Muss die Katze weg?​​​​​​​Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Die Krankheit Toxoplasmose, die durch den Katzenkot entsteht, verläuft in vielen Fällen unbemerkt. Doch sie kann sich auf das ungeborene Kind übertragen. Was bedeutet Toxoplasmose bei Schwangerschaft? Welche Gefahren birgt die Infektion?

​​​​​​​Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Vor allem beim Halten von Katzen in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten. Der Katzenkot enthält laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) Vorstadien des verursachenden Parasiten «Toxoplasma gondii». Die Erreger verbreiten sich vorrangig über das Tierfutter und durch den Verzehr rohen Fleisches. 

Infizierte Personen bilden Antikörper und bleiben nach einer Infektion lebenslang immun gegen den Erreger. «Schätzungsweise 50 Prozent aller Erwachsenen sind bereits an Toxoplasmose erkrankt und deshalb immun», schreibt etwa die Klinikgruppe Hirslanden. Antikörper lassen sich im Blut nachweisen. Aber die Grundversicherung vergütet diese Tests nicht. Präventivmassnahmen sind deshalb wesentlich.

Was passiert, wenn in der Schwangerschaft Katzen Toxoplasmose übertragen?
 Katzen können Toxoplasmose übertragen: Trotzdem muss aufs Streicheln nicht verzichtet werden. (Bild: Helios8/iStock, Thinkstock)

Toxoplasmose in der Schwangerschaft gefährlich

Beim intakten Immunsystem verläuft die Krankheit eher unauffällig mit grippeähnlichen Symptomen. Dagegen führt eine Immunschwäche zu Schäden am Gehirn und den Organen. Die erstmalige Infektion während einer Schwangerschaft kann laut dem BAG «auf das ungeborene Kind übertragen werden». Denn durch die Plazenta erreicht der Parasit ungehindert den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes.

Folglich treten in seltenen Fällen Hirnschäden und Augenentzündungen beim Kind auf, die zu ausgeprägten Hör- und Sehschäden führen können. Die Infektion beeinträchtigt ebenfalls die motorische und geistige Entwicklung. Organschäden an Milz und Leber sind ausserdem denkbar. Im schlimmsten Fall führt die Infektion während der Schwangerschaft zu einer Fehl- oder Totgeburt. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Infektion mit Toxoplasmose erfolgt über den Katzenkot sowie Verzehr von rohem Fleisch.
  • Bei einem Verdacht ist prinzipiell ein Arzt zu informieren. Das verhindert schwere Entwicklungsschäden beim Kind.

Katzen und rohes Fleisch in der Schwangerschaft

Die Erreger verbreiten sich durch Katzenkot, weswegen eine gründliche Handhygiene für Schwangere wichtig ist. Zudem übernimmt die Reinigung des Katzenklos lieber eine andere Person, so das Universitätsspital Bern. Bei Kontakt mit Sand oder Erde ist die Handhygiene ebenfalls bedeutsam. Dagegen ist das Streicheln der Katze problemlos durchführbar.

Da Toxoplasmose ebenfalls durch rohes Fleisch übertragen wird, verzichten Frauen besser auf unzureichend gegartes und rohes Fleisch bei Schwangerschaft. Die Mindesttemperatur im Inneren beträgt idealerweise für zwei Minuten 70 Grad Celsius. Nur dieses gründliche Erhitzen tötet die Parasiten effektiv ab. 

Behandlung von Toxoplasmose

Besteht der Verdacht einer Infektion, ist ein Arztbesuch wesentlich. Die nicht meldepflichtige Krankheit lässt sich hervorragend mit Antibiotika und Medikamenten behandeln. Aber die Früherkennung ist essenziell, um die Gefahr für das ungeborene Kind möglichst gering zu halten. 

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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