Auf die Haltung kommt es anSo finden Sie die richtige Stillposition

Sitzend, liegend oder stehend: Es gibt viele Stillpositionen. Wir zeigen Ihnen die zehn wichtigsten Techniken. Dann gilt es auszuprobieren, welche am besten zu Ihnen und dem Baby passen.

Die richtige Stillposition finden
Egal in welcher Position, die Haltung vom Baby und Mutter muss stimmen. © iStock / Getty Images Plus

Beim Stillen haben die Säuglinge immer grosse Eile. Doch egal wie gross der Hunger ist, die Mutter sollte sich trotzdem Zeit für die richtige Haltung nehmen. Aus zwei Gründen: Stillen darf nicht weh tun und die falsche Position kann Milchstau und wunde Brustwarzen auslösen. Und dem Baby fällt es in den falschen Positionen viel schwerer, die Brust festzuhalten und zu schlucken.

Wichtig ist deswegen, dass das Baby in jeder Position mit dem Bauch am Bauch der Mutter liegt und sein Ohr, die Schulter und die Hüfte eine gerade Linie bilden. Es muss den Kopf beim Trinken immer normal halten können. Wenn es den Kopf zur Brust drehen muss, liegt es falsch.

Beim Stillen sollte die Mutter immer ihren Arm auf einer Lehne abstützen oder ein Stillkissen unterlegen. Sonst wird das Stillen zum Kraftakt und Verspannungen sind schlecht für den Milchfluss. Ein Stillkissen hat noch einen weiteren Vorteil: Das Kind liegt höher und die Mutter muss sich nicht so weit nach vorne beugen. Das schont den Rücken.

1. Der Klassiker der Stillpositionen: Die Wiegehaltung

Bequem Stillen in der richtigen Position.
Die klassische Wiegehaltung beim Stillen. © iStock, Thinkstock

Die Wiegehaltung ist bei den meisten Müttern sehr beliebt, denn diese Stillposition ist nicht nur praktisch, sondern bietet auch sehr viel Körperkontakt. Das Köpfchen des Babys liegt dabei im Arm der Mutter, der Mund bei der Brustwarze, der Körper bildet vom Ohr bis zur Hüfte eine gerade Linie. Das Kind liegt mit dem ganzen Körper der Mutter zugewandt auf deren Arm, die Bäuche berühren sich. Die Mutter umschliesst das Gesäss des Kindes mit ihrer Hand, während die Ellenbeuge der Mutter den Nacken stützt. Aber Vorsicht: Während dem Milcheinschuss oder bei starkem Milchfluss ist diese Stillhaltung nicht optimal.

2. Für entspanntes und schmerzfreies Stillen: Die Seitenlage

Bequem Stillen in der richtigen Position.
Liegend auf der Seite stillen. © iStock, Thinkstock

Nach einem Kaiserschnitt sowie in den ersten Tagen nach der Geburt ist die Mutter oft kaum in der Lage, das Kind lange im Arm zu halten. Auch nachts ist es praktisch, das Kind in der Seitenlage im Liegen zu stillen. Konkret bedeutet das: Mutter und Kind liegen einander zugewandt. Die Mutter kann ihren Rücken zusätzlich mit einem Stillkissen stützen, während sie mit der anderen Hand den Rücken des Kindes hält. Dabei sollte sich der Kopf des Babys auf der Brusthöhe befinden. Diese Stillhaltung erfordert zwar ein bisschen Übung, sind Mutter und Kind aber eingeübt, ist sie sehr bequem.

3. Stillen im Sitzen mit dem Rückengriff

Bequem Stillen in der richtigen Position.
Stillen mit den Beinen nach aussen. © iStock, Thinkstock

Beim Rückengriff liegt das Kind seitlich unter dem Arm der Mutter und steckt die Beinchen nach hinten weg. Der Körper und die Beine des Babys befinden sich hinter dem Arm, von vorn ist nur der Kopf des Babys zu sehen. Hilfreich ist ein Stillkissen als Polsterung, worauf das Kind abgelegt wird. Gleichzeitig kann die Mutter den Kopf des Babys mit ihrer Hand stützen.

