Vorteile der MuttermilchWarum und wie lange Stillen Sinn macht

Dass das Stillen von unschätzbarem Wert für die Gesundheit von Säuglingen ist, bestreitet heute niemand mehr. Doch viel diskutiert wird über die Frage, wie lange ein Kind gestillt werden sollte.

Stillen - warum und wie lange?

Die Bestandteile von Muttermilch wie Eiweiss, Fett, Kohlenhydrate und Vitamine entsprechen in idealer Weise den Bedürfnissen von Säuglingen und beeinflussen daher die Immunabwehr von Babys positiv. Gestillte Kinder erkranken beispielsweise seltener an Allergien. Muttermilch schützt sogar vor Karies, so der Berufsverband schweizerischer Stillberaterinnen. Laut Europäischem Institut für Stillen und Laktation senkt das Stillen auch das Risiko für Asthma. 

Wenn möglich, dann Muttermilch fürs Neugeborene

Fast alle Frauen wollen ihr Neugeborenes stillen. Nur wenige entscheiden sich dafür, ihr Baby ausschliesslich mit künstlicher Säuglingsnahrung zu ernähren. Doch wenn Mütter mit Stillproblemen wie wunden oder blutenden Brustwarzen oder einer zur geringen Milchmenge zu kämpfen haben, steigen sie oft früher auf das Fläschchen um.

Bis vor wenigen Jahren empfahlen Experten eine Mindeststillzeit von sechs Monaten. Doch neueste Studien sagen etwas anderes: Demnach profitieren Babys, die vier Monate voll gestillt wurden, bereits optimal von den gesundheitlichen Vorteilen des Stillens. Sie haben kein höheres Allergie-Risiko als Kinder, die länger gestillt wurden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Muttermilch ist die ideale Ernährung für Babys. Sie enthält alles, was Säuglinge brauchen und schützt diese vor vielen Krankheiten.
  • Generell wird daher eine Stillzeit von sechs Monaten empfohlen.
  • Auch kürzere Stillzeiten bringen aber viele gesundheitliche Vorteile für das Kind.

Eine kürzere Stillzeit

Manche Frauen haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie es nicht «schaffen», wie von der WHO empfohlen, ihr Kind mindestens vier Monate zu stillen. Sie empfinden sich als schlechte Mütter. Diese Gedanken führen oft zu Stress und Unausgeglichenheit, was sich wiederum negativ auf die Mutter-Kind-Beziehung auswirken kann.

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Dabei ist ein schlechtes Gewissen gar nicht nötig, denn selbst eine kurze Stillzeit hilft dem Säugling in seiner Entwicklung. Ausserdem enthält auch künstliche Säuglingsnahrung alles, um ein Kind gesund zu ernähren. Ein Kind kann sich auch ohne Muttermilch gut entwickeln.

Ein Baby sollte mindestens 4 Monate gestillt werden. (Bild: Marcin Balcerzak/iStock, Thinkstock)

Möglichst lange stillen

Damit ihr Kind möglichst viel von den positiven Auswirkungen des Stillens profitiert, stillen einige Mütter ihr Kind deshalb länger als sechs Monate. Natürlich starten auch diese Kinder spätestens ab einem Alter von sechs Monaten ihre ersten Essversuche mit Beikost – aber das Stillen bleibt für sie sehr wichtig.

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Mutter und Kind geniessen diese intensive Still-Beziehung oft sehr. Kinder fühlen sich durch den Körperkontakt geborgen und entwickeln so eine sichere Bindung zur Mutter. Es spricht auch nichts dagegen, das liebevolle Still-Ritual auch im Kleinkind-Alter beizubehalten. Leider begegnen Frauen, die ein Kleinkind stillen, noch vielen Vorurteilen. Sie wollen ihr Kind schnell und ohne grossen Aufwand trösten, heisst es.

Doch Kinder wissen instinktiv, was ihnen in schwierigen Situationen weiter hilft und würden sich ohnehin nicht gegen ihren Willen an die Brust anlegen lassen. Experten sagen, dass Kinder, die lange gestillt werden, oft gesünder und emotional ausgeglichener sind als nicht gestillte Kinder. Sie zeichnen sich auch durch ein besseres Sozialverhalten aus.

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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