AnsteckungsgefahrRöteln beim Baby - Was muss man wissen?

Bereits im Bauch bekommt das Baby Abwehrstoffe der Mutter und ist so durch Infektionskrankheiten nach der Geburt geschützt. Vor Röteln bei Neugeborenen gibt es aber keinen unmittelbar wirksamen Schutz.Vorbeugung durch Impfung und Kenntnis über die Krankheit helfen weiter.

Röteln beim Baby - Was muss man wissen? 

Röteln Symptome - nicht immer eindeutig

Es zeigt sich ein blasser rötlicher Hautausschlag mit abgegrenzten Flecken, die nicht wie bei Masern zusammenfliessen und auch kleiner sind als bei Masern. Schon vor dem Hautausschlag zeigen sich andere eher unspezifische Röteln Symptome:

Bei meist wenig beeinträchtigtem Allgemeinbefinden besteht möglicherweise leichtes Fieber. Schnupfen und Bindehautentzündung können dazu kommen. Die Lymphdrüsen im Nacken und hinter den Ohren können anschwellen. Gelegentlich machen sich auch Gelenkschmerzen bemerkbar. Bei einer Inkubationszeit von 14 bis 23 Tagen findet die Ansteckung schon einige Tage vor dem Auftreten des Hautausschlags statt.

Bei einer stillen Feiung können Röteln Symptome auch völlig fehlen. Auf diese Weise verläuft etwa die Hälfte der Erkrankungen. Verwechslung mit Ringelröteln, Masern oder sogar Windpocken ist möglich. Sicher festgestellt wird eine durchgemachte Rötelninfektion deshalb nur mit einer Blutuntersuchung, bei der die Antikörpertiter bestimmt werden.

Röteln gehören zu den Krankheiten, bei denen ein Ausschluss infektiös erkrankter Kinder vom Besuch einer Schule oder eines Kinderhorts empfohlen wird, heisst es auf der Plattform Guidelines.

Erfahren Sie Wichtiges über Röteln beim Baby.
 Impfung beugt Röteln bei Babys vor. (Bild: Gajus/iStock, Thinkstock)

Vorsicht in der Schwangerschaft

Schwangere sollten sich von jedem Menschen fernhalten, der an Röteln erkrankt ist. Sofern eine Schwangere nicht gegen Röteln geimpft ist und die Röteln auch nicht selbst durchgemacht hat, ist sie nicht gegen eine Infektion geschützt. Steckt sie sich an, kann es bei dem Kind zu einer Röteln-Embryopathie kommen - das bedeutet schwere Fehlbildungen.

Bei einer solchen Infektion während der Schwangerschaft handelt es sich um sogenannte angeborene Röteln, die anders sind als die erworbene Infektion nach der Geburt. Als Komplikationen bei angeborenen Röteln werden nach der Geburt Mittelohrentzündung, Lungenentzündung, aber auch Gehirnhautentzündung beobachtet. Je früher in der Schwangerschaft die Infektion erfolgt, desto gefährlicher ist das für das ungeborene Kind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Röteln sind eher harmlos.
  • Ausnahme: Schwangere dürfen wegen Gefahr von Missbildungen beim Kind keinen Kontakt zu Röteln-Infizierten haben.
  • Eine Immunisierung durch Infektion ist ohne Antikörper-Test nicht sicher feststellbar.
  • Impfung schützt.

Schutz durch Röteln Impfung

Für einen lebenslangen Schutz empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit zwei Dosen der Röteln Impfung. Dies soll in Kombination mit der Impfung gegen Masern und Mumps (MMR-Impfung) geschehen: Die erste Impfung soll im Alter von 12 Monaten, eine zweite im Alter von 15 bis 24 Monaten gegeben werden. Ohne Impfschutz sind Röteln bei Babys noch immer möglich.

Seit Einführung der MMR-Impfung hat sich die Situation für ungeborene Kinder deutlich verbessert. Nur noch alle zwei Jahre wird in der Schweiz ein Fall von angeborenen Röteln registriert. Davor gab es etwa 100 Schwangerschaftsabbrüche wegen Rötelnkontakt und 25-35 Fälle bei den angeborenen Röteln. Weil Röteln in Wellen alle 6 bis 9 Jahren gehäuft auftreten, ist es wichtig, Mädchen und Knaben zu impfen, um die Ausbreitung der Infektion effektiv zu unterbinden und Schwangere so zu schützen. Säuglinge mit erhöhtem Risiko (Frühgeborene, Epidemien oder bei Aufenthalt in Krippen) können die Impfung ab 9 oder auch schon ab 6 Monaten erhalten.

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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