht. So schaffen Sie es, den Nuggi sanft zu entwöhnen.

Die Nuggifee kommt

Für Säuglinge ist der Nuggi ein bedeutungsvoller Begleiter: Er befriedigt das Saugbedürfnis, tröstet und hilft beim Einschlafen. Und in unzähligen Situationen sind Mütter froh und dankbar, wenn Sie den Nuggi dabei haben: Ob im Auto, im Supermarkt oder beim Telefonieren – wenn man ein quengelndes, unzufriedenes Kind beruhigen will, gibt es fast nichts Effizienteres als ein Nuggi.

Erst wenn die ersten Zähnchen kommen und das Kind zu plaudern beginnt, ist der Nuggi ein Störfaktor. Eine Studie der Universität Iowa weist nach, dass wenn über das dritte Lebensjahr hinaus genuckelt wird, bleibende Gebissschäden drohen.

Dem Kind Zeit lassen

Die meisten Kinder nuckeln am Ende des dritten Lebensjahres nicht mehr. Bis es soweit ist, braucht es aber einiges an Einsatz und Ideenreichtum der Eltern, denn kaum ein Kind rückt freiwillig seinen Nuggi heraus. Und wer ihn einfach verschwinden lässt, muss damit rechnen, dass sich das Kind einen Ersatz sucht, beispielsweise den Daumen, und damit seinem Gebiss ebenfalls nichts Gutes tut. Geben Sie dem Kind also genügend Zeit, um sich von seinem treusten Begleiter zu trennen.

Nuggi ja oder nein? Lesen Sie hier die Vor- und Nachteile zum Umgang mit einem Nuggi

Bewährt hat sich die Abmachung mit dem Kind, dass am Tag nicht mehr genuckelt wird beziehungsweise dass nur noch an bestimmten Orten (im Auto, im Bett) ein Nuggi erlaubt ist. Während des Tages verzichten dann auch viele Kinder relativ schnell auf den Nuggi – schon nur, weil es ihnen vor anderen Kindern peinlich sein könnte. Sehr viel schwieriger ist es, auch nachts ohne Nuggi auszukommen. Um das Kind dauerhaft zu entwöhnen, müssen Eltern deshalb oft in die Trickkiste greifen.

Wie Sie Ihrem Baby den Nuggi abgewöhnen.
Märchenhaft! In der Geschichte holt die Nuggifee, wenn das Baby schläft, den Nuggi. (Bild: eugenesergeev/iStock, Thinkstock)

5 Möglichkeiten, wie die Entwöhnung klappt

  1. Nuggifee: Erzählen Sie dem Kind die Geschichte von der Nuggifee, die nachts den Nuggi holt und diesen einem anderen, kleineren Kind gibt, das keinen hat. Dafür legt die Fee (beziehungsweise das Mami) eine kleine Überraschung auf den Nachttisch.
  2. Der Samichlaus oder im Frühling der Osterhase sind ebenfalls gute Partner in Sachen Nuggi. Machen Sie mit Ihrem Kind frühzeitig aus, dass dieser den Nuggi mitnehmen wird. Selbstverständlich gibt es dafür auch ein Chlaussäckli oder einen kleinen Schoggihasen.
  3. Schmusetuch: Manche Kinder lassen sich überreden, den Nuggi gegen ein Schmusetuch oder ein Plüschtier einzutauschen – ein guter Ersatz für Kinder, die den Nuggi vor allem als Einschlafhilfe brauchen.
  4. Postversand: Packen Sie alle Nuggis in ein Päckli und schicken Sie sie an eine Geheimadresse oder die Adresse vom Grossmami oder der Gotte, welche dann anonym ein kleines Geschenk zurückschickt.
  5. Zu welchem Trick Sie aber auch immer greifen, lassen Sie dem Kind Zeit und setzen Sie es nicht zu sehr unter Druck. Manche Kinder brauchen etwas länger, bis sie ganz ohne auskommen können.

Auf diese Art sollten Sie den Nuggi nicht abgewöhnen

  • Geben Sie niemals Zucker, Honig oder gar Alkohol auf den Nuggi. Alkohol schädigt das Hirn des Babys, Honig und Zucker begünstigen Karies.
  • Nehmen Sie selber nie den Nuggi aus Reinigungsgründen in den Mund. Das ist unhygienisch und überträgt Bakterien der Mundflora, zum Beispiel Soor. Und es fördert Karies beim Kind.
  • Ersetzen Sie den Nuggi nicht durch Dauernuckeln am Schoppenfläschli. Dies erst recht nicht, wenn das Fläschli mit Süssgetränken gefüllt ist.
  • Verwenden Sie keine Bänder oder Ketten, um den Nuggi am Kind festzumachen, weil es sich damit strangulieren könnte.
  • Werfen Sie defekte Nuggis weg. In der Regel sollte man den Nuggi so alle zwei bis drei Monate entsorgen beziehungsweise ersetzen.
  • Achten Sie darauf, dass das Kind nicht mit dem Nuggi im Mund spricht, weil das die Sprachentwicklung stören könnte.

Von Marianne Siegenthaler, Melina Maerten,Titelbild: iStock, Thinkstock

 

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