Mit den Beinen vorausGeburt bei Beckenendlage des Babys 

Mehr als 90 Prozent aller Babys liegen bis zur 36. Schwangerschaftswoche mit dem Kopf im Becken der Mutter. Einige wenige Babys nehmen diese optimale Geburtsposition nicht ein. Was die Steisslage des Babys für Mutter und Kind bedeutet.

Geburt bei Beckenendlage des Babys 

Von der Beckenendlage oder Steisslage spricht man, wenn ein Baby auch nach der 36. Schwangerschaftswoche noch mit dem Kopf nach oben und dem Gesäss nach unten liegt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Kind noch in eine geburtsfreundlichere Position dreht, ist aufgrund des Platzmangels gering.

Bei einer Steisslagen Geburt wird der Kopf des Babys als letztes geboren. Dies birgt einige Risiken wie beispielsweise Sauerstoffmangel für das Kind.

Warum drehen sich nicht alle Babys?

Warum nicht alle Babys eine ideale Gebärposition einnehmen, ist nicht geklärt. Es konnte aber beobachtet werden, dass eine Geburt in Steisslage häufiger vorkommt, wenn

  • die Mutter selbst in Steisslage geboren wurde.
  • zu viel oder zu wenig Fruchtwasser vorhanden ist.
  • es nicht die erste Geburt ist.
  • eine Plazenta Praevia vorliegt.
  • es sich um eine Frühgeburt handelt.
  • oder es Gebärmutteranomalien gibt.
Wenn das Baby bei der Geburt in der Beckenendlage ist.
Andere Geburtsposition: So kommt das Baby in der Steisslage zur Welt. (Bild: janull/iStock, Thinkstock)

Kaiserschnitt oder Spontangeburt bei Steisslage?

Ist das Baby weder zu gross noch zu klein, und das Becken der Mutter breit genug, spricht im Grunde nichts gegen eine Spontangeburt. Leider haben immer weniger Ärzte und Hebammen aber Erfahrung damit. Da eine Steisslagen Geburt mit höherem Risiko verbunden ist, wird in neun von zehn Fällen ein Kaiserschnitt gemacht. Wer vaginal entbinden möchte, muss sich auf die Suche nach Experten machen.

In der Schweiz bieten einige Krankenhäuser spontane Geburten in Steisslage an. Zum Beispiel das Kantonspital Frauenfeld. Hier wurden sehr gute Erfahrungen mit der Vierfüssler-Stellung gemacht. Auch die Klinik für Geburtshilfe des Universitätsspital Zürich verfügt über sehr erfahrene Ärzte auf diesem Gebiet.

Voraussetzung für eine natürliche Geburt ist stets eine umfangreiche Risikoanalyse. Gewicht und Grösse des Babys werden dabei ebenso bestimmt wie die Beschaffenheit des mütterlichen Beckens. Aus den Ergebnissen können dann Empfehlungen abgeleitet werden.

Kann man das Baby bei Beckenendlage vor der Geburt drehen?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Baby auch nach der 35. Schwangerschaftswoche zu einem Purzelbaum zu bewegen. Neben einer Wendung von aussen gibt es auch sanftere Methoden, die zwar wissenschaftlich nicht bestätigt sind, in vielen Fällen aber wirkungsvoll waren.

Dazu gehört zum Beispiel die «Indische Brücke». Die Mutter nimmt dabei eine für das Baby unbequeme Lage ein. Sie lagert ihr Becken mindestens zwei bis dreimal täglich für rund 10 Minuten hoch.

Manche Hebammen und Heilpraktiker arbeiten mit Akupunktur, die das Baby zu einer Drehung anregen soll. Auch die traditionelle Chinesische Medizin nutzt einen Akupunkturpunkt an der kleinen Zehe zur Drehung bei Beckenendlage. Dieser wird aber nicht mit einer Nadel, sondern mittels Wärme einer Moxa-Zigarre stimuliert. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Steisslage des Babys zeigt der Po des Babys nach unten
  • Eine Spontangeburt ist häufig möglich
  • Immer weniger Einrichtungen haben aber Erfahrungen mit der Spontangeburt in Steisslage
  • Möglichkeiten zur Lageveränderung: Äussere Wendung, Indische Brücke, Akupunktur, Lichtimpulse 

Lichtimpulse oder äussere Wendung bei Steisslage

Da die Sinne des Babys in den letzten Wochen der Schwangerschaft sehr gut entwickelt sind, kann man sich das auch zunutze machen. Eine Taschenlampe oder ein Glöckchen vom Kopf des Kleinen in Richtung Schambein geführt, weckt die Neugier des Ungeborenen. Idealerweise folgt das Kind den Geräuschen oder dem Licht und dreht sich.

Bleibt der Erfolg dieser sanften Methoden aus, bieten die meisten Kliniken eine Wendung von aussen an. Sie wird meistens stationär durchgeführt, da es zu Komplikationen kommen kann. Dabei hebt ein Arzt den Po des Kindes aus dem Becken der Mutter, während ein zweiter Arzt versucht, das Baby zu drehen. Dieses Vorhaben klappt in immerhin 50 Prozent aller Versuche.

Hatte eine Frau bereits eine natürliche Geburt, ist die Erfolgsquote noch höher. Probleme wie eine Ablösung der Plazenta oder eine Nabelschnurverwicklung treten glücklicherweise sehr selten auf. 

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

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