Taube HändeKarpaltunnelsyndrom in der Schwangerschaft 

Wenn sie plötzlich eine Taubheitsgefühl in den Händen spüren, kann das auf das Karpaltunnelsyndrom hinweisen. In der Regel klingt die Störung des Mittelarmnervs nach der Schwangerschaft von alleine wieder ab, bei anhaltenden Schmerzen ist jedoch eine Behandlung angezeigt.

Karpaltunnelsyndrom in der Schwangerschaft 

Das Karpaltunnelsyndrom stellt eine Druckschädigung des Mittelarmnervs im Bereich der Handwurzel dar. Es äussert sich häufig durch eine Taubheit der Hand, sowie durch Schmerzen, die von der Hand in den Daumen, den Mittel- oder den Zeigefinger strahlen. Besonders zu Beginn treten die Schmerzen häufig nachts auf. 

Wird das Karpaltunnelsyndrom nicht behandelt, kommt es zu einer fortschreitenden Schädigung des Nervs. Durch diese nimmt die Beweglichkeit des Daumens, des Mittel- und des Zeigefingers immer mehr ab.

Karpaltunnelsyndrom: Taube Hände in der Schwangerschaft.
Taube Hände bandagieren, damit sie tagsüber bei Belastung geschützt sind. (Bild: KatarzynaBialasiewicz/iStock, Thinkstock)

Taube Hände in der Schwangerschaft

Taube Hände in der Schwangerschaft sind häufig das erste Anzeichen des Karpaltunnelsyndroms. Gemäss einer Studie ist jede Dritte Schwangere davon betroffen. Das ist auf hormonelle Umstellungen zurückzuführen. Die hormonellen Veränderungen führen dazu, dass besonders im letzten Drittel der Schwangerschaft vermehrt Flüssigkeit eingelagert wird. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Karpaltunnelsyndrom resultiert aus einer Druckschädigung des Mittelarmnervs, der durch den Karpaltunnel verläuft.
  • Es tritt häufig in der Schwangerschaft auf, da hormonelle Veränderungen für eine Zunahme von Flüssigkeit im Karpaltunnel sorgen.
  • Nach der Schwangerschaft klingt das Syndrom in der Regel von selbst ab.

Auch im Karpalkanal, dem Kanal durch den u.a. der Mittelarmnerv verläuft, kommt es zu einem erhöhten Flüssigkeitsgehalt. Ist dieser Kanal bei der Betroffenen besonders eng, kommt es zu einem mehr oder minder stark ausgeprägten Druck auf den Mittelarmnerv. Durch diesen erhöhten Druck wird das Karpaltunnelsyndrom ausgelöst.

Behandlung des Karpaltunnelsyndroms

Prinzipiell kann das Karpaltunnelsyndrom sowohl konservativ, als auch operativ behandelt werden. Als konservative Therapie bieten sich Schienen, das Abstellen von Überlastungen und die Therapie mit entzündungshemmenden Medikamenten an. 

Chirurgisch kann das Karpaltunnelsyndrom durch die Durchtrennung des Retinaculum flexorum behoben werden. Dieses Band stellt das Dach des Karpaltunnels dar. Der Eingriff wird in der Regel unter örtlicher Betäubung durchgeführt. 

Das Karpaltunnelsyndrom in der Schwangerschaft

Für Schwangere ist jedoch zu bedenken, dass das Karpaltunnelsyndrom nach der Schwangerschaft in der Regel von selbst wieder abklingt. Eine Behandlung während der Schwangerschaft ist also nur angezeigt, wenn die Schwangere unter starken Schmerzen oder Einschränkungen leidet. Das Universitätsspital Zürich empfiehlt in diesem Fall eine Cortisonspritze in den Karpaltunnel.

Klingt das Karpaltunnelsyndrom nach der Schwangerschaft wider Erwarten nicht ab, kann auch zu einem späteren Zeitpunkt ein Eingriff erfolgen. 

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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