Ihr Baby ist jetzt überlebensfähig Die 24. Schwangerschaftswoche

Zum Ende der 24. SSW haben Frühchen schon Überlebenschancen, obwohl es noch viel zu früh ist. Ihnen stehen wichtige Vorsorgeuntersuchungen und ein süsses Erlebnis bevor – der Zuckertest.

So entwickelt sich Ihr Baby

Ihr Baby ist in der 24. Schwangerschaftswoche rund 31 Zentimeter gross und wiegt bereits 700 Gramm. Es ist nach wie vor dünn und feingliedrig. Noch kann sich das Baby im Bauch richtig austoben, und diese Bewegungsfreiheit nutzt es auch. Denn ab dem bald beginnenden siebten Monat wird ihm bedeutend weniger Raum zur Verfügung stehen. 

Mal sitzt es ganz gerade, mal in der Meditationshaltung mit gekreuzten Beinen oder es liegt auf der Seite, um kurz darauf einen Purzelbaum zu schlagen. Sogar Bewegungen, die an erste Krabbelversuche erinnern, lassen sich im Ultraschall sehen. Bei den Turnübungen hilft ihm das Gleichgewichtsorgan im Innenohr, das sich seit der 13. SSW stetig weiterentwickelt.

Grösse und Gewicht des Babys

31
cm
700
g

Auch zum Ende des sechsten Monats bildet das Baby weiterhin fleissig neue Fettschichten. Dieses «braune Fett» setzt sich vor allem im Nackenbereich, um die Nieren und hinter den Brustknochen an. Es isoliert und produziert auch selbst Wärme. Tiere im Winterschlaf legen sich ebenfalls dieses Fett an, das bei den Menschen nur Neugeborene haben. 

Ab der 24. Schwangerschaftswoche werden in der kleinen Lunge die Lungenbläschen, die sogenannten Alveolen, ausgebildet. Das Fruchtwasser in der Lunge hilft bei der Alveolen-Bildung mit. Um die Bläschen bildet sich ein Netzwerk aus kleinsten Blutgefässen. Sie leiten nach der Geburt den Sauerstoff in den Körper.

Bei einer Frühgeburt ab der vollendeten 24. Schwangerschaftswoche gilt das Baby als überlebensfähig. Babys die vor diesem Termin geboren werden, werden als Fehlgeburt oder als Totgeburt bezeichnet. Die heutige Intensivmedizin in den Perinatalzentren leistet Beeindruckendes. Die Frühchen werden in Brutkästen warmgehalten, ihre Lebensfunktionen durch Monitore überwacht. Trotzdem bleibt ein hohes Risiko für Behinderungen. Mit jeder Woche, die das Baby noch im Mutterleib sein kann, reift die Lunge weiter und die Chancen für eine gesunde Geburt steigen.

Ab der 28. SSW gilt eine Frühgeburt nicht nur mehr als überlebensfähig, sondern lebensfähig. Doch noch bis zur 30. Woche ist die Wahrscheinlichkeit einer bleibenden Behinderung gross. Das letzte Trimester ist entscheidend für das mögliche Überleben des Fötus.

Die 24. Schwangerschaftswoche

Ihr Körper in der 24. SSW

Ab der 24. Schwangerschaftswoche wird bei allen Schwangeren ein Zuckerbelastungstest empfohlen. Die werdende Mutter trinkt hierzu eine Zuckerlösung aus Wasser und Glukose. Der Blutzuckerspiegel wird dann im Abstand von einer und zwei Stunden gemessen. Eine mögliche Schwangerschaftsdiabetes, die fünf bis zehn Prozent der Schwangeren betrifft, kann dadurch erkannt werden. 

Was jetzt wichtig ist

Ab der 24. Schwangerschaftswoche werden noch weitere Untersuchungen gemacht. Dazu zählt der Hämoglobinwert im Blut. Dafür macht der Arzt einen Fingerstich. Eine Blutanalyse gibt Auskunft darüber, ob Sie ausreichend rote Blutzellen besitzen, um Ihr Baby mit Sauerstoff zu versorgen. Ein zu niedriger Wert, unter 11 Gramm, deutet auf einen Eisenmangel hin. Ärzte empfehlen dann Eisenpräparate, die häufig Verstopfungen auslösen. Eine eisenreiche Ernährung mit vielen Ballaststoffen wie getrocknete Aprikosen hilft in diesem Fall.

Zusätzlich wird Ihr Blut auf Antikörper untersucht. Gesucht werden zum Beispiel Antikörper auf Röteln oder Toxoplasmose. Ihre Blutgruppe wird überprüft, um sicherzustellen, dass sich keine roten Antikörper gebildet haben. Wenn Ihr Blut Rhesus-negativ ist, das Ihres Partners aber nicht, werden Sie wahrscheinlich zwischen der 18. bis 20. SSW eine Rhesus-Prophylaxe bekommen, eine Spritze mit Anti-D-Immunoglobulin. So wird verhindert, dass bei der Geburt eines rhesus-positiven Kindes Antigene im Blut der Mutter zu Abwehrstoffen führen. Diese können bei einer weiteren Schwangerschaft das Kind schädigen.

In diesem Stadium der Schwangerschaft, zum Ende des sechsten Monats, bereitet sich der Körper mehr und mehr auf die Geburt vor. Auch Übungswehen und Kontraktionen sind deutlich spürbar. Sie sind zwar nicht sehr schmerzhaft, aber unangenehm. Ein Grund, sich wieder öfter hinzulegen.

Publiziert von der Redaktion

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