Und, wie schmeckt das Fruchtwasser? Die 11. Schwangerschaftswoche

Beim ersten Ultraschall können Sie Ihr Baby schon sehen. Oder sind es sogar zwei? In der 11. SSW kann der Gynäkologe mit Sicherheit feststellen, ob Sie ein eineiige oder zweieiige Zwillinge erwarten.

So entwickelt sich Ihr Baby

Das Baby ist in der 11. Schwangerschaftswoche ist vom Scheitel zum Steiss etwa drei bis vier Zentimeter gross und wiegt rund 7 Gramm. Der Kopf ist immer noch riesig im Verhältnis zum Körper und macht etwa die Hälfte aus, Arme und Beine holen aber langsam auf.

Eine Besonderheit in dieser Woche ist, dass das Baby nun eine Haut hat. Der Körper ist von einem weissen Flaum bedeckt. In den nächsten Wochen wird sich diese Hautschicht verdicken und es werden weitere Schichten gebildet. Unter der Hautoberfläche bilden sich schon die ersten Haarwurzeln. Auch Finger- und Zehennägel werden schon sichtbar. An den Händen bilden sich erste Hautlinien aus. Mit vier Monaten wird der individuelle Fingerabdruck fertig sein – für das ganze Leben. Er ist sogar bei eineiigen Zwillingen unterschiedlich.

Grösse und Gewicht des Babys

3 – 4
cm
7
g

Die Sinnesorgane des Babys entwickeln sich in der 11. Schwangerschaftswoche rasant weiter. Die Geschmacksnerven beginnen sich auszubilden. Nase und Mund funktionieren als Einheit und der Fötus schluckt sogar Fruchtwasser, das es über Niere und Harnblase ausscheidet. Manchmal bekommt das Baby davon Schluckauf, der ist im Ultraschall zu sehen und völlig ungefährlich. Vielmehr übt der Fötus schon für die Atmung.

Unter den Augenlidern entwickelt sich die Netzhaut. Die Zahnknospen entwickeln sich weiter. Die Ohren sind an ihren richtigen Platz, die Ohrmuschel, der äussere Teil des Ohres, beginnt zu wachsen. Das Mittelohr ist schon seit der 8. SSW fertig. 

Alle lebenswichtigen Organe sind bereits funktionsfähig und reifen weiter aus. Der Brustraum schliesst sich und das Herz ist gut geschützt. Da das Zwerchfell ausgebildet ist, kann das Baby seine ersten Atembewegungen üben. Überhaupt ist das Baby sehr aktiv, es strampelt, dreht den Kopf und reagiert auf äussere Reize mit noch mehr Bewegung.

Bei den Jungen bilden sich die Hoden weiter aus, der Penis wird sichtbar. Bei Mädchen entwickeln sich Eierstöcke und Eileiter. Das Geschlecht des Kindes ist aber noch nicht erkennbar. Es steht zwar schon seit der Befruchtung fest, doch die äusseren Geschlechtsorgane sind noch zu wenig ausgeprägt. Bis zur 15. SSW kann aber mithilfe altbekannter Mythen über das Geschlecht gerätselt werden.

Die 11. Schwangerschaftswoche

Ihr Körper in der 11. SSW

Viele Frauen nehmen bis zur 11. Schwangerschaftswoche ein bis zwei Kilogramm zu und auch der Bauch beginnt bei den meisten Schwangeren nun zu wachsen. Und noch eine gute Nachricht: Das Risiko für Schädigungen oder Anomalien ist mit Ende der 11. SSW sehr stark gesunken. Die kritische Entwicklungsphase ist beendet und das Risiko einer Fehlgeburt ist ab jetzt sehr gering.

Die Gebärmutter entwickelt sich zum Ende vom ersten Trimester sehr schnell, schon zum Ende der 13. Woche wird sie voll ausgebildet sein und viele lebenswichtige Funktionen für den Fötus übernehmen. Es ermöglicht dem Baby zu atmen, zu trinken, zu essen und Giftstoffe auszuscheiden. Gleichzeitig schützt sie das Baby vor Infektionen und schädlichen Hormonen und übernimmt die Produktion von Hormonen, die für den Fortbestand der Schwangerschaft sorgen.

Das Wachstum der Gebärmutter und die Dehnung der Mutterbänder macht sich weiterhin als Ziehen im Unterleib bemerkbar. Je nach Körpergewicht und Grösse kann der Arzt die Gebärmutter sogar schon durch die Bauchdecke über dem Schambein ertasten.

Was jetzt wichtig ist

Erwarten Sie zwei Kinder oder mehr, kann der Frauenarzt jetzt noch feststellen, ob es sich um eineiige oder zweieiige Mehrlinge handelt. Dieser Befund ist nur bis zur 12. SSW möglich und wichtig für die weitere Vorsorge. Bei eineiigen Zwillingen treten zum Beispiel häufiger Komplikationen auf als bei mehreiigen.

Sind Sie gerade auch häufig ausser Atem, haben Schwindel oder Kopfschmerzen? Das Blutvolumen im Körper nimmt nämlich gerade zu, der Blutdruck verändert sich und die Organe müssen mehr arbeiten. Darum steigt der Sauerstoffbedarf in diesen Schwangerschaftswochen um bis zu 20 Prozent. Die Hälfte wird von der Plazenta und dem Baby benötigt. Die andere Hälfte brauchen vor allem Herz und Niere. Die Lungen beschleunigen deshalb ihre Arbeit um 40 Prozent. 

Um Atemnot und Schwindel zu vermeiden, ist es wichtig, viel zu trinken. Auch regelmässige Spaziergänge an der frischen Luft helfen, genug Sauerstoff für sich und das Baby aufzunehmen und den Kreislauf in Schwung zu halten. Manche Frauen haben durch die erhöhte Blutmenge einen angenehmen Nebeneffekt: Ihre Hände und Füsse werden nicht mehr so schnell kalt.

Nun beginnt bald die angenehme Phase der Schwangerschaft. Der Körper gewöhnt sich nach der anfänglichen Hormonexposion an die neue Situation. Die anfänglichen Beschwerden lassen immer mehr nach, die Energie kehrt zurück und der Bauchumfang ist noch kein Hindernis im Alltag.

Publiziert von der Redaktion

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