Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft5 Tipps gegen die Gefühlsachterbahn

In der Schwangerschaft spielen die Gefühle Achterbahn und sind unberechenbar. Was die Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft auslöst und welche Tipps helfen.

Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft

In einem Moment könnten Sie die ganze Welt umarmen und im nächsten brechen Sie in Tränen aus. Dieses Gefühl kennen viele Schwangere. Meist beginnen die Sympthome in der 6. Schwangerschaftswoche. Zu Müdigkeit, Morgenübelkeit, Rücken- oder Bauchschmerzen gesellen sich die psychischen Auswirkungen von der grossen körperlichen Umstellung.

Viele Frauen fühlen sich in diese Zeit oft niedergeschlagen, sind häufig aufgeregt und den Tränen nahe. Hin und wieder kann es auch zu Angstgefühlen oder Reizbarkeit kommen, in seltenen Fällen ist sogar eine Depression die Folge. Bei manchen Frauen ziehen sich die Stimmungsschwankungen durch die gesamte Schwangerschaft. Bei den meisten Frauen klingen sie nach dem ersten Trimester ab, wieder andere fühlen sich besonders im dritten Trimester und kurz vor der Geburt sehr angespannt. 

Ursachen für Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft 

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Stimmungsschwankungen beginnen mit der 6. Schwangerschaftswoche
  • Grund ist die hormonelle Umstellung
  • Meist sind die Stimmungsschwankungen nach einigen Monaten vorbei
  • Offener Austausch, Entspannung und Sport helfen
  • In seltenen Fällen ist eine Schwangerschaftsdepression die Folge

Verantwortlich für die unterschiedliche Stimmungslage in der Schwangerschaft sind die Hormone, genauer gesagt, die hormonelle Umstellung: Normalerweise produzieren die Eierstöcke Hormone wie Östrogen, HCG und Progesteron. Während der Schwangerschaft übernimmt die Produktion jedoch nach und nach die Plazenta.

Dieser Übergang findet in den ersten Monaten der Schwangerschaft statt. Da die Hormone nicht nur Botenstoffe sind, sondern auch für das Gefühlsleben zuständig sind, leiden insbesondere in diesem Zeitraum viele Schwangere unter Stimmungsschwankungen. Hat die Plazenta die Hormonproduktion vollständig übernommen, fühlt sich die meisten Betroffenen rasch wieder ausgeglichener.

Neben den Hormonen trägt auch die sich verändernde Lebenssituation zu den Stimmungsschwankungen bei. Denn eine Schwangerschaft stellt eine entscheidende Lebensphase dar und schlägt ein neues Kapitel auf. Der Körper verändert sich ständig und regelmässige Arztbesuche müssen bewältigt werden. Dazu kommen neue Themen wie zum Beispiel ein Umzug in eine grössere Wohnung, die Wahl des Geburtsorts und die Organisation der Arbeit auf die Schwangeren zu. Es wird viel geplant in dieser ereignisreichen Zeit und gleichzeitig macht sich die Schwangerschaftsdemenz bemerkbar.

Nicht selten stellen sich werdende Mütter auch Fragen wie: Wird das Kind gesund? Bin ich der Verantwortung wirklich gewachsen? Wie läuft die Geburt ab? Verständlich, dass die Nerven schon mal durchgehen.Kein Wunder, dass Schwangere daher oft zwischen Vorfreude auf das neue Familienmitglied und Sorgen über die Zukunft schwanken.

Was hilft bei Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft?

Leider gibt es kein wirksames Mittel, mit dem Sie die Stimmungsschwankungen bekämpfen können. Eine Schwangerschaft stellt eine grosse Veränderung im Körper dar. Das heisst jedoch nicht, dass Sie die Schwangerschaft nicht mithilfe einiger kleiner Tipps geniessen können.

1. Offener Austausch:

Das Wichtigste ist, dass Sie Ihre wechselnde Gemütslage akzeptieren und kein schlechtes Gewissen haben, wenn Sie mal wieder sehr launisch sind. Reden Sie am besten mit Ihrem Partner über Ihre Gefühle und sprechen Sie auch mit anderen Vertrauten, etwa Ihrer Mutter oder der besten Freundin. Auch ein Gespräch mit Ihrem Arzt oder der Hebamme kann hilfreich sein, sich selbst besser zu verstehen. Ein weiterer Vorteil: alle Beteiligten sind vorgewarnt und haben Verständnis beim nächsten Gefühlsausbruch.

2. Entspannung:

Schnell gereizt und angespannt sind viele Frauen im ersten Trimester der Schwangerschaft. Dann sollten Sie sich ein Entspannungsprogramm gönnen, das Körper und Seele guttut, zum Beispiel schnell ein entspannendes Bad einlassen, eine Tasse von Ihrem Lieblingstee auf dem Sofa trinken, am Nachmittag eine Runde schlafen, eine Kuscheleinheit mit Ihrem Liebsten geniessen. Verabreden Sie sich zu einem Kinoabend mit Ihren Freundinnen und nehmen Sie sich eine Auszeit vom Alltag mit Spaziergängen an der frischen Luft am See oder bei einer Bergstation mit wunderbarer Aussicht. Hier oben in den Bergen ändert sich dann schnell die Perspektive und die alltäglichen Sorgen sind nicht mehr so gross wie gedacht.

3. Sportlicher Ausgleich:

Sport ist immer eine gute Idee - auch in der Schwangerschaft. Ärzte empfehlen sportliche Aktivitäten, am besten wird regelmässig trainiert und nicht intensiver wie vor der Schwangerschaft. Hebammen empfehlen zudem wohltuende Massagen oder entspannende Yogaübungen. Auch Wellness in der Schwangerschaft und sogar Saunabesuche können für Entspannung sorgen.

4. Gute Ernährung:

Während der Schwangerschaft benötigt der Körper mehr Vitamine, Eisen, Jod, Magnesium, Kalzium und vor allem Folsäure. Folsäure ist wichtig für alle Zellteilungs- und Wachstumsprozesse. Ein Folsäuremangel kann unter anderem zu Blutarmut führen. Durch eine ausgewogene Ernährung kann die Umstellung des Körpers für das Baby leichter gelingen.

5. Professionelle Hilfe:

Wenn Sie das Gefühl haben, extrem niedergeschlagen zu sein und sich permanent in einem Stimmungstief zu befinden, sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt darüber. Möglicherweise entwickelt sich eine Depression und Sie benötigen professionelle Hilfe von einem Psychologen oder Psychiater.

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: Getty Images / colleenbradley

Presenting Partner

  • HiPP