Gar oder gar nichtWie Sie einer Listeriose vorbeugen

Von einer Toxoplasmose haben die meisten schon gehört. Die ähnlich gefährliche Listeriose wird dagegen häufig unterschätzt. Dabei kann ihr mit dem Verzicht auf rohes Fleisch, rohes Gemüse und Rohmilchprodukte einfach vorgebeugt werden.

Listeriose - Die unterschätzte Gefahr in der Schwangerschaft 

Listeriose resultiert meist aus dem Verzehr unverarbeiteter tierischer Produkte. Für einen kerngesunden Erwachsenen ist sie ungefährlich. Der Schweizer Internist Daniel Genné warnt in seinem 2011 veröffentlichten Fachartikel «Die Listeriose - gestern, heute und morgen» jedoch davor, die Krankheit zu unterschätzen: «Es muss eine gewisse Immunschwäche vorliegen, damit sich eine invasive Form der Listeriose entwickelt. Die hauptsächlichen prädisponierenden Ursachen sind die Schwangerschaft, eine Behandlung mit Glukokortikoiden und ein sehr niedriges oder hohes Lebensalter.»

Listeriose: Gefahr in der Schwangerschaft
Listeriose durch Ernährung verhindern. (Bild: onkeybusinessimages/iStock, Thinkstock)

Listerien vorbeugen - Rohmilchkäse in der Schwangerschaft meiden

Für Schwangere kann eine Listeriose-Infektion, beispielsweise durch den Verzehr von Rohmilchkäse in der Schwangerschaft, im schlimmsten Fall eine Fehlgeburt bedeuten. Daher sollten schwangere Frauen unbedingt wissen, wie sie sich vor den gefährlichen Bakterien schützen können. Die Listerien gehören nämlich zu den mit Abstand resistentesten Bakterien. Sie können nur durch sorgfältiges Kochen, Braten, Pasteurisieren oder Sterilisieren abgetötet werden.

Schwangere sollten ganze Lebensmittelgruppen (Rohmilchprodukte, rohes Fleisch und Gemüse sowie Fisch) meiden, um Listerien in der Schwangerschaft zu entgehen. Betroffene Nahrungsmittelsorten zu kühlen oder trocknen beugt Listerien nicht vor, denn sogar Kontakt mit infizierten Tieren kann in seltenen Fällen ansteckend sein. 

Infektion mit schlimmen Folgen - Listeriose in der Schwangerschaft

Im Regelfall führt Listeriose in der Schwangerschaft im frühen Stadium zu einer Fehlgeburt. Im letzten Trimester dagegen hat das ungeborene Kind eine geringe Überlebenschance, muss jedoch mit gravierenden Krankheitsbildern wie Meningitis oder einer Blutvergiftung kämpfen, während die Mutter oftmals gerade mal leichte grippeähnliche Symptome bemerkt. Infos zur akuten Gefahr durch Listeriose und die richtigen Ernährung für Schwangere bietet das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schwangere sollten unbedingt davon absehen, unbehandelte Rohkost jeglicher Art zu verzehren.
  • Fleisch und Fisch sollten vor dem Verzehr gegart, Gemüse gewaschen werden.
  • Milchprodukte sollten auf die pasteurisierten Varianten eingeschränkt werden.

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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