Endlich mehr ZeitFamilie und Beruf: So klappt die Kombi

Für viele Eltern ist es eine grosse Herausforderung: Haushalt, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Tag für Tag. Berater Daniel Huber gibt Tipps, wie Mütter und Väter ihren Alltag entspannter gestalten können.

Familie und Beruf
Genug Zeit für Familie und Beruf wünschen sich Väter wie Mütter. Hätte der Tag doch bloss mehr als 24 Stunden. © Priscilla Du Preez, Unsplash

Was Eltern häufig überlastet 

Das ständige Gefühl, nicht allem gerecht werden zu können, ist für Eltern eine grosse Belastung. Erwerbstätige Frauen erledigen auch heute noch viel Hausarbeit und seien deshalb eher überlastet, erklärt Daniel Huber. Väter hingegen hätten häufig ein schlechtes Gewissen, weil sie nicht so viel zu Hause sein können, wie sie gerne möchten.

Warum Perfektionismus keine Lösung ist

Jeder hätte gerne genug Zeit für Kinder, Hobbies, Beruf, die Küche und den Partner. Aber der Tag hat nur 24 Stunden. Es müsse jeder in der Beziehung irgendwo abspecken, findet Huber. Schliesslich könne niemand Karriere machen und gleichzeitig immer Zeit für das Kind haben.

Für die richtige Zeitaufteilung gebe es aber keine Pauschallösung. Jedes Paar müsse sich selbst austauschen über Wünsche, Ziele und Wertvorstellungen, betont Huber. Zum Beispiel: Ist es für beide Partner richtig, ihr Kind fünf Tage die Woche in der Kita zu haben.

Was Eltern unter sich klären sollten

Es gibt viele Fragen, auf die schon werdende Eltern versuchen sollten, Antworten zu finden. Relevant sind laut Daniel Huber insbesondere diese Aspekte: Wie viel brauchen wir zum Leben? Wie lange kann jeder Babypause machen? Können wir uns eine Putzfrau oder eine Kinderbetreuung leisten? Wie lässt sich die Hausarbeit aufteilen? Wie viel Zeit wollen wir mit unserem Kind verbringen? Es müsse, so Huber, nicht direkt auf alle Fragen eine Antwort gefunden werden, denn schon kleine Schritte entlasten den Alltag.

Warum es hilfreich ist, die IST-Situation zu kennen

Wer weiss, womit der den Tag verbringt, kann seine Zeit effizienter einteilen. Deshalb empfiehlt Huber ganz klassisch ein paar Tage über die Hausarbeit Buch zu führen. Wer macht was und wie lange? Auch hier können schon kleine Veränderungen für Entspannung sorgen. Wichtig dabei: Die neuen Aufgaben müssen klar kommuniziert werden. Zum Beispiel: «Du weckst morgens die Kinder, ich mache die Znüni-Boxen.»

Welche konkreten Lösungen verbessern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Je konkreter die Aufgaben, umso besser funktioniert die Aufteilung. Drei Beispiele wie  sich Vater und Mutter im Haushalt gegenseitig entlasten, sich Freiräume schaffen und gleichzeitig noch Zeit für die Partnerschaft haben.

1. Der Vater spielt nach dem Znacht mit dem Kind und bringt es anschliessend alleine ins Bett. Das schafft der Mutter Freiräume, aber das Kind muss gross genug sein, damit es nicht abends nach Mami verlangt.

2. Am Wochenende haben je Mami und Papi einen Tag alleine mit dem Kind. Zum Beispiel übernimmt der Vater die Betreung vom Frühstück bis zum Znacht inklusive Einkauf, Abwasch und Ausflug am Nachmittag. Dann hat die Frau viel Zeit für sich. Aber aufgepasst: Dann bloss nicht ewig Wäsche waschen.

3. Zeit für die Partnerschaft ist zentral für die Familie. Geht sie zwischen Haushalt und Beruf unter, wird es kritisch. Manche Paare gehen deshalb jede Woche am Donnerstagabend zusammen aus und engagieren einen Babysitter, andere sind zu Hause füreinander da. Auch zwei feste Gesprächsabende im Monat sind eine gute Lösung, um Zeit für den wichtigen Austausch zu finden. «Die Zeit, die wir für jemanden finden, hat viel damit zu tun, wie viel Wert wir ihm beimessen», betont Huber.

Das ganze Interview mit Daniel Huber lesen Sie auf unserem Partnerportal familienleben.ch

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