Fingerfood statt BreiWie sinnvoll ist Baby-led weaning?

Neben dem klassischen Brei als Beikost für Babys ist eine neue Form des Zufütterns in aller Munde. Beim «Baby-led weaning» (BLW) wird statt Babybrei Babyfingerfood gereicht. So soll das Kind sich von Anfang an, an feste Nahrung gewöhnen und seine Ernährung selbst steuern. Aber ist das auch sinnvoll?

Selbstständig Essen lernen mit Baby-led weaning

Bei der Methode des Baby-led weanings beziehungsweise Self-led weanings soll das Baby ausschliesslich essen, was es selbst in den Mund führen kann. Breinahrung wir nicht gefüttert. Baby-led weaning wird deshalb auch oft «Beikost ohne Brei» genannt. Die Umstellung von der Milch als ausschliessliche Nahrung auf feste Kost soll dabei vom Baby selbst gesteuert werden.

Baby-led weaning: So lernt das Baby von alleine Essen.
Baby-led weaning: Selbständig das Essen in Richtung Mund führen. (Bild: eranyardeni/iStock, Thinkstock)

 

Wie funktioniert Baby-led Weaning?

Die Methode soll sich vor allem für Babys empfehlen, die Brei aus unterschiedlichen Gründen ablehnen. Auch für einen späten Beginn mit Beikost, etwa wegen später Beikost-Reife, könnte das Baby-led weaning eine interessante Alternative sein. Zudem lieben viele Babys Fingerfood und freunen sich selbstständig zu essen. Beispielsweise sollen sich dafür gekocht oder rohe Obst- und Gemüsesticks, Brot oder Nudeln eignen.

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Mit Baby-led weaning können Eltern ab dem 5. bis 7. Lebensmonat beginnen. Für den Start ist die sogenannte Beikostreife ausschlaggebend. Die Entwicklung des Kindes muss darauf hinweisen, dass das Baby mit Nahrung umgehen kann. Reifezeichen sind das aufrechte Sitzen und eine gute Kontrolle des Kopfes. Optimal ist es, wenn sich das Baby bereits für Essen interessiert (z.B. die Eltern beim Essen beobachtet und selbst nach dem Essen greift).

Besonders interessant für Babys gestaltet sich das Baby-led weaning, wenn die Kleinen am Familientisch teilhaben dürfen und Speisen der Eltern angeboten werden. Grundsätzlich wird im ersten Lebensjahr weiterhin gestillt oder Flaschenmilch angeboten. Die Stillförderung Schweiz spricht sich für ein begleitendes möglichst langes Stillen bis ins zweite Lebensjahr aus.

Das Wichtigste in Kürze

  • BLW eignet sich als Beikost für Babys ab etwa sechs Monaten, um das selbstständige Essen mit allen Sinnen zu lernen.
  • Die Kombination mit Brei eignet sich optimal, um dem Baby alle Nährstoffe zu füttern.

Baby-led weaning vs. Babybrei

Kann ein Baby mit Babyfingerfood besser versorgt werden, als mit herkömmlichem Babybrei? Einige Argumente sprechen dafür. Baby-led weaning fördere die Hand-Mund-Koordination des Babys beim selbstständigen Essen. Das Baby lerne, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Die Selbstregulationsfähigkeit werde gestärkt (Wann bin ich satt?). Babys lernten beim Baby-led weaning zudem früh feste Nahrungsstücke zu zermahlen, ohne sich zu verschlucken.

Auch die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt BLW aufgrund von Forschungsergebnissen. Das Verdauungssystem der Kinder sei zwischen dem 4. und 6. Lebensmonat ausgereift und bereit für feste Kost. Das Fühlen, Tasten und Schmecken sei für die kindliche Entwicklung zentral.

Das Baby-led weaning hat aber auch viele Kritiker. Den ernährungsphysiologischen Bedürfnissen des Kindes werde nicht genüge getan, da das Baby wahrscheinlich zu wenig Nährstoffe aus der festen Kost zu sich nimmt (Nährstoffunterversorgung). Die als Fingerfood geeigneten Lebensmittel hätten zu wenige Kalorien und die verspeisten Mengen seien zu klein. Es dauert sehr lange bis ein Baby eine ganzes Rüebli zermalmt hat. Die Hälfte landet dabei wahrscheinlich auf dem Boden.

Hinzu kommt, dass viele grosse Stücke schnell wieder herausgewürgt werden, wenn nicht sogar Verschluckungsgefahr besteht. Brei hingegen könnten die meisten Babys problemlos und in jedem Fall gefahrlos essen. Auch die Zufuhr von Eisen über Fleisch gestalte sich problematisch. Die Privatklinikgruppe Hirslanden rät jungen Eltern, 2-3 Mal wöchentlich rotes Fleisch zu pürieren und zu Gemüsebrei zu mischen.

Ernährungsxperten empfehlen oft beide Ernährungsvarianten zu kombinieren, so profitiert das Kind von den Vorteilen beider Methoden. Warum auch nicht? Brei und Fingerfood können auch parallel Bestandteile der Babyernährung sein und die Gefahr einer Unterversorgung ist ausgeschlossen.

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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