8 wertvolle TippsDas hilft dem Baby bei einer Erkältung

Kaum wird es draussen kühler, lässt auch die Erkältung vom Baby nicht lange auf sich warten. Mit diesen Tipps lindern Sie Fieber, Schnupfen und Husten - und beugen der nächsten Erkältung richtig vor.

Erkältung bei Babys: So können Sie helfen 
Zäpfchen, Salben, Hausmittel: Eine Vielzahl von Produkten verspricht erkälteten Babys Hilfe. © iStock / Getty Images Plus

Husten, Schnupfen, Heiserkeit - davor sind auch Babys nicht sicher. Die Nase läuft, der Rachen kratzt und die Körpertemperatur steigt. Die Symptome von Erkältungen bei Babys sind die gleichen wie bei Erwachsenen. Doch die Kleinsten sind anfälliger als die Eltern, da ihr Immunsystem noch nicht voll ausgebildet ist. 

Was die Erkältung auslöst

Die Erkältung beginnt mit einem Jucken im Hals. Dazu gesellt sich schnell der Husten. Dieser wird meist durch virale Infekte von Nase, Rachen, Hals, Luftröhre und Bronchien ausgelöst. Ursachen können in selteneren Fällen auch Keuchhusten, Asthma oder falscher Krupp sein. Nicht jeder Husten hört sich gleich an. Ist er trocken oder wird beim Husten Sekret und Schleim ausgespuckt? Sind die Bronchien betroffen, hört sich der Husten eher tief und kratzig an.

Der Husten selbst ist ein Reflex, um die Atemwegsschleimhaut zu befreien. Das gilt für Fremdkörper oder Nahrungsreste, die vielleicht verschluckt worden sind, genauso wie für Schleim. Dieser verstopft beim Schnupfen verstopft Nase, Rasen und Nebenhöhlen. Da Babys bis zum Alter von sieben Monaten nur durch die Nase atmen, ist eine Erkältung für sie besonders mühsam.

8 Nützliche Tipps gegen die Erkältung

Grundsätzlich raten Kinderärzte dazu, bei Säuglingen und Babys Erkältungen sanft zu behandeln, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden. Doch es gibt einige Hilfsmittel, die Symptome zu mildern, die Atmung der Kinder zu vereinfachen und für einen erholsameren Schlaf zu sorgen. Aber aufgepasst, es gibt auch Mittel, die für die kleinsten Patienten noch ungeeignet sind.

1. Nasensauger

Im Laufe der Erkältung nimmt das Sekret in der Nase immer andere Formen an. Zu Beginn ist es flüssig und durchsichtig, dann wird es dickflüssiger und schliesslich schleimig und grüngelb. Oft verkleben die getrockneten Reste die Nase und beim Versuch, sie zu entfernen, wehrt sich das Baby.

Ein Nasensauger hilft, die Nasenlöcher wieder frei zu bekommen, zumindest kurzfristig. Nach jedem Gebrauch sollte er ausgewaschen und regelmässig ausgekocht werden. Getrockneter Nasenschleim am Nasenloch kann auch vorsichtig mit den Fingern oder einem warmen Waschlappen entfernt werden. Wattestäbchen sind für die Reinigung der Babynase nicht geeignet. 

2. Zäpfchen

Bei starken Erkältungen und wenn der Allgemeinzustand des Kindes nicht gut ist, kann laut dem Kinderspital Zürich auch ein Zäpfchen helfen. Es senkt die Temperatur, lindert Schmerzen beim Husten, beruhigt und sorgt für einen ruhigeren Schlaf. Bei der Gebrauch der Zäpfchen, zum Beispiel Paracetamol oder der homöopathischen Variante Viburcol, muss darauf geachtet werden, dass die Kinder genug trinken und der Verlauf der Erkältung genau beobachtet werden.

3. Nasentropfen

Es gibt abschwellende Nasentropfen für Kinder. Da die Dosierung nicht so einfach ist, empfehlen Ärzte jedoch, diese nicht bei Kindern unter zwei Jahren zu verwenden. Zudem sollte auf Tropfen ohne Konservierungsstoffe geachtet werden, da diese Allergien auslösen können. Besser sind die natürlichen Alternativen wie Kochsalzlösung oder Muttermilch.

4. Hustensaft und Hustenblocker

Es gibt laut dem Kinderspital Zürich keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass Hustensäfte die Heilung beschleunigen. Vielmehr sind die Säfte bei kleinen Kindern eine Gefahr, da sie die Atmung unterdrücken können. Bei sehr starkem Husten können Medikamente vom Kinderarzt verschrieben werden. Dazu zählen Nitux und Bexin. Bei der Dosierung ist ebenfalls grosse Vorsicht geboten, da die Nebenwirkungen bei Babys stark sein können.

