Beim Baby bilden sich Schwimmhäute Die 8. Schwangerschaftswoche

In der 8. SSW sieht Ihr Baby schon aus wie ein kleiner Mensch, hätte es nicht plötzlich Schwimmhäute an Zehen und Fingern. Und auch bei Ihnen sorgt die Schwangerschaft für manche Überraschung.

So entwickelt sich Ihr Baby

Die Grösse des Embryos wird mit der Scheitel-Steiss-Länge (SSL) angegeben, weil er noch immer recht gekrümmt in der Fruchtblase liegt. In der achten Woche wiegt das Baby etwa 1,5 Gramm und hat eine SSL von neun bis 13 Millimeter. Nach wie vor ist der Kopf der grösste Teil des Körpers.

Erste menschliche Züge des Embryos sind schon erkennbar. Im Gesicht sind Zunge, Nasenlöcher, Mund und Nasenspitze schon gut sichtbar. Es bilden sich die ersten Zahnleisten mit Knospen für die Milchzähne in dem winzigen Kiefer. 

Grösse und Gewicht Ihres Babys

9 – 13
mm
1,5
g

Alle Organe wie Herz, Leber, Lunge, Niere und Gehirn haben nun ihre Grundform und sind an ihrem Platz. Die Nieren beginnen, Urin zu produzieren, der Magen Magensäure. Auch die Entwicklung des Herzens ist schon weit fortgeschritten und die äusseren Geschlechtsorgane werden sichtbar. Um das Geschlecht sicher zu bestimmen, ist es noch zu früh. Aber häufige Mythen, wie zum Beispiel die Brustgrösse, sollen Auskunft geben, ob Ihr Baby ein Bueb oder ein Meitli wird.

Die achte Woche spielt eine besondere Rolle bei der Entwicklung von Augen und Ohren. Die Linsen der Augen und die Lider entstehen. Im Auge sind sogar schon Farbpigmente enthalten. Zum Ende der 8. SSW ist das Mittelohr fertig entwickelt. Es birgt den Gleichgewichtssinn und den Hörsinn.

Langsam beginnt der gekrümmte Embryo, die Wirbelsäule und die Arme zu strecken, den Kopf aufzurichten. Um das Rückenmark bilden sich die Wirbel, die Knorpel verdichten sich zu Knochen, Handgelenke und Hände mit Schwimmhäuten werden sichtbar.

Die Gehirnentwicklung ist noch in ihren Anfängen, aber in der achten Woche entstehen die Bereiche des Gehirns, die später für Emotionen und Sinneswahrnehmungen zuständig sind. Während das Gehirn bisher völlig ungeschützt war, wird es nun durch lose aneinanderliegende Schädelplatten geschützt.

Während sich die Nerven- mit den Muskelzellen vernetzen, reagiert der Embryo besonders sensibel auf Gifte und Schadstoffe. Das Risiko einer Fehlgeburt besteht noch, nimmt jedoch langsam ab.

Die 8. Schwangerschaftswoche

Ihr Körper in der 8. SSW

Jetzt geht das erste Trimester der Schwangerschaft bald seinem Ende zu. Vielleicht waren Sie schon beim Frauenarzt und haben das erste Ultraschallbild des Babys bekommen. Ein unglaublicher Moment. Obwohl das Baby erst so gross wie eine Himbeere ist, fühlen manche Frauen, dass ihr Bauch schon gewachsen ist.

Das liegt vielleicht auch daran, dass die Gebärmutter wächst und die Mutterbänder sich ständig dehnen, was auch leichte Unterleibsschmerzen oder ein Ziehen verursachen kann. Diese Schmerzen sind völlig normal. Sollten sie andauern und sehr stark sein, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, um eine gefährliche Eileiterschwangerschaft auszuschliessen. Das Gleiche gilt auch für Schmierblutungen. Diese können immer wieder in diesem Trimester auftauchen und sind meist harmlos. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Embryo sieht schon aus wie ein kleiner Mensch
  • Zahnfleischbluten kann auftreten 
  • Schnelle Atemnot
  • Hebamme suchen

Auch wenn sich der Bauch schon grösser anfühlt, an Gewicht muss die Frau noch nicht zugenommen haben. Häufig nehmen Schwangere sogar in dieser Zeit ab wegen der morgendlichen Übelkeit, die noch bis zur zwölften Woche anhalten kann. Auch Stimmungsschwankungen können sich nun dazugesellen. Der HCG-Wert erreicht bald sein Maximum.

Durch das höhere Blutvolumen und die bessere Durchblutung kann es ab dieser Woche auch zu gelegendlichem Zahnfleischbluten kommen. Der Grund: Die Hormonumstellung lockert das Zahnfleisch auf. Eine weiche Zahnbürste und eine gesunde Ernährung mit vielen Mineralstoffen sind jetzt wichtig, damit sich die alte Redensart «jede Schwangerschaft kostet einen Zahn» nicht bewahrheitet.

Ein selteneres Problem ist die Position der Gebärmutter. Ist sie nach hinten geneigt, drückt sie auf die Harnröhre. Bei etwa 20 Prozent der Schwangeren tritt diese ungünstige Lage der Gebärmutter auf, was zu Problemen beim Entleeren der Blase führen kann. Sehr verbreitet ist hingegen ein häufiger Harndrang. Die Nieren arbeiten auf Hochtouren und die Gebärmutter drückt auf die Blase. Deshalb muss sie häufiger als normal entleert werden und es ist sehr beruhigend, für unvorhergesehene Fälle ein WC in der Nähe zu wissen.

Charakteristisch für die achte Schwangerschaftswoche sind auch eine schnelle Erschöpfung und Atemnot, auch bei geringer Anstrengung. Denn die Mutter atmet für zwei. Ein Teil des Sauerstoffs, den sie einatmet, wird für das Baby benötigt.

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