GestoseSchwangerschaftsvergiftung - eine schwerwiegende Komplikation

Bluthochdruck und Schwellungen an Händen und Füssen sind Anzeichen einer sogenannten Schwangerschaftsvergiftung. Wie Sie die Symptome erkennen und wann Sie ein Frauenarzt aufsuchen sollen, um schwere Schäden zu vermeiden.

Schwangerschaftsvergiftung - eine schwerwiegende Komplikation 

Die genauen Ursachen der Schwangerschaftsvergiftung sind nicht bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass die Belastungen der Schwangerschaft den Stoffwechsel stark beeinträchtigen und damit zum Krankheitsbild führen. Bei bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes, chronischer Nierenerkrankung und chronischem Bluthochdruck liegt ein erhöhtes Risiko vor. 

Auch Übergewicht und eine Mehrlingsschwangerschaft stellen Risikofaktoren dar. Des Weiteren konnte eine familiäre Häufung der Erkrankung beobachtet werden. Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass die Schwangerschaftsvergiftung, in der Fachsprache Präeklampsie oder Gestose genannt, eine Autoimmunerkrankung der Mutter darstellt. 

Anzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung.
Schwangerschaftsvergiftung: Ärztin überprüft den Blutdruck der werdenden Mutter.  (Bild: KatarzynaBialasiewicz/iStock, Thinkstock)

Symptome der Schwangerschaftsvergiftung

Das erste Anzeichen der Schwangerschaftsvergiftung ist häufig ein erhöhter Blutdruck. Auch erhöhte Eiweisswerte im Urin und vermehrte Ödeme stellen Anzeichen dar. Weiter kommt es häufig zu einer schnellen Gewichtszunahme. Diese Symptome können durch unspezifische Anzeichen wie Kopfschmerzen, Augenflimmern, Sehstörungen und Oberbauchschmerzen begleitet werden. 

Die Symptome treten in aller Regel in der zweiten Schwangerschaftshälfte auf. Nur sehr selten kann die Erkrankung früher nachgewiesen werden. Drei bis fünf Prozent aller Schwangeren sind davon betroffen. Eine Schwangerschaftsvergiftung bringt zahlreiche Risiken mit sich - im schlimmsten Fall drohen Nieren- und Leberversagen. Auch eine Frühgeburt stellt ein Risiko der Erkrankung dar. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Schwangerschaftsvergiftung tritt bei drei bis fünf Prozent aller Schwangerschaften auf.
  • Es handelt sich um eine bedrohliche Erkrankung, die ärztlich behandelt werden muss.
  • Unbehandelt kann es zum Versagen von Niere und Leber und zu schweren Schäden des Kindes kommen.
  • Oft wird per Kaiserschnitt vorzeitig entbunden.

Wie verläuft die Präeklampsie?

Bei einem milden Verlauf ist eine engmaschige Überwachung durch den Arzt meistens ausreichend. Die von der Plazenta gebildeten Moleküle im Blut können überprüft werden - bei einem Schwangerschaftshochdruck ist die Anzahl deutlich erhöht. Bemerken Sie Anzeichen der Erkrankung, sollten Sie umgehend einen Frauenarzt aufsuchen. Es reicht nicht aus, bis zur nächsten Vorsorgeuntersuchung zu warten, da die Präeklampsie akut bedrohlich ist.

Liegt eine schwere Form der Schwangerschaftsvergiftung vor, muss die Frau sofort ins Spital eingeliefert werden und per Kaiserschnitt entbinden. Nur so können Schäden für Frau und Kind vermieden werden. Wie das Universitätsspital Basel auf seiner Homepage schreibt, «existieren keine Medikamente welche das Krankheitsbild rückgängig machen. Die einzige Therapie dieser primär mütterlichen Erkrankung ist die Entbindung.» 

Das Hellp-Syndrom: eine schwere Komplikation

Das Hellp-Syndrom stellt die grösste Komplikation der Präeklampsie dar. Das Syndrom kann aber auch urplötzlich ohne vorgängige Symptome auftreten. Bei dieser Erkrankung tritt eine Funktionsstörung der Leber auf. «Hellp» steht gemäss der Arbeitsgemeinschaft Gestose-Frauen für Blutzerfall, erhöhte Leberwerte und nachlassende Blutgerinnung. Bei schwerer Erkrankung treten starke Bauchschmerzen und in einigen Fällen Krampfanfälle auf. Beim Hellp-Syndrom ist eine sofortige ärztliche Hilfe notwendig.

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock 

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