Auf ins erfrischende Nass Die 29. Schwangerschaftswoche

Mit der 29. SSW beginnt der achte Schwangerschaftsmonat. Beim Baby machen Lunge und Gehirn einen Wachstumssprung. Sie sollten sich mit dem grossen Babybauch einen «Sprung» ins Wasser gönnen, das entspannt herrlich.

So entwickelt sich Ihr Baby

Ihr Baby wiegt am Ende der 29. Schwangerschaftswoche rund 1250 Gramm und ist vom Scheitel bis zur Ferse etwa 39 Zentimeter gross. Langsam wird es eng in der Fruchtblase. Der Körper des Babys hat nun die richtigen Proportionen. Der Kopf erscheint also nicht mehr so unverhältnismässig gross wie zu Beginn der Schwangerschaft.

Die Organe des Kindes sind nun alle voll entwickelt. Die einzige Ausnahme: die Lunge. Würde das Kind jetzt geboren, hat das Frühchen durch die medizinische Unterstützung jedoch schon eine bessere Überlebenschance als vier Wochen zuvor. Sie liegt bei rund 90 Prozent.

In der 29. SSW sind in der Lunge bereits die kleinen Luftwege, die Bronchiolen, an ihrem Platz. Gleichzeitig erhöht sich beständig die Zahl der Alveolen. Diese Luftbläschen sitzen am Ende der Bronchiolen. Die Alveolen werden sich bis zur Geburt und darüber hinaus, bis zum achten Lebensjahr, weiterentwickeln.

Grösse und Gewicht des Babys

38-39
cm
1200-1250
g

Doch zu Beginn des achten Schwangerschaftsmonats macht die Lungenreifung einen neuen wichtigen Schritt. Das Surfactant bildet sich. Dieses Lipid wird von den Schleimhäuten der Lunge produziert und überzieht die Lungenbläschen mit einer dünnen Schicht. Das Surfactant hat eine lebenswichtige Funktion: Es verhindert, dass die Lungenflügel nach dem Ausatmen wieder in sich zusammenfallen, sobald nach der Geburt das Fruchtwasser aus der Lunge entwichen ist.

In ausreichender Menge wird es jedoch erst ab der 34. SSW produziert. Bei Frühchen ist genau das ein grosses Problem. Kortisonspritzen können nach einer Frühgeburt helfen, die Bildung des Lipids anzuregen. Es gibt auch künstliches Surfactant, das in die Lunge gesprüht werden kann.

Im Bauch der Mutter ist das Kind jedoch weiterhin am besten aufgehoben. Es trainiert weiter die Atmung der Lunge und bekommt auch immer wieder Schluckauf, wird aber noch über die Plazenta mit Sauerstoff versorgt. Die Plazenta stärkt auch das Immunsystem des Kindes, indem sie zahlreiche Abwehrstoffe zum Schutz vor Infekten liefert.

Das Gehirn macht jetzt grosse Fortschritte. Es wächst nun so stark, dass es die Schädelknochen förmlich nach aussen drückt. Da sich immer mehr Nervenzellen im Gehirn bilden und verbinden, verbessert sich dessen Funktion. Atmung und Körpertemperatur werden beispielsweise bereits vom Gehirn gesteuert. Die Sinne des Babys haben sich in der Zwischenzeit so stark sensibilisiert, dass es schon einen Unterschied zwischen Sonnenlicht und künstlichem Licht unterscheiden kann.

Die 29. Schwangerschaftswoche

Ihr Körper in der 29. Schwangerschaftswoche

Rund 500 Gramm nimmt die Mutter nun in jeder Woche zu. Der Bauch wird immer schwerer. Da ist es eine grosse Erleichterung für den ganzen Körper, einmal im Hallenbad oder im See abzutauchen. Beim lockeren Schwimmen fühlt sich der Körper wieder leicht und viel beweglicher an. Oft scheint auch das Baby mitzuschwimmen, auf jeden Fall bewegt es sich auch sehr aktiv, wenn die Mutter im Wasser ist.

Bei Angst vor Pilzinfektionen, die vor allem in Hallenbädern oder warmen Whirpools auftreten können, hilft ein alter Trick: Einen Tampon mit Olivenöl tränken und in die Scheide einführen. So ist das Risiko einer Frühgeburt durch eine Infektion wesentlich reduziert.

Wenn Sie gerne noch andere Sportarten betreiben, sollten Sie langsam etwas kürzer treten, auch wenn es schwerfällt. Eine zu grosse Anstrengung wäre kontraproduktiv und kann auch richtige Wehen auslösen. Ein schöner Spaziergang im Wald ist besser als eine Stunde Aerobik.

Was jetzt wichtig ist

  • Anstrengungen vermeiden.
  • Aufpassen bei Übungswehen.
  • Notfalls «Badewannen-Test» machen.
  • Leichten Sport machen.
  • Schwimmen gehen.
  • Baby-Erstausstattung organisieren.
  • Geburtsvorbereitungen machen.

Vorerst bereitet sich die Gebärmutter eigentlich «nur» mit Übungswehen auf die Geburt vor. Mehr als drei Mal pro Stunde und schmerzhaft dürfen sie aber nicht sein. Die Gebärmutter wird dabei stärker durchblutet und auf die Senkwehen vorbereitet. Im Unterschied zu den richtigen Geburtswehen bleibt der Muttermund aber noch verschlossen. Sollte er sich jedoch öffnen und die Wehen schmerzhaft sein, sollte ein Arzt oder die Hebamme informiert werden.

Ein weiteres Zeichen für die Geburtsvorbereitung ist die Vormilch. Das sogenannte Kolostrum tritt bei manchen Frauen schon zu Beginn der Schwangerschaft aus. Im achten Monat zeigt sich die nahrhafte Milch aus Zucker, Eiweiss und Antikörpern schon bei den meisten Frauen an den Brustwarzen. Die Brüste werden in diesem Monat nochmal voller, die Warzen sowie der Vorhof noch dunkler, auch die Adern treten weiter hervor.

Zu Beginn des dritten Trimestern werden Sie sich immer mehr mit der Geburt selbst auseinandersetzen. Bestimmt habenn Sie schon einen Geburtsort gefunden. Wenn Sie noch unsicher sind, können Sie Infoveranstaltungen in Geburtshäusern und Spitälern besuchen. Dort werden die Fragen der Eltern beantwortet und der Gebärsaal vorgestellt. Hebammen und Ärzte informieren zusätzlich über verschiedene Schmerzmittel und alternative Methoden wie Akupunktur und Massagen, die Sie bei der Geburt anbieten.

Publiziert von der Redaktion

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