Auf alles vorbereitetWelche Risiken birgt eine Zwillingsschwangerschaft? 

Bei einer Zwillingsschwangerschaft handelt es sich immer um eine Risikoschwangerschaft, denn das Risiko für Fehl- oder Frühgeburten ist erhöht. Um mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen, ist eine engmaschige Schwangerschaftsvorsorge wichtig.

Risiken und Komplikationen bei der Mehrlingsschwangerschaft 

Die Zahl der Zwillingsschwangerschaften steigt in den Industrieländern stetig an. Ein berühmtes Beispiel ist der Tennisprofi Roger Federer, selbst Vater von zwei Zwillingspärchen. Trotz aller Freude über diesen neuen Lebensabschnitt gehen Mehrlingsgeburten auch mit erhöhten Risiken für Komplikationen einher. 

Bei einer Mehrlingsschwangerschaft können Komplikationen auftreten.
Bei einer Mehrlingsschwangerschaft sind mehrere Ultraschalluntersuchungen nötig. (Bild: janulla/iStock, Thinkstock)

Zwillingsschwschwangerschaft und Risiken für Früh- und Fehlgeburten

Knapp die Hälfte aller Zwillinge kommt vor der 37. Schwangerschaftswoche und damit zu früh zur Welt. Da eine ausreichende Zeit im Mutterleib für die Entwicklung unentbehrlich ist, kann die Geburt durch Medikamente hinausgezögert werden. Ausserdem können, wenn eine drohende Frühgeburt rechtzeitig erkannt wird, zusätzlich Glucokortikoide gegeben werden, um die unreife Lunge des Kindes zu entfalten. 

Auch Fehlgeburten treten bei Zwillingsschwangerschaften leider häufig auf, in manchen Fällen betrifft dies aber nur ein Baby. Manchmal verschwindet einer der beiden Feten gar völlig unbemerkt («Vanishing Twin Syndrome»). Das andere Baby bleibt dabei unbeeinträchtigt.

Fetofetales Transfusionssyndrom (FFTS) bei Zwillingsschwangerschaften

Das Wichtigste in Kürze

  • Die häufigsten Probleme bei Mehrlingsschwangerschaften sind Frühgeburten, Wachstumsverzögerungen und das FFTS-Syndrom.
  • Da viele Komplikationen durch rechtzeitige Diagnostik erfolgreich behandelt werden können, sind eine umfassende Information sowie regelmässige Vorsorgeuntersuchungen unerlässlich.

Das FFTS ist eine der gravierendsten Komplikationen bei eineiigen Zwillingen. Diese teilen sich oft eine Plazenta. Dadurch kann es zu einer Verknüpfung der beiden Blutkreisläufe kommen. Dann kann es geschehen, dass Blut vom einen Kind, dem Spender, zum anderen Zwilling, dem Empfänger, übertragen wird. Der Spender leidet in der Folge unter Blutarmut und Wachstumsverzögerung, während das Herz-Kreislauf-System des Empfängers durch das hohe Blutvolumen stark belastet wird. Unbehandelt führt das FFTS fast immer zum Tod der Mehrlinge. Heutzutage ist es möglich, mittels Lasertechnik die abnormalen Mutterkuchengefässe zu verschliessen. Am wichtigsten beim FFTS ist eine frühzeitige Diagnose, um eine schnellstmögliche Behandlung einleiten zu können.

Weitere Risiken und Komplikationen in der Mehrlingsschwangerschaft

Weitere Probleme der Mehrlingsschwangerschaft sind Wachstumsverzögerung und Mangelwuchs bei Plazentainsuffizienz. Dies bedeutet, dass die Plazenta nicht ausreichend Nährstoffe zur Verfügung stellen kann. Bei eineiigen Zwillingen kann es darüber hinaus zu Nabelschnurumschlingungen kommen.

Der eigentliche Geburtsvorgang ist ebenfalls mit Risiken verknüpft. Häufig bestehen Lageanomalien oder die Geburt verläuft verzögert. Zudem kann eine Plazentaablösung auftreten. Dadurch wird die Sauerstoffversorgung des Kindes unterbrochen und es kann zu starken Blutverlusten kommen. In diesem Fall muss umgehend ein Notkaiserschnitt veranlasst werden.

Mehrlingsschwangerschaft und Risiken für die Mutter

Ist eine Frau schwanger mit Zwillingen, so bestehen nicht nur für die Babys, sondern auch für die werdende Mutter erhöhte Risiken. Oft kommt es zu Diabetes oder Bluthochdruck, was zu einer Präeklampsie beitragen kann. Ausserdem können die Organe der Schwangeren durch die grosse Gebärmutter beeinträchtigt werden oder eine Blutarmut auftreten. 

Weitere Informationen zu Zwillingen und Mehrlingen

Alexandra aus Zürich gibt in ihrem Blog allerlei Tipps für werdende Zwillingsmütter. Auf der Homepage des schweizerischen Zwillingsvereines können sich werdende Eltern umfassend informieren. Tillmann Schulze, ein in der Schweiz ansässiger Autor, hat seine Erfahrungen in dem Buch «Ponyhof für Fortgeschrittene» verarbeitet.

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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