Ablauf der GeburtDie drei Geburtsphasen einfach erklärt

Vorfreude und Anspannung sind gross, wenn Sie an die bevorstehende Geburt denken. Was erwartet Sie an dem entscheidenden Tag? Eine natürliche Geburt verläuft in drei Phasen: Eröffnungsphase, Austreibungsphase und Nachgeburtsphase.

Der Ablauf der Geburt – die Geburtsphasen 

1. Eröffnungsphase: Der Muttermund öffnet sich

Die Geburt wird in drei Phasen eingeteilt. Sie fängt mit der sogenannten Eröffnungsphase an. Diese stellt die längste Phase der Geburt dar und beginnt mit den ersten, in regelmässigen Abständen auftretenden Wehen. Bei Frauen, die zum ersten Mal gebären, kann die Eröffnungsphase bis zu zwölf Stunden andauern. 

Zum Ende der Eröffnungsphase springt in der Regel die Fruchtblase. In einigen Fällen kann dies aber auch bereits vor dem Einsetzen der Wehen geschehen. Sollte die Blase zu Beginn der nächsten Phase noch nicht gesprungen sein, kann sie durch den Frauenarzt oder die Hebamme zum Platzen gebracht werden. Die Eröffnungsphase ist beendet, wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist.

2. Austreibungsphase: Das Kind kommt

Nach der vollständigen Öffnung des Muttermundes beginnt die Austreibungsphase, die mit der Geburt des Kindes endet. Während der Austreibungsphase setzen die Presswehen ein - die Schwangere verspürt einen starken Pressdrang. Der Arzt oder die Hebamme unterstützt die Frau beim Pressen. Dies geschieht beispielsweise durch die Anleitung zu einer bestimmten Atemtechnik oder durch Aufforderung zum Pressen. 

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Diese Phase wird von den meisten Schwangeren als die anstrengendste und intensivste empfunden, da die Wehen sehr stark sind und in kurzen Abständen auftreten. Im Vergleich zur Eröffnungsphase ist sie aber deutlich kürzer. In der Regel dauert diese Phase der Geburt zwischen 30 Minuten bis zu zwei Stunden. Bei Schwangeren, die bereits Kinder haben, ist die Austreibungsphase häufig kürzer als bei Erstgebärenden.

Mit jeder Wehe wird das Kind weiter Richtung Beckenboden geschoben, bis das Köpfchen sichtbar wird und schliesslich das Kind geboren ist. Im Anschluss wird Ihnen Ihr Baby auf den Bauch gelegt, um Körperkontakt herzustellen. In manchen Fällen können ein Dammschnitt oder ein Kaiserschnitt nötig werden, um Komplikationen zu vermeiden.

Drei Geburtsphasen: So läuft die Geburt ab.
Mitten in der Geburtphase mit unregelmässigen Wehen. (Bild: Trish223/iStock, Thinkstock)

3. Nachgeburtsphase: Ausstoss der Plazenta

Nach der Geburt wird die Nabelschnur durchtrennt, womit die Austreibungsphase beendet ist. Stammzellen aus der Nabelschnur können heutzutage aufbewahrt werden, zur Behandlung gewisser Krankheiten. Solche Dienstleistungen bietet zum Beispiel die schweizerische Firma Genico.

Der komplette Geburtsvorgang ist jedoch erst mit dem Abschluss der Nachgeburtsphase beendet. Während dieser wird mittels Nachwehen die Plazenta ausgestossen. Diese muss sich zwingend vollständig ablösen oder notfalls durch eine Ausschabung entfernt werden. Sonst könnte es zu gefährlichen Infektionen oder Blutungen kommen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Geburtsvorgang findet in drei Phasen statt, die unterschiedlich lang sind.
  • Der Geburtsbeginn ist durch die Eröffnungswehen gekennzeichnet.
  • Die Dauer der Geburt unterscheidet sich zum Teil erheblich.

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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