Zeigt her eure Beine!8 Tipps gegen Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft

Geschwollene Beine, schwere Füsse oder Schwellungen an den Händen: Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft sind lästig und leider nicht immer harmlos. Diese 8 Tipps helfen gegen die Ödeme.

Wassereinlagerung in der Schwangerschaft: Das hilft gegen Ödeme
Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft machen den Beinen zu schaffen. © iStock, Getty Images Plus

Symptome und Ursachen von Wassereinlagerungen

Viele Frauen haben in der Schwangerschaft abends das Gefühl schwerer Beine, manche leiden an sichtbar geschwollenen Füssen oder Knöcheln oder an Schwellungen an den Händen oder gar im Gesicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ödeme in der Schwangerschaft sind ein lästiges Übel, aber meist harmlos.
  • Versuchen Sie, sich mehrmals täglich zu entspannen und bewusst die aufgeführten Tipps anzuwenden.
  • Bei zunehmenden Beschwerden wenden Sie sich an einen Arzt, um eine gefährliche Gestose auszuschliessen.

Die Haut über den geschwollenen Stellen spannt, Schuhe oder Ringe passen nicht mehr oder verursachen Schmerzen. Die Ursache dieser Symptome sind Wassereinlagerungen, auch Ödeme genannt. Ein Ödem entsteht, wenn sich Wasser im Gewebe ablagert.

Wassereinlagerungen und ihre Symptome treten meist im letzten Drittel der Schwangerschaft bis hin zur Geburt des Kindes auf. Oftmals machen sie sich gegen Abend bemerkbar. Bei grosser Hitze oder wenn Schwangere im Laufe des Tages lange stehen oder sitzen, treten Ödeme verstärkt auf.

Schwangerschaft und Wasser im Gewebe

In der Schwangerschaft verändern sich die Hormone stark. Durch die Schwangerschaftshormone werden das Gewebe, die Sehnen und die Bänder elastischer und weicher. Es ist zudem ein ganz natürlicher Vorgang, dass sich der Wassergehalt im Körper einer Frau während der Schwangerschaft erhöht.

Denn das Blutvolumen steigt in dieser Zeit um ungefähr 50 Prozent an, damit das Baby gut versorgt werden kann. Dies verlangt dem Körper der Frau Höchstleistungen ab. Die Venen weiten sich und es fällt dem Körper zunehmend schwer, das Blut aus den unteren Körperregionen zurück zum Herzen zu pumpen. Das Blut kann deshalb Absacken und – da die Venen auch durchlässiger sind als sonst – kann sich im Gewebe Flüssigkeit ansammeln. Ödeme und Schwellungen entstehen.

Ödeme in der Schwangerschaft sind meist harmlos

In der Regel sind Wassereinlagerungen und Ödeme in der Schwangerschaft harmlos. Nach der Geburt des Babys verschwinden das überschüssige Wasser und die damit verbundenen Schwellungen schnell wieder. Dies ist auch der Grund, wieso viele Frauen während des Wochenbetts schnell und stark schwitzen.

In seltenen Fällen können Ödeme bei Schwangeren jedoch auf Gestose, eine sogenannte Schwangerschaftsvergiftung oder Präeklampsie, hinweisen. Sie geht mit einem hohen Blutdruck einher und zählt zu den gefährlichen Komplikationen für die werdende Mutter und ihr Kind. In diesem Fall treten zusammen mit den Wasseransammlungen auch andere Symptome auf, zum Beispiel hoher Blutdruck, Schwindelanfälle, Ohrensausen oder Kopfschmerzen. Sollten Sie also das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt, oder sollten die Ödeme sehr stark und über längere Zeit hinweg auftreten, sollten Sie sich von Ihrem Arzt untersuchen lassen. Eine Gestose tritt in sechs bis acht Prozent aller Schwangerschaften auf.

Die besten Tipps bei Schwellungen in der Schwangerschaft

1. Viel trinken


Da das Ödem durch Wasser verursacht wird, mag es zunächst unlogisch klingen, aber: Ausreichend Flüssigkeit ist wichtig, trotz Ödem. Pro Tag sollten Schwangere mindestens zwei Liter trinken, am besten verdünnten, ungesüssten Früchtetee. Hingegen begünstigen kohlensäurehaltige Getränke, auch Wasser mit Kohlensäure, Wassereinlagerungen und sollten deshalb vermieden werden.

