Angeborene FehlbildungSpina bifida - Was bedeutet ein offener Rücken beim Baby?

Was allgemein als offener Rücken bezeichnet wird, nennt sich in der Fachsprache Spina bifida und ist eine angeborene Fehlbildung. Was das für die Lebenserwartung des Babys bedeutet und wie Sie das Risiko schon in der Schwangerschaft verringern können.

Spina bifida - Was bedeutet ein offener Rücken beim Baby?

Glücklicherweise leiden nur sehr wenige Kinder an einer angeborenen Fehlbildung. Bei ca. 0,5 bis 3 von 1000 Geburten tritt die Spina bifida – landläufig bekannt als «offener Rücken» – in unterschiedlichen Ausprägungen auf. Hier erfahren Sie, welche Auswirkungen die Erkrankung mit sich bringt und wie Sie das Risiko in der Schwangerschaft minimieren können. 

Spina bifida – Bedeutung und Folgen

Die sogenannte «gespaltene Wirbelsäule», so lautet die Übersetzung, ist eine angeborene Erkrankung, die sich zumeist auf den Bereich der Lendenwirbelsäule bezieht. Durch einen Spalt liegen Rückenmarkshäute und das darunter liegende Rückenmark frei. 

Spina Bifida: Ein offener Rücken beim Kind vorbeugen
Einige Kinder mit Spina Bifida sind auf einen Rollstuhl angewiesen. (Bild: ClarklandCompany/Vetta, GettyImages)

Die Nervenfasern des Rückenmarks, die für die Verbindung zwischen Hirn, Organen, Haut und Muskulatur zuständig sind, können dadurch beeinträchtigt sein. Infektionen, ein Urinstau oder ein «Wasserkopf», der durch mangelndes Abfliessen des Hirnwassers eintritt, können die Folgen sein. Im schwerwiegenden Fall kann es zu einer Querschnittslähmung kommen.

Die Auswirkungen der Erkrankung sind vielschichtig. Nicht immer kommt es zu den genannten Folgen. Es hängt vor allem von der Stelle der offenen Wirbelsäule ab, wie stark der Defekt bemerkbar ist. 

Offener Rücken beim Baby – Diagnose und Behandlung

Bereits eine Ultraschalluntersuchung können Anhaltspunkte für einen offenen Rücken liefern. Darüber hinaus kann der Frauenarzt eine Fruchtwasseruntersuchung durchführen. Die Diagnose ist in 98 von 100 Fällen zutreffend. 

Obwohl die Ursache nicht eindeutig geklärt ist, sind Mediziner sich einig, dass eine ausreichende Versorgung mit Folsäure in der Schwangerschaft das Risiko eines offenen Rückens minimieren kann. Aber auch genetische Faktoren, auf welche die Schwangere keinen Einfluss hat, können ausschlaggebend sein, die Fehlbildung zu begünstigen. 

Je nachdem wie schwer die Erkrankung ist, kann eine frühe Operation eine lebensrettende Massnahme sein.

Weitere Informationen

Frauen- und Kinderärzte in der Schweiz beraten betroffene Eltern eingehend. Beratung über die Krankheit Spina bifida bietet zum Beispiel die SBH Schweiz.

Ist das Kind nach der Geburt vom offenen Rücken betroffen, arbeiten Gynäkologe, Kinderarzt, Urologe, Physiotherapeut und Orthopäde bei der Therapie eng zusammen. Bei einer leichten Form werden krankengymnastische Übungen empfohlen, um das Laufenlernen und die Gelenkbeweglichkeit zu ermöglichen. Auch korrigierende Beinschienen und Schuheinlagen können den Alltag des betroffenen Kindes erleichtern. 

Publiziert von der Redaktion, Quelle: Zentrum für Fetale Diagnostik, Titelbild: wildpixel/iStock, GettyImages Plus

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