MamizeitMutterschaftsurlaub: Was für Rechte in der Schweiz gelten

In der Schweiz steht jeder berufstätigen Frau ein Mutterschaftsurlaub von 14 Wochen zu. In dieser Zeit hat die Mutter auch Anrecht auf die Mutterschaftsentschädigung. Welche Rechte Ihnen als Mutter in der Schweiz zustehen.

Mutterschaftsurlaub in der Schweiz

Wer hat Anrecht auf Mutterschaftsentschädigung?

Das Recht auf einen bezahlten Mutterschaftsurlaub haben in der Schweiz alle erwerbstätigen Mütter. Als erwerbstätig gelten Frauen, die angestellt, selbstständig oder arbeitslos gemeldet sind, sowie jene, die in einem Betrieb des Ehemannes oder eines Angehörigen mitarbeiten.

Mutterschaftsurlaub: Was Ihnen zusteht.
Alle arbeitenden Mütter haben Recht auf Mutterschaftsurlaub. (Bild: Minerva Studio/iStock, Thinkstock)

Voraussetzungen für die Mutterschaftsentschädigung

Um tatsächlich Anspruch auf die Mutterschaftsentschädigung zu haben, muss eine Frau neun Monate vor der Geburt im Sinne des AHV-Gesetzes versichert gewesen sein. Bei einer Frühgeburt wird die neunmonatige Versicherungspflicht entsprechend verkürzt auf sechs, sieben oder acht Versicherungsmonate.

Zusätzlich muss sie während der Schwangerschaft mindestens fünf Monate lang erwerbstätig gewesen sein. Versicherungszeiten aus einem EU- oder EFTA-Mitgliedsstaat werden berücksichtigt, sofern sie nachgewiesen werden können.

Lesen Sie auch, wie der Vaterschaftsurlaub in der Schweiz geregelt ist

Dauer des Mutterschaftsurlaubs und Höhe der Entschädigung

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Mutterschaftsurlaub hat eine Dauer von 14 Wochen.
  • Mütter haben Anspruch auf 80 Prozent Ihres Durchschnittsgehalts.
  • Voraussetzung: Erwerbstätigkeit oder Bezug von Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung.

Das Gesetz gibt ein Beschäftigungsverbot für Frauen von acht Wochen ab der Geburt des Kindes vor. Der Anspruch auf Mutterschaftsurlaub beginnt mit der Geburt des Kindes und besteht für 14 Wochen (98 Tage). In diesen 14 Wochen bekommt eine Schweizer Mutter 80 Prozent des bisherigen Durchschnittseinkommens in Form von Taggeldern ausbezahlt. Pro Tag sind dies aber höchstens 196 Franken. Diese Mutterschaftsversicherung verfällt, wenn eine Frau bereits früher wieder in das Berufsleben einsteigt. Mutterschaftsgeld muss bei der AHV beantragt werden. Das Anmeldeformular dazu gibt es unter anderem auf der AHV-Webseite. Ausserdem stellt die AHV werdenden Müttern ein Merkblatt mit den wichtigsten Fakten zur Mutterschaftsentschädigung zur Verfügung.

Ist die Schweizer Mutterschaftsversicherung zeitgemäss?

Das Schweizer Bundesgesetz sieht weder einen Vaterschaftsurlaub vor, noch ist darin eine Elternzeit geregelt. Hier besteht ein grosser Unterschied zu der Gesetzeslage in anderen europäischen Staaten. In Österreich oder Deutschland werden Müttern und Vätern umfassendere Rechte eingeräumt. Die Schweiz hat hier Nachholbedarf.

Weitere Informationen

Eine ausführliche Broschüre kann auch auf der Website des Staatssekretariats für Wirtschaft kostenfrei bestellt oder heruntergeladen werden.

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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