Schnell aufs WC! Die 30. Schwangerschaftswoche

In der 30. SSW erreicht die Fruchtblase ihr Maximum. Jetzt wird es eng für das Baby, aber leider auch für Ihre Harnlase. Bestimmt müssen Sie jetzt sehr häufig aufs WC, oder?

So entwickelt sich Ihr Baby

In der 30. Schwangerschaftswoche legt Ihr Baby schon wieder ordentlich an Gewicht zu. Vom Scheitel bis zur Ferse misst er schon 40 Zentimeter. Gleichzeitig wird es eng in der Fruchtblase. Wilde Turneinheiten und ständige Purzelbäume sind jetzt passé. Das Kind bewegt sich langsamer, gleichzeitig werden die Tritte und Hiebe heftiger. Zum einen, weil das Baby immer mehr Kraft hat. Zum anderen, weil weniger Fruchtwasser produziert wird und die Bewegungen nicht mehr so gut abgepolstert sind. 

Grösse und Gewicht des Babys

40
cm
1200-1500
g

Das Baby zieht jetzt auch immer öfter die Knie an den Körper und verschränkt die Arme vor der Brust. Das ist die sogenannte «Fötusstellung». Die Zehennägelchen sind ab der 30. SSW voll entwickelt und die Langunobehaarung des Babys fällt weiterhin aus. Bei der Geburt wird nur noch ein sehr kleiner Rest übrig sein. Im Gegenzug wachsen die Haare auf dem Kopf des Babys weiter und die Wimpern und Augenbrauen werden dichter.

Das Gehirn des Babys wächst stetig. Die typischen Gehirnwindungen, die an die Struktur einer Walnuss erinnern, entstehen in diesem Monat. Es werden Milliarden von Neuronen gebildet, die sich stetig verknüpfen. Eine Myelinschicht überzieht die Nervenfasern. Sie schützt sie und hilft, Impulse schneller vom Gehirn an den Körper zu übermitteln. Dank dieser Entwickelung kann das Baby immer feinere und kompliziertere Bewegungen ausführen. Gleichzeitig geht die Lungenreifung mit der Surfactant-Produktion voran. Eine Frühgeburt in dieser Woche würde das Baby mit einer Wahrscheinlichkeit von 97 Prozent überleben. Auch das Risiko von bleibenden Behinderungen sinkt ab dieser Woche erheblich.

Viele Kinder drehen sich im achten Monat in die optimale Gebärposition, in die Schädellage. Bis zur 36. Schwangerschaftswoche bleibt jedoch noch ausreichend Zeit und Platz dafür. Manche Babys warten sogar noch länger und begeben sich erst in den letzten Wochen vor der Geburt in die Startposition, um mit dem Kopf voraus die Reise in die Welt zu beginnen.

Die 30. Schwangerschaftswoche

Ihr Körper in der 30. Schwangerschaftswoche

Bis zur Geburt sind es noch ungefähr zehn Wochen. Das Baby und die Gebärmutter üben jetzt grossen Druck auf den Beckenboden aus. Es ist ein schockierendes Erlebnis, den eigenen Urin nicht mehr halten zu können. Doch es ist keine Blasenschwäche, sondern eine vorübergehende Inkontinenz. Grund dafür ist, dass die Gebärmutter die Lage der Harnblase verändert. Durch den Druck kann völlig unerwartet beim Lachen oder Husten und leider häufig in völlig unpassenden Situationen Urin abgehen. Eine kleine Hilfe sind Slipeinlagen in der Unterhose bis zur Geburt. Einige Übungen stärken den Beckenboden, weshalb sie in vielen Geburtsvorbereitungskursen erklärt werden.

Was jetzt wichtig ist

  • Beckenboden trainieren.
  • Badewannen-Test bei starken Vorwehen.
  • Bei häufigen Harndrang Slipeinlagen benutzen.
  • Bei Wadenkrämpfen ein paar Schritte gehen.
  • Spitaltasche packen.
  • Unterschied von Inkontinenz und Blasensprung kennen.
  • Partner in Ängste und Träume einbeziehen.

Der Flüssigkeitsabgang könnte aber auch von einer geplatzten Fruchtblase kommen. Denn die Fruchtblase hat in der 30. SSW ihr Maximum erreicht. Sie wächst nicht mehr, sondern dehnt sich nur noch mit dem Grösserwerden des Babys aus. Wenn Sie unsicher sind, ob es einen Blasensprung gab, informieren Sie rasch einen Arzt. Denn mit einer geplatzten Fruchtblase steigt das Infektionsrisiko von Mutter und Kind.

Die Gebärmutter drückt immer stärker auf die Organe. Durchschnittlich beträgt der Fundusstand der Gebärmutter gut 30 Zentimeter, ihr oberer Rand reicht schon bis zum Zwerchfell. Kreislaufbeschwerden und Atemnot sind dadurch vorprogrammiert. Liegt das Baby noch mit dem Kopf nach oben, drückt der Kopf unangenehm gegen die Rippen des Brustkorbs. Der zusammengedrückte Magen löst Sodbrennen und Verdauungsbeschwerden aus.

Als wäre das nicht genug, drückt die Gebärmutter auf die grosse Hohlvene. Die Rückenlage löst nun Schwindel, Herzrasen und Unwohlsein aus. In der Seitenlage ist es daher am bequemsten. Am besten mit einem Kissen oder einem langen Stillkissen, das zugleich Knie, Bauch und Oberschenkel abstützt.

In der 30. Woche wird die körperliche Belastung durch die Schwangerschaft immer deutlicher. So wiegt die Plazenta mittlerweile 450 Gramm. Ein enormer Unterschied zu den 170 Gramm zehn Wochen zuvor. Auch das Herz absolviert eine Höchstleistung. Es transportiert jede Minute 500 Milliliter Blut zur Plazenta.

Der Gynäkologe wird in diesen Wochen auch die Lage der Plazenta beurteilen. Im Falle einer Placenta praevia, wenn die Plazenta den Muttermund überlagert, wird ein Kaiserschnitt geplant werden müssen. Diese ungünstige Position hat die Plazenta, wenn sich die befruchtete Eizelle bei der Einnistung sich zu tief unten in der Gebärmutter einen Platz gesucht hat.

Publiziert von der Redaktion

Im Forum diskutieren