Der Vorteil dieser Stillposition ist, dass das Kind sehr gezielt angelegt werden kann. Jedoch gilt sie als recht umständlich, so dass sie hauptsächlich in der Anfangszeit, bei Milchstau oder nach einem Kaiserschnitt empfohlen wird. Die Position ist auch zu empfehlen, wenn das Baby erkältet ist und die Nase verstopft ist. Auch Frühchen und unruhige Kinder können in dieser Haltung gut trinken.

4. Laid-back-Nursing: Zurücklehnen und stillen

Bequem Stillen in der richtigen Position.
An ein Kissen lehnen und entspannt stillen. © iStock, Thinkstock

Bei dieser Stillposition wird in einer halbliegenden Position gestillt. Die Mutter lehnt sich gemütlich an eine Sessellehne oder ein Stillkissen, damit das Baby bäuchlings auf ihr liegen kann. Das Stillen in dieser Haltung ist sehr bequem für die Mutter, da sie das Baby nicht selbst halten muss. Zudem kann das Baby in dieser Position die Brust leicht finden und andocken.

5. Hoppe-Reiter-Sitz-Haltung

Diese Stillhaltung ist nur für Kinder geeignet, die schon selbstständig auf dem Schoss der Mutter sitzen können. Dabei sitzt es der Mutter so zugewandt, dass es gut an der Brust saugen kann.

6. Stillen im Tragetuch

Für diese Position sollte das Baby etwas tiefer als sonst im Tragetuch sitzen oder die Mutter hebt ihre Brust leicht an, damit das Kind an die Brust kommt. Sehr praktisch für unterwegs.

7. Vierfüsslerposition

Diese Stillhaltung ist eher unbequem, aber bei einem Milchstau und der Gefahr von Brustentzündungen sehr hilfreich, weil die Milch mithilfe der Schwerkraft besser herunterfliessen kann. Dabei befindet sich die Mutter im Vierfüsslerstand, während das Kind unter ihr auf dem Rücken liegt.

8. Doppelte Rückenhaltung

Diese Position ist ideal, um Zwillinge zu stillen. Die Kinder werden gleichzeitig gestillt und die Mutter hat beide Hände frei. Durch die Lage der Mutter, wird auch der Bauch entlastet, was vor allem nach einem Kaiserschnitt wichtig ist. Und der grosse Vorteil, wenn die Kinder nicht immer nacheinander gestillt werden: Die Mutter hat danach auch einmal Zeit, etwas anderes zu tun. Praktisch für die Position ist ein Zwillingsstillkissen, damit beide Kinder in einer bequemen Position sind. Sie liegen wie oben beim Rückengriff beschrieben mit den Beinen nach hinten. Eins an jeder Brust, die Köpfchen zeigen zueinander.

9. Kreuzgriff

Die Kreuzhaltung ist der Wiegehaltung sehr ähnlich, doch werden die Arme vertauscht. Das Kind liegt auf dem linken Arm wenn es an der linken Brust trinkt. Es wird von diesem Arm komplett abgestützt. Mit dem freien rechten Arm wird das Baby unterstützt, die Brustwarze zu erfassen und in der richtigen Position zu bleiben. Diese Position ist vor allem bei Neugeborenen beliebt und bei Babys, die Probleme haben, die Brustwarze zu finden. 

10. Dancer Griff

Bei dieser Position umfasst die Mutter ihre Brust von der Unterseite. Dann führen Daumen und Zeigefinger das Kinn des Kindes zur Brustwarze, die anderen drei Finger bleiben weiterhin die Brust. Bei dieser Technik kann die Mutter den Unterkiefer des Kindes stützen, die Position kontrollieren und sehen, ob die Brustwarze richtig vom Kind umschlossen wird. Diese Stillposition wird vor allem bei unruhigen Kindern und Babys mit Down-Syndrom oder anderen gesundheitlichen Problemen angewendet.

Publiziert von der Redaktion

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