Koliken bei BabysDiese Erste Hilfe-Tipps lindern Bauchkrämpfe

Koliken bei Babys lösen heftige Bauchkrämpfe aus und lassen das Kind kaum zur Ruhe kommen. Mit Bauchmassage, Ernährung und Co. lassen sich die schmerzhaften Dreimonatskoliken lindern.

Dreimonatskoliken - So helfen Sie Ihrem Baby
Eine sanfte Bauchmassage kann die Kolik beim Baby lindern. © iStock / Getty Images Plus

Säuglinge leiden besonders in den ersten drei Monaten häufig unter Koliken. Diese sogenannten 3-Monats-Koliken zeigen sich in Form von Blähbauch, Bauchkrämpfen. Die Babys weinen viel und finden kaum Ruhe. Besonders häufig treten die Koliken bei Babys nach den Mahlzeiten und abends auf. Sie weinen sehr viel und haben Blähungen dabei, einen harten Bauch, ziehen die Beine hoch und drücken gleichzeitig den Rücken durch.

Warum genau die Blähungen auftreten, ist noch nicht geklärt. Als Gründe werden vermutet, dass das Nervensystem bei den Säuglingen noch nicht ausgereift ist, es Intoleranzen gibt, zu viel gegessen wird oder ein Ungleichgewicht von Schlafen und Essen gibt. Die Symptome könnne jedoch durch unterschiedliche Methoden abgemildert werden.

Wenn die Schreiphasen allerdings kein Ende nehmen, sollten sich überforderte Eltern Hilfe holen. Der Verein Schreibabyhilfe und Hebammen unterstützen Familien in dieser schwierigen Phase. 

1. Bauchmassagen gegen Koliken: Entspannung für Ihr Baby

Sanfte Babymassagen können gegen Blähungen und Koliken helfen und das Baby entspannen, vor allem eine Bauchmassage. Massieren Sie dazu vorsichtig mit warmen Händen den Bauch Ihres Kindes im Uhrzeigersinn den Bauch, nicht den Darmbereich. Ein Massageöl kann die Wirkung noch unterstützen. Die Hebamme Ingeborg Stadelmann empfiehlt für die Bauchmassage ein kaltgepresstes Pflanzenöl, dem die ätherischen Öle von Fenchel, Kümmel, Anis und Koriander beigemischt sind.

Danach wird dem Baby Heilwolle, ungesponnene Wolle, auf den Bauch gelegt, das wärmt. Die Wolle kann über Nacht auch mit einer Baumwollwindel am Bauch fixiert werden.

2. Strampeln gegen Bähungen und Koliken

Lassen Sie Ihr Baby gegen ein Kissen, Ihre Hand oder Ihren Bauch strampeln. Dadurch werden die Bauchmuskeln trainiert, die Verdauung angeregt und Luft herausgedrückt. Das mildert die Kolik ab .

Bewährt hat sich auch das «Abhalten». Bei dieser Technik halten Sie Ihr nacktes Baby an den Oberschenkeln und lehnen seinen Oberkörper gegen Ihren Bauch, um ihm Halt zu geben. Nun kann Luft aus dem Darm entweichen.

3. Ablenkung und Bewegung gegen die Bauchkrämpfe

Tragen Sie Ihr Kind ausserdem viel. Das altbekannte «Bäuerchen» hilft nach der Mahlzeit die erste Luft entweichen zu lassen. Dafür wird das Baby über die Schulter gelegt, dass Bauch und Brust anliegen und der Rücken leicht geklopft.

Auch der sogenannte «Fliegergriff» bietet Ablenkung von den Koliken und wirkt gleichzeitig wie eine sanfte Bauchmassage. Dafür legen Sie das Baby mit dem Bauch nach unten auf Ihren Unterarm, tragen und wiegen es in dieser Position herum.

Auch Tragetücher und andere Tragehilfen haben sich bei Bauchkrämpfen bewährt. Dadurch ist das Kind mit der Mutter viel in Bewegung. Alternativ fahren Sie mit dem Kinderwagen spazieren. Das Geschaukel tut gut und lässt Luft aus Bauch und Darm entweichen.  

4. Ernährung für stillende Mütter: Das hilft bei Koliken

Dreimonatskoliken: Tipps, wenn Ihr Baby an Bauchkrämpfen leidet.
Fencheltee hilft, die Bauchkrämpfe bei Koliken zu lösen. © iStock, Thinkstock

Wenn Ihr Baby gestillt wird und Koliken hat, verzichten Sie auf blähende Lebensmittel wie zum Beispiel Kohl oder Lauch. Vermeiden Sie ausserdem Kuhmilchprodukte, denn vielleicht reagiert das Baby indirekt auf den Milchzucker, Laktose.

Hilfreich sind hingegen Fenchel-Anis-Kümmel-Tess oder Entblähungstee. Das Fläschchen können Sie ebenfalls mit Fencheltee statt Wasser anrühren. Aber aufgepasst: Der Tee sollte nicht zu lange ziehen, sonst wirkt er wiederum blähend.

Entspannend für Mutter und Kind sind zudem Entspannungsbäder. Dafür kann die Heilplanze Schafgarbe aufgegossen werden oder ein Entspannungsöl ins Wasser gegeben werden. 

5. Welche Medikamente gegen Koliken helfen

Kinderärzte verschreiben Babys bei Koliken häufig den Wirkstoff Simeticonum. Er ist in Präperaten wie Flatulex enthalten und wird vom Körper nicht aufgenommen, sondern so ausgeschieden wie es eingenommen wurde. Grosse Luftbläschen im Körper werden von dem Wirkstoff in kleine zerlegt, dadurch lassen die Bauchkrämpfe nach. Oft ist auch von Gripe Water die Rede. Dieses englische Produkt basiert auf Dillwasser und enthält Alkohol. Medizinische Studien konnten die Wirkung nicht belegen.

Statt Medikamenten helfen auch Homöopathie, Schüssler-Salze und anthroposofische Medizin gegen die Bauchschmerzen. Die richtigen Globuli und Potenzen sollten mit fachkundiger Hilfe zusammengestellt werden.

6. Langsamer trinken, um Koliken zu vermeiden

Viele Hebammen raten bei Koliken dazu, die Kinder langsamer trinken zu lassen. Denn beim hektischen Schlucken kommt auch viel Luft in den Bauch. Beim Schoppen hilft es zum Beispiel ein kleineres Loch im Schnuller zu haben. Die Milch selbst kann in einem Topf zubereitet werden, statt in einer Flasche geschüttelt zu werden. Auch dadurch entstehen weniger Luftblasen.

Publiziert von der Redaktion

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