2. Viel Kalium und Eiweiss essen


Die richtige Ernährung kann helfen, Ödeme vorzubeugen oder Wasserablagerungen zu reduzieren. Das alte Vorurteil, man solle in der Schwangerschaft salzarm essen, stimmt nicht. Viel wichtiger ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Was helfen kann gegen Ödeme und die lästigen Symptome der Wasseransammlungen, ist eine protein- und kaliumreiche Ernährung.

Kalium ist zum Beispiel enthalten in Trockenfrüchten, Bananen, Avocados, Melonen, Kartoffeln und Reis. Sehr viel Kalium findet sich auch in Apfelessig: Geben Sie ein bis zwei Teelöffel naturtrüben Apfelessig in ein Glas Wasser und trinken Sie diese Mischung zweimal am Tag. Eiweisshaltige Lebensmittel sind unter anderem Quark, Hüttenkäse, Kürbiskerne oder Linsen.



3. In Bewegung bleiben


Bewegen Sie sich viel, fliesst die Lymphe leichter. Denn da die Muskeln abwechselnd angespannt und entspannt werden, wirken unterschiedliche Druckverhältnisse auf die Lymphgefässe. Dadurch verteilt sich die Flüssigkeit leichter im Körper, Ödeme werden verhindert. Zudem fördert Bewegung die Durchblutung. Gut, dass es auch für Schwangere viele geeignete Sportarten gibt.

Schon kleine Fussübungen können gegen Wassereinlagerungen helfen: Machen Sie im Sitzen Fussgymnastik, sei es unter dem Bürotisch oder daheim vor dem Fernseher. Heben und senken Sie zum Beispiel die Füsse oder lassen Sie sie im Gelenk kreisen.

Was Sie gegen Ödeme unternehmen können
Ein Anzeichen für Ödeme ist ein hoher Wassergehalt in den Füssen. © iStock, Getty Images Plus

4. Beine hochlagern


Langes Sitzen oder langes Stehen fördern das Einlagern von Wasser in den Beinen. Es hilft deshalb, die Beine immer wieder hochzulagern, damit das Blut leichter zum Herzen zurückfliessen kann. Sie können die Zeit nutzen, um von Ihrem ungeborenen Kind zu träumen. Auch beim Schlafen können Sie die Beine hochlagern, zum Beispiel durch ein Kissen unter den Füssen. Schlagen Sie zudem beim Sitzen nicht die Beine übereinander.



5. Weite Kleidung tragen


Engen Sie sich nicht durch enge Kleidung ein. Ihre Umstandsmode sollte auf keinen Fall die Durchblutung der Beine behindern. Locker sitzende und luftige Kleidung lohnt sich. Tragen Sie zudem am besten flache Schuhe ohne Absätze und vermeiden Sie auch enge Schuhe.

6. Kompressionsstrümpfe nutzen


Haben Sie immer wieder Ödeme oder geschwollene Beine, lohnen sich vielleicht Stützstrümpfe. Optimal ist es, diese gleich nach dem Aufwachen anzuziehen, und zwar noch im Liegen. Dadurch kann das Blut gar nicht erst in die Beine absacken. Die Strümpfe sind besonders bei Reise und Flügen zu empfehlen.

7. Kaltes Wasser hilft

Gegen die geschwollenen Beinen und das Wasser in den Knöcheln kann es helfen, nach dem Duschen die Beine kurz kalt abzuspülen. Dadurch verengen sich die Gefässe. Bei geschwollenen Füssen kann ein Fussbad mit Salzwasser Linderung verschaffen.

8. Finger weg von Entwässerungsmitteln


Schwangere sollten keine entwässernde Medikamente einnehmen, es sei denn, dies geschieht auf ausdrücklichen Hinweis eines Arztes. Dies gilt auch für entwässernde Hausmittel und Tees wie zum Beispiel Brennesseltee.

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