Gute Nacht!Wie Ihr Baby durchschlafen lernt

Gibt es sie wirklich? Diese Superbabys, die schnell problemlos durchschlafen? Keine Sorge, früher oder später lernt jedes Baby das Schlafen. Mit viel Geduld und diesen Tricks.

Durchschlafen lernen bei Babys 
Durchschlafen bedeutet für dreimonatige Säuglinge eine Stunde Schlaf am Stück. © iStock / Getty Images Plus

Die ersten Wochen nach der Geburt eines Kindes sind für die Eltern und auch das Baby eine neue Erfahrung. Insbesondere das Kind muss sich auf einen neuen Rhythmus einstellen. Denn Babys kommen ohne Gefühl für Nacht und Tag auf die Welt. Sie müssen die Unterscheidung erst noch lernen. Es dauert meist einige Wochen, bis sich das Baby auf den Tag-Nacht-Rhythmus einstellt.

Doch aufgepasst! Durchschlafen bedeutet für Säuglinge nicht dasselbe wie für Erwachsene. Der Schlafzyklus dauert bei drei Monate alten Säuglingen vielmehr nur 50 bis 60 Minuten. Dazu wechseln sich Tiefschlaf und oberflächlicher Schlaf ab. Insgesamt sind sechs Stunden am Stück im Bett ein voller Erfolg.

Die zwei wichtigsten Ziele beim Durchschlafen sind deshalb, dass die Babys den Unterschied von Tag und Nacht lernen und alleine wieder einzuschlafen, wenn sie nachts aufwachen.

Probleme beim Durchschlafen

Im Alter von drei Monaten schlafen laut Statistik bereits 70 Prozent der in der Nacht durch. Die Ursachen für die nächtliche Unruhe bei den anderen 30 Prozent sind verschieden. Gründe können zum Beispiel sein, dass

  • zum Wachstums- und Entwicklungsschub mehr Nahrung gebraucht wird.
  • die ersten Zähnchen kommen.
  • das Kind krank wird und sich nicht wohl fühlt.
  • ein Bäuerchen im Bauch drückt.
  • sie unruhig träumen und sich stossen.
  • die Windel voll ist.
  • schon gelernte Rituale das Wiedereinschlafen alleine verhindern.

Diese Rituale fördern den Schlafrhythmus

Babys verbinden schnell bestimmte Rituale mit dem Einschlafen. Vielleicht wird es getragen, gestillt und schläft an der Brust ein oder bekommt einen Schoppen. Das Problem: Wachen sie nachts auf, verlangen sie nach diesen Ritualen. Die langen Einschlafrituale und das häufige nächtliche Aufstehen kann den Eltern den Schlaf rauben und an Nerven und Kräften zehren.

Das Einschlafritual sollte deshalb so gestaltet werden, dass das Baby alleine einschläft. Vorher ist noch Zeit zum Schmusen, Bücherlesen, Singen von einem Gute-Nacht-Lied und Erzählen einer kleinen Geschichte.

Mit täglichen Ritualen das Baby zum Einschlafen bringen.
Süsse Träume! Eine Geschichte vorlesen, kann das Baby zum Einschlafen und Durchschlafen bringen. © iStock / Getty Images Plus

Diese Rituale helfen Baby und Eltern beim Durchschlafen:

1. Dunkelheit

Der regelmässige Wechsel von Licht und Dunkelheit ist eine Einschlafhilfe beim Baby und es lernt mit der Zeit, in der Nacht durchzuschlafen. Wenn Sie im Kinderzimmer zusätzlich das Licht dimmen und ruhig sprechen, wird Ihr Baby bemerken, dass es bald ins Bettchen geht.

2. Wach ins Bett

Soll das Baby nachts alleine in seinem Bettchen schlafen, sollten Sie es wach ins Bett legen und dort einschlafen lassen.

3. Kind im Bett lassen

Wird das Kind in der Nacht unruhig, können Sie es wieder beruhigen, indem Sie Ihre flache Hand sanft auf seine Brust legen oder indem Sie Ihr Kind merken lassen, dass Sie anwesend sind.

4. Keine Ablenkung

Kann Ihr Baby nicht wieder einschlafen oder muss gar ein Bäuerchen machen, sollten Sie es kurz hoch nehmen. Wichtig ist, nicht zu schmusen oder andere Aktivitäten zu unternehmen, ansonsten, hat das Kind das Gefühl, es ist Zeit zum Spielen.

5. Baby später füttern

Um zu erreichen, dass das Baby nach etwa sechs Monaten in der Nacht durchschläft, sollte es von den ersten Lebenswochen relativ spät am Abend ausgiebig gestillt zu werden. Das kann zwischen 22 und 24 Uhr sein, selbst wenn das Kind zu dieser Zeit schon schläft. So wird die nächste Stilleinheit hinausgezögert. Nutzen Sie den Moment, sich zu erholen und selbst zu schlafen.

6. Nur kleine Mahlzeiten

Verlangt das Baby auch nachts vehement nach Nahrung, können ihm kleinere Mengen a

Schlafforschung

Was Forscher über das Schlafverhalten von Kinder herausgefunden haben, zeigt das Forschungsmagazin des Kinderspitals Zürich.

Ein völlig natürliches Verhalten und ein bewährtes Ritual ist es, das Baby an der Brust einschlafen zu lassen, so die Stillförderung Schweiz. Allerdings befürchten Kritiker, dass das Kind Trinken und Einschlafen verbindet und auch erst nachts wieder nach dem Stillen einschläft, ob es nicht hungrig war. 

Jedes Kind ist anders und auch alle Eltern verhalten sich anders. Meist handeln sie auch beim Thema Schlaf instinktiv richtig für sich und das Kind. Viele Ratgeber können mit ihren Methoden und neuen Schlaftechniken Baby und Eltern mehr verunsichern als helfen.

Was sich jedoch bewährt hat ist folgendes: viel Einfühlungsvermögen, Ausprobieren nach Bauchgefühl und Geduld, um den richtigen Rhythmus und die besten Alltagsrituale zu finden.

Um Gewohnheiten wie langwierige Einschlafrituale und unruhige Nächte zu überwinden, ist viel Zeit nötig, denn die Veränderungen sollten in kleinen Schritten gemacht werden. Zum Beispiel schrittweise immer weniger Körperkontakt oder immer längere Abstände zwischen den Schoppen. Wichtig ist dann vor allem, dass beide Elternteile und auch andere betreuende Personen an einem Strang ziehen.

Bevor sie jedoch am Ende ihrer Kräfte sind, können Eltern auch eine Schlafberatung in Abspruch nehmen. Diese bieten Kliniken, Hebammen aber auch die Mütter- und Väterberatung an.

Publiziert von der Redaktion

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