Was hat das zu bedeuten?Verkürzter Gebärmutterhals und Muttermundschwäche

Bei einer Muttermundschwäche öffnet sich der Muttermund bereits etwa Mitte Schwangerschaft. Wie dies zu Komplikationen führt, was der verkürzte Gebärmutterhals damit zu tun hat und welche Behandlung ratsam ist.

Muttermundschwäche – das steckt dahinter! 

Das ungeborene Kind wächst und entwickelt sich in der Gebärmutter heran. Dabei gilt der untere Teil der Gebärmutter als Gebärmutterhals oder Muttermund. Der Muttermund enthält eine enge Öffnung und sondert im normalen Zyklus den sogenannten Zervixschleim ab. Zusätzlich ragt er mehrere Zentimeter in die Scheide hinein. All dies verhindert das Eindringen von Bakterien oder Keimen in die Gebärmutter.

Wann man von Gebärmutterhals- oder Muttermundschwäche spricht

In einer Schwangerschaft verändert sich dieser Muttermund aufgrund des Hormons Prostaglandin: Die Öffnung vergrössert sich, sodass bei der Geburt der Durchmesser etwa zehn Zentimeter beträgt. Dieser Vorgang ist vollkommen natürlich, jedoch tritt in Ausnahmefällen ein verkürzter Gebärmutterhals auf. Bei dieser verfrühten Instabilität sprechen Ärzte von einer Gebärmutterhals- oder Muttermundschwäche.

Üblicherweise bemerkt eine werdende Mutter nichts von der Zervixinsuffizienz. Sie lässt sich erst durch einen vaginalen Ultraschall sowie einer Tastuntersuchung beim Frauenarzt feststellen. Bei einer Gebärmutterhalsverkürzung öffnet sich ebenso der Muttermund.

Was bei Muttermundschwäche während Schwangerschaft geschieht.
Lassen Sie den verkürzten Gebärmutterhals vom Gynäkologen untersuchen. (Bild: Keith-Brofsky/iStock, Thinkstock)

Zervixinsuffizienz – Das Risiko 

Im zweiten Drittel der Schwangerschaft (4. – 6. Schwangerschaftsmonat) tritt die Muttermundschwäche gehäuft auf. Dabei erhöht die Gebärmutterhalsverkürzung das Risiko für vorzeitige Wehen, Fehl- oder Frühgeburten. Der Gebärmutterhals hält dem Gewicht des Kindes und dem der wachsenden Gebärmutter nicht länger stand, wodurch sich der Muttermund öffnet. Beim Einleiten einer Geburt ist dies ein natürliches Geschehen - vorher nicht.

Laut der Fachzeitschrift FHA: Frauenheilkunde Aktuell tritt eine Zervixinsuffizienz vor allem beim Uterus bicornis auf. Dies ist eine Fehlbildung der Gebärmutter, bei der die Gebärmutter seitlich oben zwei hornförmige Ausläufer aufweist anstatt einer natürlichen Birnenform.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zervixinsuffizienz erhöht das Risiko vorzeitiger Wehen und Fehl- und Frühgeburten.
  • Der Muttermund öffnet sich durch die Gebärmutterhalsverkürzung vorzeitig.
  • Körperliche Schonung, Medikamente oder ein Eingriff helfen, das Risiko zu verringern.

Die Gefahr steigt ebenso bei Mehrlingsschwangerschaften oder bei Mehrfachmüttern. Entzündungen und Infektionen sind neben einem geschwächten Bindegewebe oder vorherigen Fehl- und Frühgeburten weitere Risikofaktoren.

 

Verkürzter Gebärmutterhals – was hilft?

Laut Dr. med. Brigitte Holzgreve in «100 Fragen rund um die Schwangerschaft» gilt eine «Zervixlänge von mehr als 2,5 Zentimeter noch in Ordnung». Bei einem niedrigeren Wert hilft körperliche Schonung, die ebenso Bettruhe – gegebenenfalls in einer Klinik – beinhalten kann. Betroffene sollten auf Geschlechtsverkehr und Sport verzichten.

Zusätzlich ist die Einnahme von Medikamenten, die Wehen hemmen, sowie eine sogenannte Cerclage möglich. Die Cerclage ist ein operativer Eingriff, bei dem der Arzt den Gebärmutterhals mithilfe eines Kunststoffbändchens bis kurz vor dem Geburtstermin verschliesst. Der Muttermund lässt sich auch ohne Narkose mit einem weichen Gummiring zusammenhalten. 

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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