AufgewecktTipps gegen Müdigkeit in der Schwangerschaft

Plötzlich ist die Energie weg. Der Körper braucht alle Reserven für das Baby. Müde und erschöpft fühlen sich deshalb viele Frauen in der Frühschwangerschaft und kurz vor der Geburt. Diese Tipps helfen.

Müdigkeit in der Frühschwangerschaft: Ursachen und Tipps
Gemütliche Gesellschaft ist ein gutes Rezept gegen Müdigkeit in der Schwangerschaft. © E+ / Getty Images Plus

Geradezu lähmend kann das Gefühl der Erschöpfung und Müdigkeit in den ersten Monaten der Schwangerschaft sein. Schon am Mittag könnten viele schwangere Frauen stundenlang schlafen, andere setzen sich auf der Türschwelle hin bevor sie den Schlüssel ins Schloss stecken können. Jeder Schritt ist eine Anstrengung, an Sport ist gar nicht zu denken.

Ursachen für die Müdigkeit in der Schwangerschaft

Eine wissenschaftliche Erklärung für die häufige Müdigkeit bei Schwangeren gibt es nicht. Aber drei Theorien.

1. Der Embryo wächst rasant

Der Körper ist in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft voll und ganz mit der Versorgung des Babys beschäftigt und der wächst in dieser Zeit rasant. Nie wieder wird der Organismus des Embryos so stark wachsen wie jetzt. Dafür bringt er den Energiehaushalt der Mutter ganz schön durcheinander.

2. Das Blutvolumen der Mutter steigt

Der Stoffwechsel der Mutter muss das Kind mitversorgen, das Blutvolumen nimmt zu und der Sauerstoffbedarf steigt. Herz und Nieren werden zusätzlich beansprucht. Schwangere Frauen atmen mehr, geben Sauerstoff an den Embryo ab. Gleichzeitig baut sich die Plazenta auf, um das Kind besser als über den Dottersack mit Nährstoffen zu versorgen. Der Körper läuft auf Hochtouren.

3. Der Progesteronspiegel ist hoch

Viele Ärzte machen auch den hohen Progesteronspiegel für die Müdigkeit in der Schwangerschaft verantwortlich. Das Hormon wirkt beruhigend auf die Gebärmutterschleimhaut, um zu verhindern, dass der gerade eingenistete Embryo abgestossen wird. Gleichzeitig wirkt das Hormon aber auf den ganzen Körper.

Was gegen die Müdigkeit in der Schwangerschaft hilft

Gegen die weit verbreitete Müdigkeit in der Frühschwangerschaft, dem erstes Trimester, gibt es kein Allheilmittel. Aber diese sechs Tipps helfen, mit den müden Phasen besser zurechtzukommen.

1. Ausruhen

Auf den Körper hören, dass lernen viele Frauen zu Beginn ihrer Schwangerschaft. Plötzlich ist der Tag nicht mehr so planbar wie früher, es muss Zeit für Unvorhergesehenes gelassen werden. Dazu gehört auch die neue Siesta oder das Bücherlesen auf der Couch am Nachmittag. Wenn der Körper nach Ruhe verlangt, sollte er sie auch bekommen – ganz ohne schlechtes Gewissen und vielleicht auch mal mit einer lustigen Gurkenmaske.

2. Kalt duschen

Kalte Duschen und auch Wechselduschen wecken die Lebensgeister und sind erfrischend. Der gute Nebeneffekt: das kalte Wasser ist strafft die beanspruchte Haut und beugt Schwangerschaftsstreifen vor. Wem die kalten Ganzkörperduschen zu sportlich sind, kann auch nur Füsse und Beine abspritzen.

3. Gut essen und viel trinken

Viele Schwangere werden zusätzlich zur Müdigkeit in der Frühschwangerschaft von Übelkeit geplagt. Obwohl das Essen in diesen Wochen keine Freude ist, sollte versucht werden, viele kleine Mahlzeiten statt drei grosse zu essen. Denn der Körper braucht nun viel Kraft und ist doppelt belastet. Da ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit vielen frischen Lebensmitteln wichtig. Zum Beispiel machen viele Kohlenhydrate wie Nudeln und Kartoffeln müde, besser sind leichte Kost wie Gemüse oder Joghurt.

4. Raus gehen

Die Mittagspause nach draussen verlegen, kleine Spaziergänge jeden Tag fest einplanen – Bewegung an der frischen Luft lässt die Müdigkeit verfliegen und bringt viel Sauerstoff in den Körper, den auch das Baby dringend braucht.

5. Sport machen

Schwimmen, Yoga, Pilates: Leichter Sport aktiviert den Körper und lässt die lähmende Müdigkeit für kurze Zeit vergessen. Bei Sport in der Schwangerschaft rät der Schweizerische Hebammenverband, «Sportarten zu wählen, die Ihnen vertraut sind». Auch Akupunktur und Massagen können den Energiefluss anregen.

6. Eisenwerte prüfen

Der Körper braucht in der Schwangerschaft mehr Vitamine und Mineralstoffe. Meist lässt sich der Bedarf über die Nahrung decken. Eisen ist häufig eine Ausnahme. Über das Blut überprüfen Frauenärzte deshalb regelmässig die Werte der Schwangeren, um eine Anämie auszuschliessen.

Müdigkeit im zweiten Trimester

Im zweiten Trimester der Schwangerschaft fühlen sich die meisten schwangeren Frauen wieder voller Energie. Der Körper hat sich nun auf die neue Situation eingestellt, der Embryo wächst langsamer und nun ist wieder mehr Energie für die Mutter übrig. Jetzt ist die beste Zeit für Sport oder eine Reise in der Schwangerschaft.

Wenn die Müdigkeit nach den ersten zwölf Schwangerschaftswochen aber nicht nachlässt, oder schlimmer wird, könnte ein Eisenmangel der Grund sein. Der Eisenbedarf ist in der Schwangerschaft erhöht und kann oft nicht nur über die Ernährung gedeckt werden. Besonders schwangere Veganerinnen und Vegetariarinnen leiden häufig unter Mangelerscheinungen.

Die Müdigkeit gegen Ende der Schwangerschaft

Meist kehrt die Müdigkeit im letzten Drittel der Schwangerschaft zurück. Viele Schwangere schlafen dann schlechter. Gegen die häufigen Schlafstörungen helfen zum Beispiel ein Stillkissen für eine bequemere Position für den Bauch im Bett und Akupunktur.

Zudem sind Sie aufgrund des höheren Körpergewichts und dem grossen Babybauch schneller erschöpft. Der Körper ist auf Hochtouren mit dem Endspurt der Schwangerschaft beschäftigt. Jetzt ist es nicht mehr lang. Aber trotzdem sollte jede Gelegenheit zum ausruhen genutzt werden. Nichts ist anstrengender, als völlig erschöpft in die Geburtwehen zu starten.

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