In vertrauter UmgebungWas Sie über die Hausgeburt wissen sollten

Eine Hausgeburt ist für die Mutter und ihr Baby etwas ganz Besonderes. Während die meisten Frauen in der Schweiz im Kreissaal entbinden, spielen immer mehr Schwangere mit dem Gedanken, in den eigenen vier Wänden ihr Kind zu bekommen. Das sollten Sie über die Hausgeburt wissen.

Was Sie über die Hausgeburt wissen sollten
Früher normal, heute die Ausnahme: die Hausgeburt. © iStock / Getty Images Plus

Kennen Sie die Geschichten von den Frauen, die ihre Feldarbeit unterbrachen, um ihr Kind zu gebären und im Anschluss ihre körperlich anstrengende Arbeit zu Ende brachten? Sie sind vielleicht etwas überspitzt. Aber etwas Wahres ist dran: Viele junge Mütter haben ihre Babys zu Hause bekommen und sich dabei völlig auf ihre Intuition verlassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Studien ist eine Geburt zu Hause genau so sicher wie im Spital.
  • Wenden Sie sich zur Begleitung der Hausgeburt an eine erfahrene Hebamme.
  • Auf eine Liegemöglichkeit mit viel Platz rundherum achten.

Auch heute möchten immer mehr Schwangere gern in vertrauter, heimischer Atmosphäre die Geburt ihres Kindes erleben. Erfahren Sie, was Sie dabei beachten sollten und welche Voraussetzungen für eine sichere Geburt zu Hause entscheidend sind. 

Wie sicher ist eine Hausgeburt?

Zahlreiche Studien belegen heute, dass eine häusliche Geburt tatsächlich genauso sicher ist, wie eine Geburt im Spital. Der Schweizerische Hebammenverband in Bern veröffentlichte wissenschaftliche Ergebnisse, aus denen zu lesen ist, dass Frauen, die zu Hause entbinden, sogar deutlich weniger vaginal-operative Eingriffe, weniger Schmerzmittel, Kaiserschnitte und Geburtseinleitungen zu verzeichnen hatten.

Mit dieser Checkliste sind Sie auf die Hausgeburt gut vorbereitet

Hinsichtlich der Gesundheit der Neugeborenen – gleich ob Haus- oder Spitalgeburt – sind keine Unterschiede zu erkennen. Notfall Verlegungen während der Geburt lagen bei den Untersuchungen lediglich bei rund vier Prozent.

Hinzu kommt, dass sich Frauen bei einer Geburt von über zwölf Stunden durch Hebamme, Mann und Freundin besser betreut fühlten als durch die Ärzte im Spital, heisst es laut einer Nationalfondstudie .

Die häusliche Geburt – Was müssen Sie beachten? 

Sobald Sie wissen, dass Sie ein Kind erwarten, können Sie sich an eine erfahrene Hebamme wenden. Bauen Sie so früh wie möglich ein Vertrauensverhältnis auf. Nur dann werden Sie sich sicher und gut beraten fühlen.

Linktipp

Auf hebammensuche.ch finden Sie Ihre passende Hebamme.

Besteht in Ihrem Fall keine Risikoschwangerschaft und verlaufen die Schwangerschaftswochen normal und komplikationslos, dürfte einer Geburt in Ihrem zu Hause nichts im Weg stehen. Überlegen Sie sich auch – gemeinsam mit Ihrem Partner – wer Sie bei der Geburt begleiten soll und ob Ihre Kinder (sofern Sie schon ältere Geschwisterkinder haben) auch dabei sein dürfen. Eine Geburt zu Hause kann für die gesamte Familie ein unvergessliches Erlebnis sein. 

Wie sollte Ihr Zuhause für eine Geburt ausgestattet sein? 

Ihre Hebamme wird Sie auch im Hinblick auf die notwendige Ausstattung für eine Geburt zu Hause beraten. Die meisten Geburten finden im Schlaf- oder Wohnzimmer statt. Wichtig ist zum Beispiel, dass Sie eine Liegemöglichkeit haben, von der aus die begleitende Hebamme jederzeit von allen Seiten an Sie herankommen kann. Eine Badewanne ist kein Muss – kann Ihnen aber den Geburtsvorgang erleichtern. 

Übrigens: Die Kosten – ganz gleich, ob Sie sich für eine Geburt im Spital, in einem Geburtshaus oder bei Ihnen zu Hause entscheiden – werden von der Grundversicherung der Krankenkasse übernommen.

Publiziert in der Redaktion, Titelbild: buzzanimation/iStock, Getty Images Plus

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