Plazenta, übernehmen Sie! Die 12. Schwangerschaftswoche

Ende der 12. SSW haben Sie das erste Trimester der Schwangerschaft geschafft. Jetzt kann das Baby schon am Daumen lutschen. Ganz unbemerkt gibt es im Bauch eine wichtige Übergabe: Nun versorgt die Plazenta das Baby.

So entwickelt sich Ihr Baby

Die Scheitel-Steiss-Länge Ihres Babys beträgt schon fünf bis sechs Zentimeter. Die Gliedmassen sind immer deutlicher ausgebildet und werden immer beweglicher. Arme, Beine und Kopf können sogar schon unabhängig voneinander kontrolliert bewegt werden, weil das Nervensystem weit entwickelt ist. Ultraschallaufnahmen in dieser Woche zeigen, dass das Baby am Daumen lutscht, sich rege bewegt und das Köpfchen dreht. Auch lächeln kann es bereits.

Das Baby schwimmt in der 12. SSW in rund 30 Milliliter Fruchtwasser. Diese keimfreie Flüssigkeit mit konstanter Temperatur von 37,5 Grad Celsius, etwas höher als die Körpertemperatur der Mutter, hat eine wichtige Schutzfunktion. Das Fruchtwasser filtert auch die Abfallprodukte aus dem Urin und führt sie über die Plazenta in den Blutkreislauf der Mutter zurück.

Grösse und Gewicht des Babys

5 – 6
cm
14 –15
g

Das Gesicht wird immer menschlicher. Die Augen rücken zusammen, die Ohrmuschel wächst am Kopf des Fötus. Auch der Körper wird menschenähnlicher, weil die Schwimmhäute verschwunden sind. Finger und Zehen haben keine Häute mehr, sondern sind voneinander gelöst.

Die Struktur der Plazenta ist ab der zwölften Schwangerschaftswoche voll ausgebildet. Durch die Nabelschnur wird das Baby versorgt und gibt umgekehrt seine Abfallprodukte an die Plazenta zurück. Diese wächst mit der Grösse des Fötus stetig mit und ist aktuell so gross wie eine Faust. Der Dottersack, der bisher den Fötus ernährt hat, löst sich um die zwölfte Woche ganz auf. Die Blutzellen werden von nun an in der Leber produziert und nicht mehr vom Dottersack. Organreifung, Knochenhärtung und Gehirnentwicklung des Babys schreiten weiter voran.

Noch kurz zur Plazenta: Sie ist ein komplexes Filtersystem, das es dem Baby ermöglicht, zu atmen, zu essen und Giftstoffe auszuscheiden. Sie schützt das Baby zudem vor Viren und schädlichen Substanzen und produziert wichtige Hormone für die Schwangerschaft.

Die 12. Schwangerschaftswoche

Ihr Körper in der 12. SSW

Von den turbulenten Turnübungen des Babys und den vielen Kindsbewegungen spüren Sie noch nichts, weil der Fötus noch zu klein ist, um die Nervenenden an der Gebärmutterwand zu berühren.

Dafür tut sich aussen viel: Der Bauch wächst nämlich endlich und eine leichte Wölbung wird sichtbar. Im Durchschnitt nehmen Frauen im ersten Trimester zwischen ein und zwei Kilogramm zu. Manche nehmen, bedingt durch die anhaltende Übelkeit der vorherigen Wochen, auch ab. Das ist kein Grund zur Sorge.

Die Haut von Bauch und Brüsten wird in den nächsten Monaten noch stark beansprucht werden. Sie täglich einzuölen oder einzucremen, macht die Haut geschmeidiger und beugt Schwangerschaftsstreifen vor. Am besten verwenden Sie dafür milde oder naturbelassene Pflegemittel wie reines Mandelöl.

Was jetzt wichtig ist

  • sorgfältige Haut- und Zahnpflege 
  • Die richtige Ernährung mit vielen Mineralstoffen wie Jod und Eisen
  • Gehen Sie viel an der frischen Luft spazieren, um den Kreislauf in Schwung zu halten.
  • Überlegen Sie sich, wem Sie wann vom Babyglück erzählen.
  • Wissen Sie schon, wann Sie an Ihrem Arbeitsplatz die Schwangerschaft bekannt machen?
  • Wenn Sie Lust haben, führen Sie ein Tagebuch für die Schwangerschaft. Eine schöne Erinnerung.
  • Planen Sie eine Reise, das zweite Trimester ist dafür ideal.

Der hohe Progesteronspiegel lässt bei vielen Schwangeren die Haut fleckig oder trocken werden. Teilweise bilden sich rötliche Streifen auf Brustkorb und Beinen. Man spricht dabei von sogenannten Spinnenmalen. Sie sind nichts anderes als Blutgefässe, die sich aufgrund der Östrogenproduktion ausgedehnt haben. Dieses Problem verschwindet meist nach der Schwangerschaft wieder.

Zum Ende des ersten Trimesters bietet sich ein Kontrollbesuch beim Zahnarzt an. Denn die Schwangerschaftshormone durchbluten das Zahnfleisch stärker, es wird weicher, blutet leichter und ist anfälliger für Infektionen. Die sorgfältige Zahnpflege verhindert, dass «jede Schwangerschaft einen Zahn kostet», wie es früher oft hiess. 

Ansonsten gibt es nun zum Ende des dritten Monats viele gute Nachrichten: das Fehlgeburtsrisiko ist sehr gering, Übelkeit und andere Schwangerschaftsbeschwerden verschwinden meist, die Energie kehrt zurück, viele Frauen fühlen sich in dieser Zeit beschwingt und unternehmungslustig. Einzig der Schwindel und die Atemnot, wie in den Vorwochen, können wegen dem erhöhten Sauerstoffbedarf noch anhalten.

Publiziert von der Redaktion

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