5. Salben

Um die Atmung über die Nase zu verbessern, werden im Handel Salben mit ätherischen Ölen angeboten. Diese sind jedoch mit Vorsicht zu geniessen, da sie Hautausschläge auslösen können. Den Husten verbessern, tun sie in der Regel nicht, so das Kinderspital Zürich.

6. Hausmittel

Gerade bei den Kleinsten, muss nicht immer direkt in den Medikamentenschrank gegriffen werden. Denn auch althergebrachte Hausmittel helfen erkälteten Babys. Heilkräuter wie Kamille, Fenchel und Thymian befreien die Atemwege und beruhigen. Auch kleine Tricks wie Muttermilch in die Nase zu tröpfeln oder eine halbierte Zwiebel neben das Bett zu legen, lindern die Erkältungssymptome. 

7. Homöopathie

Im Handel sind Globuli bei Erkältungen erhältlich, zum Beispiel lindern Sie Fliess-Schnupfen oder Schnupfen mit Druck in der Stirn und in den Kieferhöhlen sowie Verkrustungen in der Nase. Auch gibt es homöopathische Zäpfchen gegen Erkältungen und Unruhe, die auch schon für die Kleinsten geeignet sind.

8. Luftfeuchtigkeit

Trockene Luft in warmen Räumen hat gleich zwei Nachteile: Viren breiten sich besonders gut aus und bei Erkältungen ist die trockene Luft unangenehm. Die Luftfeuchtigkeit sollte idealerweise zwischen 40 und 65 Prozent liegen. Diese kann mithilfe von einem Luftbefeuchtern, nassen Tüchern auf der Heizung oder einer laufenden warmen Dusche bei offener Badezimmertür erreicht werden.

Ab wann zum Kinderarzt bei Erkältungen

Grundsätzlich sollten Eltern immer mit ihren Kindern zum Arzt gehen, wenn sie sich grosse Sorgen machen und unsicher sind, wie sie alleine helfen können. 

Bei einer Erkältung hilft es auch Babys, viel Tee zu trinken, zum Beispiel Fenchel oder Lindenblüte. (Bild: didesign/iStock, Thinkstock)

Sofort zum Arzt sollten Sie, wenn der Säugling unter drei Monate alt ist und Fieber über 38 Grad Celsius hat sowie jünger als einen Monat ist und hustet. Auch Husten, der länger als zwei Wochen anhält, sollte vom Arzt überprüft werden. Das Gleiche gilt für starke lang andauernde Hustenanfälle und bellenden Husten. 

Bei zusätzlichen Symptomen wie Atemnot, pfeiffender Atmung, bläulicher Verfärbung der Haut sowie Ausspucken von blutigem Schleim, hohem Fieber, schlechtem Trinken und Gewichtsabnahme ist ebenfalls ein Arzt aufzusuchen.

Weitere Gründe für einen Arztbesuch sind ein anhaltender schlechter Allgemeinzustand und eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Kindes.

Tipps zum Vorbeugen von Erkältungen bei Babys

Erkältungsviren gibt es das ganze Jahr. Übertragen werden sie bei Berührungen, Händeschütteln, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in der Krippe und Spielgruppen. In der kalten Jahreszeit verbreiten sich die Viren in den geheizten Räumen mit geringer Luftfeuchtigkeit besonders gut. Vor dem Kontakt mit Viren kann man sich nicht schützen, aber mit diesen Tipps können Sie sich und ihr Kind abhärten.

Muttermilch ist ein grosser Helfer, um das Immunsystem von Kindern zu stärken. Je länger ein Baby gestillt wird, umso bessere Abwehrkräfte hat es, das belegen auch eine Vielzahl von Studien.

Laut der Organisation Pro Juventute sind Säuglinge in der Schweiz häufig viel zu warm als zu kalt angezogen. Das schränke nicht nur die Bewegungsfreiheit ein, sondern könne auch zu Hitzestau führen, heisst es im Elternbrief 1. Viel besser sei für die Kleinen aber ein «Vollbad» in frischer Luft. 

Viel Bewegung an der frischen Luft härtet ab. Sind die Kinder zudem auf dem Land und regelmässig in Kontakt mit Tieren, haben sie meist noch bessere Abwehrkräfte. Eine Schweizer Studie belegt, dass Stalldreck das Immunsystem von Kindern stärkt und vor Allergien schützt.

Es hilft nicht, das Kind als Schutz vor Ansteckung zu isolieren. Erkältungen und Fieber sind bei Babys häufig und helfen, das Immunsystem zu stärken. Übertragen werden die Viren häufig über Handkontakt. «Das Waschen der Hände mit Wasser und Seife ist ein Hauptpfeiler in der Prävention», empfiehlt der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte

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