Was passiert mit der Seele?Wenn der Kinderwunsch sich nicht erfüllt

Kinder zu bekommen, scheint das Natürlichste auf der Welt. Wenn es dennoch nicht klappen will, setzen sich Paare häufig unter so grossen Druck, dass die Gesundheit leidet. Die seelischen Folgen des unerfüllten Kinderwunsch sollten deshalb ebenso behandelt werden wie die körperliche Ursachen.

Psychische Probleme bei unerfülltem Kinderwunsch 

Unerfüllter Kinderwunsch und Psyche müssen gemeinsam betrachtet werden, wenn eine Schwangerschaft sich nicht einstellen will. Oftmals will Unfruchtbarkeit als rein medizinisches Problem betrachtet, doch dies greift nicht tief genug. Die seelischen Belastungen von Paaren, die bisher vergeblich auf eine Schwangerschaft hoffen, sind sehr hoch.

Warum werden wir nicht schwanger?

Während die Diagnose oft ein überraschender Schock ist, geht damit eine schwierige Lebensphase erst los. Nach dem ersten Entsetzen stellen sich oft Trauer, Depressionen und auch Schuldgefühle ein. Viele Paare erleben diese Zeit als grosse Herausforderung für die Partnerschaft. 

Wie der unerfüllte Kinderwunsch auf die Psyche schlagen kann.
In psychischer Behandlug weil der Wunsch nach einem Kind nicht in Erfüllung geht. (Bild: vadimguzhva/iStock/Thinkstock)

Unerfüllter Kinderwunsch und die Psyche

Viele Paare erleben, dass der unerfüllte Kinderwunsch fortan den Alltag bestimmt. Die Behandlungen sind zeitaufwändig, müssen genau geplant werden. Paare sollen oft auf Abruf bereit stehen, wenn die Eizellen ausreichend gross sind, Sex zum von der Klinik berechneten Zeitpunkt kann zum Zwang werden, der beide Partner demütigt.

Der unerfüllte Kinderwunsch und die Psyche werden auch durch das ständige Warten auf Ergebnisse sehr belastet. Man wartet auf den Eisprung, man wartet auf die Klassifizierung der Eizellen, man wartet auf das Ergebnis der Befruchtung und am Ende der so genannten Warteschleife steht doch oftmals die ernüchternde Frage: Warum werde ich nicht schwanger?

Dem Kinderwunsch Grenzen setzen

Experten raten, die ungewollte Kinderlosigkeit zu verarbeiten, indem Paare frühzeitig besprechen, wie weit sie für ein Kind gehen wollen. Behandlung nach Behandlung zu absolvieren und am Ende doch immer wieder enttäuscht zu werden, kostet wertvolle Lebenszeit. Jedes «Negativ» schlägt auf die Stimmung, Depressionen können sich einstellen, während man verzweifelt auf ein positives Ergebnis hofft - was jedoch eventuell nicht kommen wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Unerfüllter Kinderwunsch kann schwere psychische Probleme verursachen.
  • Betroffene können sich professionelle Hilfe suchen. 

Ein Leben ohne Kinder

Es macht Sinn, gegebenenfalls mit weiteren Betroffenen oder mit einem Psychologen darüber zu sprechen und zu planen, wie man mit der Belastung durch die Therapie umgehen kann. Eine Beendigung der Therapien kann dabei auch der Startpunkt für ein neues Leben sein. Ein Leben ohne Kinder wird anders verlaufen als ein Leben mit Kindern, muss jedoch nicht schlechter als ein solches mit Nachwuchs sein!

Ungewollte Kinderlosigkeit verarbeiten durch Adoption: Diese Idee mag Aussenstehenden leicht erscheinen, ist aber für Betroffene oftmals keine Alternative. Der Wunsch nach einem leiblichen Kind ist etwas anderes als die Bereitschaft, einem Kind via Adoption ein neues Zuhause zu geben. Zudem sind Hürden auf diesem Weg und auch teils Kosten und Belastungen hoch. Ein Nein eines Paares sollte deswegen nicht immer wieder diskutiert werden.

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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