Wenn der Magen zwicktBauchschmerzen bei Babys haben viele Ursachen

Bauchschmerzen sind ein typisches Problem vieler Babys. Die Ursachen dafür reichen von meist banalen Infekten über falsche Stilltechniken bis hin zu Koliken. In wenigen Fällen können auch ernste Krankheitsbilder hinter Bauchschmerzen beim Baby stecken.

Bauchschmerzen bei Babys 

Ein Baby mit Bauchschmerzen weint viel, verhält sich unruhig und zieht die Beine an den Körper. Manchmal gehen auch lautstark Winde aus dem Darm ab. Viele Eltern beobachten dieses Verhalten in den ersten drei Monaten. Ärzte sprechen deswegen auch von den typischen «Dreimonatskoliken» bei Säuglingen.

Zeigt ein junges Baby anhaltende Symptome von Bauchschmerzen, ist es immer sinnvoll, zum Kinderarzt zu gehen. In der Regel wird dieser nichts Aussergewöhnliches feststellen können. Da jedoch in seltenen Fällen Bauchschmerzen auch erste Hinweise auf ernstzunehmende Krankheitsbilder geben können, sollten Zeichen von unspezifischen Bauchschmerzen immer mit dem Arzt besprochen werden.

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Bei wenigen Kindern stellt sich heraus, dass diese unter einer so genannten Reflex-Krankheit leiden. Dabei fliesst Magensaft zurück und kann dem Baby Schmerzen bereiten. In etwa 2 Prozent der Fälle, die wegen Bauchschmerzen in der Praxis vorgestellt werden, ist dies der Fall. In etwa 15 Prozent der Fälle liegt eine Milcheiweiss-Allergie vor.

Warum hat mein Baby Bauchschmerzen? Hier finden Sie die Antwort.
Bei Bauchschmerzen auf Milchprodukte wie Quark verzichten. (Bild: Stitchik/iStock, Thinkstock)

Ernährung bei Milcheiweissallergie

Grundsätzlich ist Stillen die beste Nahrung für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten. Doch auch bei gestillten Kindern kann es vorkommen, dass ihr Körper allergisch auf Milcheiweiss reagiert, welches die Mutter zuvor zu sich genommen hatte. Öfter ist der Fall, dass mit dem Schoppen ernährte Kinder die Milch nicht vertragen.

Besteht der Verdacht, dass eventuell das Milcheiweiss nicht vertragen wird, sollte die Mutter zunächst selbst das Milcheiweiss weglassen. Hierfür müssen alle Milchprodukte gemieden werden, also auch Quark und Käse zum Beispiel. Bessern sich die Beschwerden, wäre eine weitere Fortsetzung der Auslassdiät für einige weitere Wochen ratsam.

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele Babys leiden zeitweilig unter Bauchschmerzen, doch nur in wenigen Fällen lassen sich konkrete Ursachen wie Reflux oder Milcheiweissallergie finden.
  • Der Kinderarzt sollte bei anhaltenden Bauchschmerzen immer zu Rate gezogen werden.

Bei Kindern, die mit einer Milchnahrung gefüttert werden, besteht die Möglichkeit, auf eine spezielle Ersatzmilch umzustellen. Diese wird nicht auf der Basis von Kuhmilch hergestellt. Der Kinderarzt kann hierzu ein Rezept ausstellen. Wenn sich hierauf keine weiteren Symptome von Bauchschmerzen zeigen, liegt der Verdacht einer solchen Allergie nahe.

Es besteht auch die Möglichkeit, via Bluttest eine Allergie auf Milcheiweiss zu klären. Leider ist dieser Test aber bei Babys noch nicht wirklich aussagekräftig. Bei sehr starken Symptomen oder bei Unklarheit, ob ein Zusammenhang zur Milch besteht, ist es aber nach Rücksprache mit dem Kinderarzt einen Versuch wert.

Andere Ursachen von Bauchschmerzen

Oftmals lässt sich keine Ursache finden. Manche Babys schlucken beim Trinken zu viel Luft. Oftmals braucht es auch schlicht noch ein wenig Zeit, bis die Verdauungsorgane reifer sind. Plötzlich zeigt das Kind dann keine Symptome von Bauchschmerzen mehr.

Insofern sind Auslassdiäten der Mutter ohne medizinischen Grund nicht sinnvoll. Besser ist es, darauf zu achten, dass das Kind wenig Luft beim Trinken schluckt. Die Hebamme kann zur Stillpositionen beraten. Viele Babys lassen sich durch Wiegen im Arm und Nuckeln am Finger nach dem Stillen beruhigen.

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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