Kraterlandschaft KopfKopfgneis und Milchschorf

Nichts ist zarter als Babyhaut, schwärmen Erwachsene mit ihren Falten, Narben und Schrunden an Gesicht und Händen. Doch auch Säuglinge haben Hautprobleme. Kopfgneis und Milchschorf sind nicht selten.

Unterschiede von Kopfgneis und Milchschorf

Die Hauterkrankungen, von denen Neugeborene häufig betroffen sind, lassen sich wegen nahezu identischer Erscheinungsbilder nur schwer unterscheiden. Oft finden Ärzte eine regelrechte Kraterlandschaft aus hellen, schorfigen Placken und rötlichen Rändern vor. Dabei kann es sich um einen Pilz, eine bakterielle Infektion oder um eine der beiden Babykrankheiten handeln.

Bei Kopfgneis abwarten oder ausbürsten

«Dermatitis seborrhoides infantum» ist einer der wissenschaftlichen Namen für dieses Phänomen. Das im deutschen Wort enthaltene «Gneis» bezeichnet laut Duden-Herkunftswörterbuch ursprünglich «glänzendes Schiefergestein». Vermutlich liegt dem fettig schimmernden, gelb-bräunlichen Schuppenbelag eine übermässige Talgproduktion zugrunde. Online-Gesundheitsdienste halten aber auch Abwehrreaktionen auf einen Hautpilz oder auf männliche Hormone für mögliche Ursachen.

Der Ratgeber Wochenbettberatung betont, dass bei der seborrhoischen Dermatitis keine Therapie nötig ist. Wenn das Aussehen der Kopfhaut die Eltern zu sehr störe, sei das mehrstündige Einweichen mit Öl und das spätere Ausbürsten ein sanfter Weg zu einer intakten Haut.

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Kopfgneis ist daran zu erkennen, dass er schon in den ersten Lebenswochen auftaucht und meistens nach dem dritten Monat wieder abklingt. Unter der Schorfkruste ist die Haut nur leicht gerötet. Das Wohlbefinden des Säuglings wird allem Anschein nach nicht beeinträchtigt. Beim Lösen der Hornstückchen besteht jedoch die Gefahr von Folgeerkrankungen. Pilze und Bakterien können sich auf den Wunden ansiedeln.

Das können Sie bei Kopfgneis und Milchschorf tun.
Bei Kopfgneis neigt das Baby zu fettigen Haaren. (Bild: Korchagin/iStock, Thinkstock)

Kein Kratzen und kein Alleingang bei Milchschorf

Der deutsche Name dieser Krankheit, die wissenschaftlich auch «Säuglingsekzem» heisst, beruht auf dem Vergleich des schuppigen Ausschlags mit Klecksen angebrannter Milch. Wie beim Kopfgneis überdeckt also eine gelbliche bis bräunliche Kruste die Kopfhaut. Wegen familiärer Häufung dieser Erkrankung gehen Ärzte hier indes von einer vererbten Überempfindlichkeit der Haut auf innere und äussere Reize aus.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gut für die Haut bei Kopfgneis und Milchschorf ist Haarewaschen mit reinem Wasser oder Allergiker-Shampoo, Rückfettung durch Vaseline oder Öle und behutsames Ausbürsten.
  • Kopfgneis gilt als harmlos, Milchschorf als therapiebedürftig.

Weil Milchschorf als erstes Anzeichen einer Neurodermitis angesehen wird und die entzündeten Stellen einen quälenden Juckreiz verursachen, ist eine Therapie unbedingt vonnöten. Laut hautarzt-zuerich.ch ist beispielsweise Urea in Form von Harnstoffsalbe hilfreich gegen Entzündungen und gegen das Eindringen von Mikroorganismen. Gerade bei Babys sei davon allerdings nur eine niedrige Dosis erlaubt.

Im Unterschied zum Kopfgneis entsteht der Milchschorf meistens erst nach dem dritten Lebensmonat und heilt, wenn er nicht in Neurodermitis übergeht, nach ungefähr einem Jahr ab. Die Schuppen bei dieser Krankheit sind härter und auch an Wangen, Hals, Handgelenken zu finden. Unter ihnen befinden sich stark gerötete, nässende Flecken. Für Diagnose und konkrete Behandlungstipps ist jedoch ein Arztbesuch unerlässlich.

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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